Vizekanzler Sigmar Gabriel beschimpft Trump direkt, er sei „der Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen.“
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat den kommenden US-Präsidenten Donald Trump als „Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen“ kritisiert. „Trump ist auch eine Warnung an uns“, sagte Gabriel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). Die „autoritäre Internationale“ nutze die Abgrenzung von Ausländern und Flüchtlingen nur als Lockmittel für die Wähler.
Die Internationalen und die APO
Die „Internationale“ ist der „Zusammenschluss von Arbeiterorganisationen aus verschiedenen Ländern, die ideologisch von sozialistischen, kommunistischen oder anarchistischen Zielvorstellungen geprägt sind„, schreibt Wiki. Das trifft jawohl auf den Entrepreneur und Kapitalisten Donald Trump nicht zu.
Für das 19. Jahrhundert würde ich die Internationalen als Außerparlamentarische Opposition (APO) der Sozialisten (SPD) und Kommunisten (Vorreiter der LINKEN) bezeichnen, auch wenn das deutsche Wiki die Entstehung der APO erst im Jahr 1960 ansiedelt.
Das Kennzeichen einer APO ist, dass sie als „neue politische Strömung ihre Arbeit meist erst außerhalb der Parlamente beginnt und erst über die Länderparlamente unter Umständen bis in den Deutschen Bundestag oder sogar bis in die Bundesregierung Deutschlands kommen.“ Dies trifft auf die SPD und Kommunisten für das 19. Jahrhundert zu. Auch die Grünen in den 80er Jahren und der Europa-Abgeordnete der Grünen und ATTAC-Gründer Sven Giegold, sowie die Piraten und die AfD begannen als APO. Ein weiteres Kennzeichen ist der Kampf gegen die Eliten (z.B. Militär und Regierung).
So hat sich die „Internationale“ vehement für eine Volksbewaffnung wie in Schweiz als eine der obersten vier Prioritäten eingesetzt. Ihre wichtigsten Vertreter in Deutschland waren August Bebel und Karl Liebknecht, die von SPD und Linken in den Himmel erhoben werden.
Donald Trump, der sich den Platz als Spitzenkandidat der Republikaner erkämpft hatte, ist definitiv kein Mitglied der APO oder der Internationalen. Er ist lediglich ein Verfechter der Volksmiliz – auch wenn er lange für dieses Statement als Mitglied der kapitalistischen Elite brauchte – weshalb die amerikanische Waffenlobby seine Kandidatur heftig bewarb.
Donald Trump ist kein Kommunist, Sozialist oder Anarchist – alles Kennzeichen der „Internationalen“, sondern ein Kapitalist und ein Beispiel für „vom Tellerwäscher zum Millionär“ mit einer besseren Chance (2.000.000 USD Kredit des Vaters für das vierte von fünf Kindern) als andere. Wobei seine Idee – sofern sie gut war – in Deutschland eventuell auch von der KfW gefördert worden wäre (Immobilien-Kredite) – und seine Schulbildung (in den USA privat finanziert) auch in Deutschland mit öffentlicher Bildung möglich gewesen wäre.
Donald Trump hat einen autoritären und chauvinistischen Wahlkampf betrieben. Das ist das Einzige, was Gabriel richtig erkannt hat. Man kann Trump für seine autoritären und chauvinistische Wahlkampfparolen einfach nicht mögen. Wir wollen keine Mauern (auch nicht nach Mexiko), keine Abschaffung der Homo-Ehe, kein Bashing von Migrations-Minoritäten (Mexikaner, Flüchtlinge), keine Abwertung von Frauenrechte (Pussy, Abtreibungsverbote, Gender-Gap).

