Berlin ist der bundesweite Schwerpunkt der Schusswaffenkriminalität. Die Gewalt ist räumlich und sozial stark konzentriert – das spricht für Hotspot- und Tätergruppen-Strategien, nicht für flächendeckende Maßnahmen gegen den legalen Besitz.
Lage 2025/2026
2025 erfasste die Polizei Berlin 1.119 Straftaten unter Verwendung einer Schusswaffe (+68 % gegenüber 666 Fällen 2024): 604 Drohungen und 515 Schussabgaben. Mehr als die Hälfte der Taten fand im öffentlichen Raum statt. Ein Teil des Anstiegs geht auf die seit 2025 verpflichtende genauere Erfassung in POLIKS zurück; inhaltlich stiegen vor allem Bedrohungen bei Rohheitsdelikten und Raub. 2026 blieb das Niveau hoch (Jan–Mai bereits hunderte Fälle). Etwa die Hälfte der scharfen Schüsse steht nach Angaben der Polizeipräsidentin im Zusammenhang mit Erpressungen türkischer Gewerbetreibender. Die Waffen stammen vor allem aus illegalen Fabriken in der Türkei (Totalfälschungen) und Tschechien.
Berlin trieb 2025 den bundesweiten Anstieg der Drohungen maßgeblich; ohne Berlin wären die Zahlen rückläufig gewesen. Das passt zum Muster extrem konzentrierter Gewalt.
Wo die Hotspots liegen
Bezirkliche Auswertungen (Parlamentarische Anfragen) zeigen hohe Fallzahlen in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln. Konkrete Tatorte der letzten Monate: Sonnenallee/Köllnische Heide, Hermannstraße, Hasenheide, Kreuzberg (Cafés, Straßen), Wedding, Marzahn-Hellersdorf, Bahnhof Zoo. Das sind typische Micro-Places: Geschäftsstraßen mit Shisha-Bars, Friseuren, Cafés, Parks und Bahnhofsumfeldern, in denen Rivalitäten und Erpressungen ausgetragen werden.
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