FAQs zum Burkaverbot

Ich lese seit Monaten Berichte und Meinungen zum Burkaverbot. Dabei fällt auf, dass gerade der freiheitsliebende Westen die Burka verteidigt. Diese Woche erschien beim Standard ein Artikel, der in meinen Augen die besten Fragen stellte und die besten Antworten gab.

Hier ein paar Auszüge, ich empfehle jedoch den ganzen Artikel zu lesen: Link

Ist eine freiheitliche Gesellschaft, die die rigorose Intoleranz des fundamentalen Islam toleriert, wirklich liberal? Oder vielleicht doch eher naiv, gleichgültig oder gar selbstzerstörerisch?

Der Anblick einer Burka ist ein Schlag ins Gesicht jedes freiheitsliebenden Menschen, und es ist eine doppelte Zumutung für jede Frau.

Was aber ist mit den Frauen, die angeben, freiwillig eine Burka zu tragen? Haben sie in einem liberalen Rechtsstaat nicht das Recht, zu entscheiden, sich zu verhüllen?

Nur weil jemand sagt, er will ein Sklave sein, ist bei uns Sklaverei trotzdem nicht erlaubt.

In der Diskussion um das Verhüllungsverbot geraten diejenigen Frauen in Vergessenheit, die sich in ihren Ländern zur Wehr setzen und teilweise unter Lebensgefahr gegen die Unterdrückung ankämpfen. Sie warten vergeblich auf die Solidarität ihrer Geschlechtsgenossinnen im Westen, die den blutigen Ernst ihrer Lage entweder nicht sehen können und/oder wollen.

Von der Schweizer Schriftstellerin Zoe Jenny, die in Wien lebt.

Bevor wieder jemand fragt, was das Burkaverbot mit meinem Blog zu tun hat: Ich bin vom Waffenrecht zum Liberalismus gekommen, einer politischen Idee, nach der sich der Mensch in einer Gesellschaft möglichst frei entfalten soll und die staatlichen Eingriffe möglichst gering sein sollen.

Das Burkaverbot (staatlicher Eingriff) ist wie das Waffenrecht ein Randthema, das gerade bei freiheitlich denkenden Menschen die Frage aufwirft, in wieweit der Staat eingreifen darf. Sicherheit (Schutz) versus Freiheit (Individualität).

6 Gedanken zu “FAQs zum Burkaverbot

  1. Als Beigemüse, Thema – Religionsfreiheit in Deutschland.

    Es gibt in der Schweiz keine Freiheit der religion, ebenso in Deutschland. Was es gibt, ist eine Freiheit des Bekenntnisses.
    Also, jeder darf glauben was er möchte ohne deswegen diskriminiert, verfolgt oder bestraft zu werden.


    Es gibt in der Schweiz keine Freiheit der Religion, ( Religion ist eine Juristische Person ) ebenso in Deutschland. Was es gibt, ist eine Freiheit des Bekenntnisses.
    Also, jeder darf glauben was er möchte ohne deswegen diskriminiert, verfolgt, bestraft zu werden.

    Demgegenüber ist Freiheit der Religion kein Recht einer einzelnen Person, sondern der Religion als Gruppe / Gemeinschaft. So eine Freiheit hiesse nämlich das sie Frauen auch steinigen dürften., das sie über eigene rechte verfügen die über dem weltlichen Recht stünden.

    Also ist „Freiheit der Religion“ oder eben „Religionsfreiheit“ so nicht existent, das es kein Recht einer einzelnen Person, sondern der Religion als Gruppe wäre.
    Und das hiesse nämlich, dass sie die Ideen der Religion frei ausüben dürften, also Dinge wie Frauen steinigen, akzeptiert werden müsste.

    Dem ist nicht so.

    Hier in der Schweiz hat der „Calvinistische“ oder eben Protestantische Kanton Genf vor über 100 Jahren sogar den katholischen Priestern das tragen der Soutane verboten. Die Soutane wurde als politisches Signal des Katholizismus empfunden.
    Das Verbot der Soutane war jedoch noch etwas harmloses, es gab in der Schweizer Geschichte noch ganz andere Dinge, von der Enteignung der Klöster über deren Plünderung bis zu rigorosen Abstrafungen von Mönchen.
    Schon vor der Reformation band man deren Macht regelmässig zurück.

    Die Religionen als Gemeinschaft unterstehen alle dem selben weltlichen Recht unter dem ihnen gewisse Freiheiten zugestanden werden die sich auch speziell auf gewisse Religionen beziehen.

    Verbietet man den Niqap ist das jedoch völlig in Ordnung. Verbietet man Minarette ……ebenso. Nur haben gerade die Linken in der Schweiz solche Dinge meist gar nie gewusst ………oder explizit vergessen.

    Der „Niqap“, …….die blaue „Burka“ aus Afghanistan sieht man ja hierzulande noch nicht, ist ein klares Statement gegen Integration, nicht für den Glauben.

    Ich bin neben Afghanen aufgewachsen.
    Diese erklärten mit vor 40 Jahren das in ihrem Land nur gewisse Frauen und Stämme die Burka tragen, das aber gerade in Gebirgsregionen das unüblich sei, ja es dort sogar Bräuche gibt die aus Vorislamischen Zeiten stammen. Matriarchat im Erbrecht usw.
    Wenn wir im Westen diesen Frauen hierzulande die Burka erlauben, helfen wir indirekt auch den Taliban in Afghanistan eine Hegemonie über die Gesellschaft zu errichten, die man dort früher so nie kannte.
    Der Stamm war wichtiger als der Staat,. Jeder Stamm befand selber wie weit er den Islam praktizieren wollte, ob Frauen bei ihnen Burka tragen sollten, usw. usf.
    Auch für die Frauen in Afghanistan sind die Zeiten unter den Talib viel härter geworden, und viele die traditionell nie Burka trugen ……sollen es heute tun.
    Flieht eine heute nach Deutschland und ist ein echter Flüchtling, muss sie dann bald einmal erleben das sie hier auch Burka tragen muss um vor ihren Landsleuten geschützt zu sein ?

    Selbstmord einer Gesellschaft nenne ich das.

  2. Sehr geehrte Frau Triebel,

    warum Sie als renommierte Waffenhändlerin sich gegen die „Freiheit“ Andersgläubiger (oder sind Sie orientalische Muslimin?) einsetzen ist unklar. Das Burka-Gebot in manchen, nicht allen, orientalischen Ländern hat dort gute Gründe. Ich empfehle Ihnen einen Badeurlaub in Jordanien am Roten Meer, dort werden Sie erfreuliche Erlebnisse mit den Männern des Landes haben. Die Ehemänner der bei uns in Europa lebenden verschleierten Frauen haben die toleranten Mitteleuropäer noch nicht ausreichend kennen gelernt und halten sie alle für so gail wie ihre eigenen Landsleute zu Hause. Das ist doch ein gesunder Standpunkt und ein guter Grund seine Frauen zu schützen, oder?

    Unklar ist auch Ihr Einsatzes für die Schweizerin Zoe Jenny. Der uralte Spruch der Römer >audiatur et altera pars< hat auch heute noch gute Berechtigung – immer! Ich habe gegoogelt und fand diesen interessanten Zeitungsbericht:

    http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/erwachsenenschutz/artikel/kesb_der- beste-feind/

    Wer nun im Recht ist und die Wahrheit sagt ist unklar. Interessant sind beide Standpunkte.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ulrich v. Dreyse

    _____

    • Es geht um die Vollverschleierung. Selbst im moslemischen Afghanistan gab es bis in die 70er Jahre keinen Gesichtsschleier. Im Iran, wo er vor 30 Jahren eingeführt wurde, rebellieren Frauen und Männer gegen dieses Gebot.

      Und bei Zoe Jenny gibt es in ihrem eigenen Fall natürlich – wie auch in anderen Fällen – immer zwei Seiten. Aber selbst SP-Nationalrat Martin Naef, der den KESB in Schutz nimmt, betonte, dass sich die Vormundschaftsbehörde in der Vergangenheit «nicht gerade mit Ruhm bekleckert» habe. Naef sagte auch, dass die Massnahmen der Kesb teilweise einen massiven Eingriff in das Leben der Klienten ist und Ohnmachtsgefühle wecken können. Er streichte deshalb heraus, dass immer so «viel wie nötig, aber so wenig wie möglich» unternommen werde. Und er verweist darauf, dass eine neue Behörde immer etwas Zeit brauche, bis sie sich eingespielt hat.

      http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Die-Wut-der-Zoe-Jenny/story/30318551

      Hätte ich einen Partner, der in ein Drittland ausgewandert ist, wo die medizinische Versorgung meines Kleinkinds nicht garantiert ist, und der versucht, seine Rechte als Vater in Punkto gemeinsames Sorgerecht durchzusetzen, dann würde ich auch alles tun, damit er dieses Sorgerecht nicht erhält. Und ich hätte Angst, dass er den Vormundschaftsstreit mit einer nächtlichen Entführung für sich beendet. D.h. ich hätte als Mutter ebenfalls keine Übernachtung zugelassen und auch den Wohnort gewechselt, sobald eine Behörde mehr auf Seiten des Vaters als auf meiner Seite agiert.

      Und zudem habe ich schon daraufhingewiesen, warum ich mich zum Burkaverbot äußere. Es geht um Freiheit vs. Sicherheit.

  3. Was ist mit dem Vermummungsverbot, gibt es schon viele Jahre, meiner Meinung nach reicht das aus um eine Burka zu verbieten.
    Wie verhalten Sie sich Frau Triebel wenn eine Gestalt mit Burka in Ihren Laden kommt?
    In meinem Geschäft, auch Waffenhandel, gilt „keine Burka und auch kein Motorradhelm auf dem Kopf“.
    In unserer Sparkasse wird genau so gehandelt.

  4. Ein wesentliches Missverständnis in der Debatte ist, dass unser europäischer Freiheitsbegriff eine positive Freihet bedeutet. Also das Recht darauf, etwas zu tun. Dies kollidiert aber ganz maßgeblich mit der negativen Freiheit. Das Recht darauf, eine Burka zu tragen, ist nur dann sinnvoll, wenn die Frauen, die diese tragen, in ihren Parallelgesellschaften auch das negative Recht, also das Recht, die Burka nicht tragen zu müssen haben. Das haben sie nicht. Insofern ist die Debatte hinfällig. Das andere Extrem ist folgendes: Wir verbieten schließlich den Bürgern auch, nackt rumzulaufen. Mir fällt kein Grund ein, warum man dann die Burka nicht auch verbieten sollte. Es gibt viele Gründe, die Burka zu verbieten. Unter anderem derjenige, dass man im Straßenverkehr (woran man als Fußgänger teilnimmt) identifizierbar sein muss. Ein weiterer wesentlicher Grund ist, dass wir zum Beispiel auch verbieten, mit verfassungsfeindlichen Symbolen (SS-Runen, Hakenkrez, etc.) rumzulaufen. Die Burka ist selbstverständlich ein verfassungsfeindliches Symbol, da sie offen zeigt, dass die Kultur, in welcher sie getragen wird, die Aussage einer Frau nur halb so stark wertet, wie die Aussage eines Mannes.
    Was die Linken als „Toleranz“ bezeichnen, ist letzlich nichts anderes als Gleichgültigkeit, Kulturrelativismus, Mangel an eigenen Werten, bzw. die Leugnung, dass es sowas wie westliche Werte gibt, und auch eine gehörige Portion Selbsthass, mit dem Wunsch, durch Migration wegdiffundiert zu werden. Wir sollten endlich den Mut haben, zu sagen, dass die westliche Zivilisation die beste Zivilisation der Menschheitsgeschichte ist und wir alles dafür tun müssen, diese zu verteidigen. Dazu gehört letzten Endes auch die Abschottung gegenüber feindlich eingestellten Zivilisationen und die Ausweisung von Individuen und ganzen Bevölkerungsgruppen, die die Zerstörung unserer Gesellschaft herbeiführen wollen. Wir sind es den Millionen Menschen schuldig, die für diese Gesellschaft gestorben sind. Und wir sind es unseren Kindern schuldig.

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