Brauchen wir eine deutsche NRA?

2014-06_DerJaeger
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Die Zeitschrift Der Jäger fragte mich im Juni 2014: „Ist eine Vereinigung analog der US-amerikanischen NRA (National Rifle Association) in Deutschland begrüßenswert in Bezug auf jagdliche und waffentangierende Public Affairs?”

Meine Antwort:

Deutschland ist im Vergleich zu den USA nur ein Bundesstaat. Wir brauchen eine ERA (European Rifle Association) in Brüssel, die die vorhandenen nationalen Vereinigungen und alle 100 Millionen waffenbesitzenden Bürger vertritt. Dazu gehören neben Jägern, Schützen und Sammlern auch Bürger, die Waffen zum Selbstschutz oder Spaß besitzen.

Für die jagdlichen Belange gibt es die professionell arbeitende FACE. Generalsekretär Filippo Segato ist ein Waffenrechtskenner und erledigt z.Z. die Arbeit der nicht vorhandenen ERA – nicht nur für jagdliche Positionen, sondern für alle 100 Millionen Waffenbesitzer.

Analog zur NRA würde eine ERA mit juristisch und politisch geschulten Lobbyisten in Brüssel Zeichen setzen. Sie hätte mit ihren Mitgliedern ein Netzwerk von Aktivisten, die auf Zuruf Informationen verteilen, sowie in Leserbriefen an die Medien für ein Stimmungsbild sorgen. Sie würde die nationalen Verbände informieren und diese auffordern, die politischen Strömungen in den nationalen Parteien und den gesetzgebenden Organen zu analysieren. Sie würde nationale Gerichtsprozesse unterstützen und diese bis zum EUGH durchziehen, damit diese als Präzedenzfälle in die EU-Richtlinien einfließen, die zu 90% unsere nationalen Gesetze bestimmen.

Da die deutschen Vereinigungen bisher (DJV und FACE ausgenommen) auf PR verzichtet haben, habe ich mich dem Team der German Rifle Association (GRA) angeschlossen, die Partner von Firearms United ist. Beide Gemeinschaften arbeiten mit den bisher vernachlässigten Lobbywerkzeugen PR, Research und Leserbriefen – und zwar ohne Mitgliedschaft völlig ehrenamtlich und bauen ein Netzwerk auf, u.a. bei Facebook. ROMB (PL), LEX (CZ), ANARMA (ES), AUDA (IT), IWÖ (AT) und ANDA (RO) sind Partner.

Weitere Unterstützer stammen aus Irland, Frankreich, Schweiz, Norwegen und Dänemark. Vor der Wahl wurden viele EU-Kandidaten von uns angeschrieben, u.a. 367 deutsche Politiker (siehe hier http://bit.ly/1khl8fD ).

www.german-rifle-association.de
www.firearms-united.eu

 


Nachtrag: Die Antworten der Politiker findet man hier:

Europawahl 2014: Unsere Wahlprüfsteine zum Waffenrecht

10 Gedanken zu “Brauchen wir eine deutsche NRA?

  1. Wer bei dieser Frage immer noch mit „nein“ antwortet, hat wohl die Realität verpennt. Und wer göaubt als Jäger sei man außen vor, der hat wohl in letzter Zeit die gezielten und koordinierten Störfeuer der „Naturschutz“ und „Tierrechts“ Verbände, Vereine und deren Exztremisten einfach ignoriert. Wann lernen es die Jäger, dass sie auch Waffenbesitzer und nicht nur Jäger sind. Zusammenarbeit ist der einzigste Weg die Jagd, den Schiesssport und die Sammler vor weiteren Aktionen zu wappnen.

  2. Alleine der einleitende Satz von Herrn Gast läßt wirft bei mir die Frage auf,
    durch wessen Brille er das Problem betrachtet. Das Eintreten für ein verfassungs-
    mäßiges Recht im Sinne des US-Bürgers mit der Rüstungsindustrie in Verbindung
    zu setzen, hört sich schon fast nach der Propaganda an, die man sonst nur von Waffengegnern hört.

    Aber vielleicht ist es ja auch nur der Versuch den „Alleinvertretungsanspruch des DJV“
    zu bekräftigen. Alles Schützen sind gleich – nur Jäger sind gleicher? Dieses Denken
    spielt den Waffengegnern in die Hände – kleine eigenbrödlerische Interessenvertretungen
    lassen sich leichter bekämpfen als eine Große.

    Aber um beim Beispiel zu bleiben: NRA als Zuträger der Rüstungsindustrie?
    Dann sind Jäger auch die Waffentester und der Ausbilder für die Scharfschützen
    aller Armeen; denn waren es nicht Jagdwaffen mit ihrer exquisiten Optik, die von
    Scharfschützen in den Gräben des ersten Weltkrieges verwendet wurden und ihren
    Wert bewiesen haben? Und wo haben diese Scharfschützen zumeist ihr Handwerk
    gelernt? Richtig – bei der Jagd!

    Diese Argumentation ist genauso unsinnig wie die Behauptung alle Jäger seinen
    (Lust-) Mörder. Würde jemand diese Argumentation gegen jagdliche Vereinigung
    verwenden, ginge ein Aufschrei durch die Jägerschaft – zu Recht!

    Also bitte: Bleiben wir doch sachlich, nutzen unseren gesunden Menschenverstand!
    Vor allem sollten wir alle an einem Strang ziehen und das möglichst in die gleiche
    Richtung!

    Alles andere schwächt uns nur oder schadet gar.

  3. Zitiere Michael Gast :

    „…und den Ruf der deutschen Jägerschaft so zu prägen.“

    Zitat ende.

    Der gute Mann, und viele Andere auch, kapieren es einfach nicht. WIR ALLE sitzen in einem Boot und dieses Boot heißt Legaler Waffenbesitz. Wird dieses Boot torpediert und geht unter, wird es keine Rettungsinsel gegen wo draufsteht : NUR FÜR JÄGER……

    VIRIBUS UNITIS !

    MfG JanCux

  4. Herr Gast scheint grundsätzlich davon auszugehen, dass Regierungen nicht irgendwann wechseln und sich gegen die Bürger wenden. Gegenteilige Beispiele gibt es alleine im Deutschland der vergangenen 70 Jahre schon zwei.

    Desweiteren interessiert Herrn Gast offensichtlich nur der Fortbestand der Jägerschaft, der Rest scheint ihn nicht zu kümmern. Weshalb sollte es ihn dann kümmern, wenn die für ihn offensichtlich wertlosen Nichtjäger nach Interessenvertretungen suchen, die sie nicht nur herablassend belächeln?

    Der Kausalbezug zur Rüstungsindustrie könnte auch von einem Grünen kommen, die sondern ähnlich unreklektierten Platschquatsch ab.

    Herr Gast ist das, was man in manche Kreisen den „Waffenadel“ nennt: borniert, selbstgefällig, obrigkeitshörig und ignorant.

    Wer solche Interessenvertreter hat, braucht keine Antis.

  5. Jeder braucht seine Lobby, sonst geht gar nichts. Jäger und Schützen und ihr Sportgerät, Industriezweige, FIFA, Sportvereine, …..und nun „ehemalige“ Terroristengruppen im Irak, Iran, für Waffenlieferungen usw.

  6. Ja, eine GRA ist unbedingt erforderlich, da die einzelnen Schützen- und Jagdverbände nur immer ihre eigenen kleinen Interessen vertreten.
    Was geht mich die Jagd an ich bin Sportschütze.
    Was geht mich IPSC an ich schiesse im DSB auf Präzission,
    Was geht mich Großkaliber an ich schiesse Kleinkaliber.
    Was gehen mich scharfe Waffen an, ich schiesse mit dem Luftgewehr.
    Was geht mich Luftgewehr an ich bin Bogenschütze.

    Nur wenn möglichst viele Waffenbesitzer aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenschließen, sich austauschen und Werbung für ihre Sache machen haben wir noch eine Chance auch in Zukunft unseren speziellen Interessen in unseren jeweiligen Verbänden nachzugehen.
    Vor einiger Zeit habe ich mal versucht die Netzwerke von Jagdgegnern zu analysieren. Da kommt eine gewaltige Meinungsmacht und obendrein eine Menge Kapital zusammen. Da können die einzelnen Jagdverbände einpacken.
    http://volkert.caliber-corner.de/2014/07/08/ein-angriff-auf-die-jagd/
    Und die Waffengegner sind noch viel besser vernetzt mit kontakten bis hinein in die UNO.
    Deshalb müssen wir Waffenbesitzer uns ebenfalls vernetzen und endlich auch aus unserem kleinen Schneckenhaus herauskommen.
    Die Waffengegner arbeiten sehr erfolgreich daran Waffenbesitzer an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Hierzu muss man nur mal das „Meisterwerk“ von Herrn Zastrow (Das Töten geht weiter) lesen. Dort werden Waffenbesitzer mehrfach in die Nähe von Rechtsextremisten (z.B. dem NSU) gerückt oder zumindest am gesellschaftlichen Rand verortet. Herr Zastrow reserviert sogar ein komplettes Kapitel für eine Anleitung, wie Waffenbesitzer von Jedermann gezielt diskriminiert und gesellschaftlich ausgegrenzt werden können können.
    Deshalb müssen Waffenbesitzer unbedingt klarstellen, dass sie nicht am Rand der Gesellschaft befinden sondern mitten drin.

  7. Sehr geehrter Herr Michael Gast, Der DJV, die Hegeringe, Jagdschulen, Kreis- und Landesjägerschaften sollten sich mit jungen Leuten umgeben, die den Mut besitzen, 50 – 70 jährigen zu sagen, wir sind eine Evolutionsstufe weiter als ihr und ihr macht da Fehler.

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