Unmut über das „undankbare Volk“?

Die FAZ schrieb heute: Viele Politiker empfinden die Abstiegsängste der Bürger als eine Art Wahrnehmungsstörung. Da muss man sich fragen, ob diese Politiker überhaupt wissen, welche Politik sie zu verantworten haben.
„Die unteren vierzig Prozent der Beschäftigten haben seit dem Jahr 2002 nicht nur Reallohnverluste hinnehmen müssen. Sie verfügen zudem über kein Vermögen. Sie lebten praktisch „von der Hand in den Mund“, so Schneider.
Hartz IV ist übrigens vor allem für gebildete Menschen eine Bedrohung. Die ungebildete Unterschicht hatte schon immer recht realistische Erwartungen über ihre Perspektiven in dieser Gesellschaft.
 
Die Politiker sollten sich mal anschauen, in wie vielen Haushalten der Strom abgedreht wird und wie viele Leute auf die Straße gesetzt werden, weil sie die Miete mit Nebenkosten nicht mehr zahlen können.
 

Tod und Trauer….

Heute Nacht ist ein sehr junger Bekannter gestorben – bei einem Autounfall, den er nicht selber verursacht hat.

Sein Tod ist genauso sinnlos, wie der der Terroropfer oder Amokopfer.

Der große Unterschied?

  • Nur seine enge Freunde haben ihr Profilbild geändert, niemand sonst.
  • Dieser Verkehrsunfall war eine kurze Nachricht in den Lokalmedien wert – mehr nicht.
  • Keiner bekommt die Suche der Polizei nach dem Schuldigen mit, falls sie dazu überhaupt Ressourcen haben.
  • Kein Bürgermeister, Politiker & Co. wird in einem Jahr oder in 10 Jahren oder in den Jahren dazwischen eine große Trauerfeier veranstalten.
  • Es wird keine Gesetzesänderung geben, auch keine Änderung für technische Richtlinien von Autos oder Straßen.
  • Sein Tod betrifft nur seine Familie und seine Freunde. Und weil er oft bei uns war, auch mich ein bisschen.

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Die Mär der 500.000 gestohlenen Waffen

Nach Angaben der Brüsseler Kommission gibt es in der EU schätzungsweise 80 Millionen Schusswaffen für den zivilen Gebrauch, die sich in rechtmäßigem Besitz befinden. Gleichzeitig ist der Verbleib einer halben Million Schusswaffen ungeklärt, die in der EU verloren gegangen oder gestohlen worden sind. Die Zahl steigt kontinuierlich, besonders in Frankreich werden immer mehr Waffen als gestohlen oder verloren registriert.

Obiges schreibt Servus TV auf seinem Waffen-Spezial, das anlässlich des TV-Talks vom Donnerstag, dem 11. Februar 2016, erstellt wurde:

T A L K   I M   H A N G A R – 7
Österreich im Waffenwahn: Müssen wir uns selbst schützen?

Den Talk sollte sich jeder mal anschauen: Mediathek-Link

Als Gast war u.a. Saskia Hold eingeladen, die die deutsche Petition „Waffenscheine für Frauen“ verfasst hat.

Nun zu dem Märchen der 500.000 gestohlenen Waffen. Im Dezember hat Melissa Burkhard meinen Oktober-Report über Waffenbesitz in Europa übersetzt. Hier ein Ausschnitt über meine Erkenntnisse der gestohlenen Waffen:

Report II: Waffenbesitz in Europa

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Zeitgeisterjagd

Zeitgeisterjagd

MZeitgeisterjagd_Cover_2015_web_w800-662x1024atthias Heitmann geht auf Safari und jagt „Zeitgeister“.

Was einen guten Jäger ausmacht, ist das richtige „Ansprechen“. Darunter versteht der Waidmann die präzise Beobachtung und Identifizierung von Wild vor der Schussabgabe. Auch muss der Jäger die gesamte Biodiversität des Reviers beachten, um das richtige Verhältnis von Prädatoren (Beutegreifern) und Beutetieren (oft Pflanzenfresser) einzupegeln. Das nennt man Hege.

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Firearms Report II – Waffenbesitz in Europa

Die Wahrheit über den Waffenbesitz in Europa

Fabio Marini, Leiter der Firearms Task Force in der DG HOME der Europäischen Kommission präsentierte den Bericht ‘Firearms and Violent Deaths in Europe’ des Flemish Peace Institute.

Gary Mauser, emeritierter Professor der Simon Fraser University (CA) schrieb:

„Dieser Bericht des Flemish Peace Institute behauptet, wissenschaftlich zu sein, aber er sollte nur als Interessenvertretung wahrgenommen werden, weil er gegen die Grundprinzipien der wissenschaftlichen Untersuchung verstößt.“

Wir haben nach offiziellen Daten geforscht und diese mit obigem Bericht verglichen und präsentieren stolz unsere Ergebnisse. Auch wenn unser Bericht keine wissenschaftliche Arbeit ist, empfahl mir Professor Mauser nach einem kurzen Blick in meinem Entwurf, diesen zu publizieren.

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Unnatürliche Todesursachen 1998-2013

Vor einiger Zeit habe ich zufällig die Gesundheitsstatistik des Bunds gefunden und bin dort tief in die Details der unnatürlichen Todesursachen vorgestoßen. Ich mache ab und zu statistische Auswertungen. Aber diese Datenmenge hatte mich überfordert. Daher bat ich Volker T., die Daten grafisch auszuwerten, was der auch prompt gemacht hat: Sterbeursachenstatistik nach ICD-10

Wie man anhand dieser Grafiken sehen kann, sind unnatürliche Todesfälle mit Schusswaffen (legal wie auch illegal) statistisch insignifikant bei Unfällen, Selbstmorden und tätlichen Angriffen und ändern sich auch nicht, wenn neue Waffengesetze verabschiedet werden (2002, 2008 und 2009).

Quelle: http://volkert.caliber-corner.de/2015/04/06/sterbeursachenstatistik-nach-icd-10/
Quelle: http://volkert.caliber-corner.de/2015/04/06/sterbeursachenstatistik-nach-icd-10/

Nicht einmal die erschütternden Attentate von Erfurt (2002) und Winnenden (2009) sind im Zeitverlauf zu erkennen.Weiterlesen »

Sündenböcke und Prävention

Dienstag Abend, als ich nach der Arbeit das Auto startete, lief mein Nachrichtensender info-Radio. Ich hatte den Anfang verpasst und hörte: „Die Ministerpräsidentin fährt nach Haltern am See, um den Schülern ihr Beileid auszusprechen.“

Mein erster Gedanke? Amoklauf an der Schule!

Es dauerte noch einige Minuten bis ich erkannte, dass ein Flugzeug mit 16 Schülern abgestürzt war. Die restlichen 130 Opfer wurden in dieser Reportage nur am Rand erwähnt. Die Trauer der Angehörigen, der Mitschüler und Nachbarn und die Anteilnahme der Regierenden waren hier das Thema.

Es war eine sehr kurze Fahrt zum Treffen mit Blogger Volker T, der auch von dem Absturz gehört (update 4.4.15: und mittlerweile verbloggt) hatte. Wir beide nehmen seit Jahren die Statistiken zu Gewaltkriminalität, Waffenmissbrauch und Waffenbesitz auseinander. Eventuell ist es dem jahrelangen Umgang mit Toten „auf dem Papier“ und der Vielzahl der Fälle geschuldet, dass wir sehr rational – andere sagen herzlos – mit Unglücken, auch mit Terroranschlägen, umgehen. Wir kannten beide die Statistik, dass die Autofahrt zum Flughafen mehrfach gefährlicher ist als der Flug selber. Doch wussten wir beide, dass Massenopfer mehr zählen als die vielen täglichen Toten.

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