Die höchste Pflicht des Volkes: der Obrigkeit zu gehorchen!

Während der Märzrevolution von 1848 wurde die Volksbewaffnung gefordert. Diese Volkswehr entsprach dem Gedanken der Französischen Revolution und beruhte auf dem Staatsverständnis der Volkssouveränität.

Beispielhaft hierfür ist etwa Art. 26 des Entwurfs der Verfassungsurkunde für den preußischen Staat vom 26. Juli 1848: „Jeder Preuße ist nach dem vollendeten zwanzigsten Jahre berechtigt, Waffen zu tragen. Die Ausnahmefälle bestimmt das Gesetz.“ Begründet wurde dies damit, dass das Recht, Waffen zu tragen, zu den Rechten eines freien Mannes gehöre.

In Deutschland und Österreich wurde diese Idee jedoch von Monarchen und oberen Militärs entschieden bekämpft, da man die Staatsmacht (Militär) nicht an das Volk abtreten wollte. (Wikipedia)

5 Jahre später schrieb Heinrich Heine dieses Gedicht:  Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen

Wir Bürgermeister und Senat,
Wir haben folgendes Mandat
Stadtväterlichst an alle Klassen
Der treuen Bürgerschaft erlassen.

Ausländer, Fremde, sind es meist,
Die unter uns gesät den Geist
Der Rebellion. Dergleichen Sünder,
Gottlob! sind selten Landeskinder.

Auch Gottesleugner sind es meist;
Wer sich von seinem Gotte reißt,
Wird endlich auch abtrünnig werden
Von seinen irdischen Behörden.

Der Obrigkeit gehorchen, ist
Die erste Pflicht für Jud und Christ.
Es schließe jeder seine Bude
Sobald es dunkelt, Christ und Jude.

Wo ihrer drei beisammen stehn,
Da soll man auseinander gehn.
Des Nachts soll niemand auf den Gassen
Sich ohne Leuchte sehen lassen.

Es liefre seine Waffen aus
Ein jeder in dem Gildenhaus;
Auch Munition von jeder Sorte
Wird deponiert am selben Orte.

Wer auf der Straße räsoniert,
Wird unverzüglich füsiliert;
Das Räsonieren durch Gebärden
Soll gleichfalls hart bestrafet werden.

Vertrauet Eurem Magistrat,
Der fromm und liebend schützt den Staat
Durch huldreich hochwohlweises Walten;
Euch ziemt es, stets das Maul zu halten.

Eine sehr schöne Interpretation dieses Gedichtes habe ich im Web gefunden:

Krähwinkel gilt als eine zutiefst spießbürgerliche Kleinstadt und wird manchmal als Vergleich herangezogen, um zu verdeutlichen, dass man einen Ort für ein langweiliges, spießiges und rückständiges Provinzstädchen hält.

Heine verdeutlicht in seinem Gedicht, dass Deutschland in seinen Augen genauso wie Krähwinkel ein verschlafenes Nest ist, dass sich bereitwillig alles von den Herrschenden diktieren lässt und keinerlei Ambitionen zur Revolution hat.

Mit der Aussage „das Räsonieren durch Gebärden soll gleichfalls bestraft werden” wird verdeutlicht, dass das Verhalten der Bürger bis ins kleinste Detail beobachtet wird. Denn sogar die Gebärdensprache wird wahrgenommen.

Durch diese Übertreibung zeigt Heine, wie überzogen die Gesetze des Senats und des Bürgermeisters sind. Das Zitat verdeutlicht zudem die großen Gefühlswellen des Volkes, dem keine Freiheit für Entfaltung gegeben wird. Offensichtlich hat der Staat insgeheim auch Angst vor dem Volk, das nach der Zeit der Aufklärung seine eigene Situation zu hinterfragen beginnt.

Washington Times vom 24. März 2014
Washington Times vom 24. März 2014

Was 2010 noch als Übertreibung interpretiert wurde, ist mittlerweile zur Wirklichkeit geworden.

Nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Grundschule im Dezember 2012 führte die „Null Toleranz Politik“ an Schulen und Kindergärten dazu, dass Kinder suspendiert wurden, weil sie mit dem Finger „Peng“ machten oder mit einer Seifenblasen-Pistole bzw. einer 3 cm großen Lego-Pistole in der Einrichtung auftauchten.

Berühmt wurde die Suspendierung eines 7-jährigen in Maryland, der seinen „Pop Tart“-Keks in Form einer Pistole abgebissen haben soll. (siehe Bild)

Im März 2014 waren diese Suspendierungen dem Staat Florida zuviel. Der Senat beschied vernünftigerweise ein Gesetz, das solchen „Null-Toleranz“ Übertreibungen einen Riegel vorschob. Das Gesetz bekam im Volksmund treffend den Namen „Pop-Tart-Bill„.

 

10 Gedanken zu “Die höchste Pflicht des Volkes: der Obrigkeit zu gehorchen!

  1. Dieses Gedicht sollte die Hymne jedes freiheitsliebenden Deutschen sein.

    Der Heine hat nicht nur seine Gegenwart beschrieben, sondern auch unsere. Und das mit einer zeitlichen Distanz von 150 Jahren.

    Auch von Heine, mein persönliches Lieblingszitat und im Hinblick auf die modernen Massenmedien passender denn je:

    „Augen gab uns Gott ein Paar,
    dass wir schauen rein und klar.
    Um zu glauben, was wir lesen,
    wär ein Auge g’nug gewesen.“

    Heine-Anleihen auf MT:

    http://meinungsterror.de/?p=205

    http://meinungsterror.de/?p=546

  2. Nur noch als Ergänzung: Die beiden Gründerväter der deutschen Sozialdemokratie (August Bebel und Wilhelm Liebknecht) forderten ebenfalls eine Volksbewaffnung nach dem Muster der Schweizer Milizarmee. Sie wollten damit ein Gegengewicht zum preußischen Militarismus schaffen.

    • Danke, Reservist.

      Diesmal hatte ich mich auf 1850 konzentriert. Aber die beiden Sozialdemokraten und der zweitwichtigste Punkt der 1. und 2. Internationalen Konferenz um 1900 herum, sollte ich dann auch mal angehen.

      Es ist schon erstaunlich, wie sich gerade die Sozialisten und Kommunisten vom Gedanken Volksmiliz verabschiedet haben, NACHDEM sie selber an der Macht und nicht mehr in der Opposition waren.

      Gleiches gilt für die GRÜNEN, die ebenfalls um 1980 herum eine Volksmiliz wollten. Damals waren sie APO (Außer-Parlamentarische Opposition) – genau wie die Genossen im Jahr 1900.

      Wie schnell sich doch die Sichtweisen auf Waffenbesitz ändern, sobald man nicht mehr APO, sondern an der Macht ist, ist erstaunlich.

      • Ach ja Katja, da gibt es noch ganz andere und viel bessere Aktionen. in den 70’zigern (vermutlich 76/77) forderte Schily (es könnte aber auch von Ströbele gewesen sein) doch allen ernstes öffentlich seine/seinen Mandanten (RAF) einen Waffenschein zu erteilen, damit Sie sich gegen Übergriffe des Polizeistaates wehren könnten, die ihnen ja ohnehin nach dem Leben trachten und Sie sich der Gefahr der Ermordung ausgesetzt sehen. Nun ja!

  3. Wenn wir schon dabei sind.

    Das erste Deutsche Waffen Gesetz wurde um 1875 erlassen, in der Zeit nach 1848 und gegen die aufstrebende Sozialdemokratie. Man hoffte sie damit von u offensichtlicher Forderungen abhalten zu können, den ohne Nachdruck ….. Darum sind Waffen im Volk wichtig.

    Rosa Luxemburg sympathisierte mit dem selben Gedanken und gerade weil sie eine Kommunistin war, bestätigt das die Richtigkeit des Gedankens. Im Kommunismus waren Waffen im Volk „nach“ der Revolution natürlich strengstens verpönt.
    Ich habs nun nicht mehr ganz genau im Kopf, aber Luxemburg äusserte sich einmal sehr Lobenswert über die Schweizer Wehrmänner mit ihrer Waffe im Haus. Sie meinte, wäre dem so in Deutschland gäbe es all die Exzesse nicht und es würde sich viel schneller alles zum besseren Wenden.

    Nun ja…………………..
    Ich denke das auch, allerdings ist die Schweiz nicht so einfach übertragbar, so etwas muss in Jahrhunderten gewachsen sein damit es gut und harmonisch in die Gesellschaft eingebettet ist.
    Leider will man gerade das Jahrhunderte alte auch hier aushebeln, denn es verhindert das sich der Schweizer Bürger allzu leicht manipulieren lässt.

    Aktuell geht es gerade um die Beschaffung eines neuen Flugzeuges.

    Hatte die Schweiz 1990 ca. 760-tausend Mann in der Armee, wurde sie seitdem auf 100-tausend heruntergehungert. Man kann nun diskutieren ob es eine echte Volksarmee braucht, aber sie schafft eben auch ein Volk mit einer Gemeinsamkeit die sich nicht mittels Ideologie einfach wegwischen lässt, sie stiftet Identität. Und das ist für mich ein echter Wert.
    Ich bin nun seit 14 Jahren ausgemustert, aber immer noch treffe ich Dienstkollegen im Einkaufscenter, auf der Strasse usw. und immer haben wir etwas zum Reden, Erinnern und eben das schafft eine Identität als Schweizer. Nicht nur, aber bei Männern doch ganz wesentlich.

    Da unsere Linken Parteien, und dazu zählt heute eine BDP. SP. GLP, CVP und einige kleine, uns in den Schoss der EU tricksen wollen, ist es wichtig diese Schweizerische Identität zu untergraben. Dieses Selbstbewusstsein von einer gewissen Einzigartigkeit, Erfolg und Tüchtigkeit. Und dazu gehört auch das die Waffe des Wehrmannes bei ihm Zuhause steht.

    Denn sie macht uns in unserem Empfinden zu unabhängigen Bürgern. Damit gehört auch der einfache Bürger zum Demos…..

    Nun ist aber diese Waffe nicht das einzige Zeichen von Selbstbehauptung. Auch die neuen Grippen Flugzeuge gehören dazu. Denn die sind …….nicht im Inneren, aber gegen Aussen, eines der Zeichen, das wir uns Eigenständig behaupten wollen.

    Und gerade das ist es was unsere Linken bekämpfen, denn das steht diametral zu ihren Zielen.

    Sie wollen unsere Identität mindern, die Armee abschaffen und dann aufzeigen das wir im Schosse der EU und somit auch der NATO, sicher geborgen sind.

    Darum will man den Grippen „abchiessen“, es geht um den Sonderfall Schweiz. Der wurde am 9. Februar vom Volk …..wieder fast alle Parteien, Verbände und Lobbygruppen erneuert.

    Und was tut unser Bundeslump Burkhalter, er will noch bevor die Frist zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative abgelaufen ist, das Volk über die sogenannten „Bilateralen“ Verträge mit der EU abstimmen lassen. Er will und mittels Konstitutionellem Abkommen in die EU führen ohne das wir es merken sollen. was würde so ein Bundesrat alles anstellen gäbe es da nicht ein Volk welches sich seine Rechte 1849 so effektiv gesichert hat.
    Die Schweiz war schon damals ein glückliches Land, denn sie hatte Köpfe die Escher, Ochsenbein, Dufour die unser Land demokratisch gestalteten. Und nicht vergessen, Alfred Escher war ein sehr reicher Mann und er hat sich trotzdem für unser Land eingesetzt.

    Den Sonderfall Schweiz wird es, ……nicht nur wegen der Waffen, aber eben doch auch deswegen, genau so lange geben wie es die Waffen des Schweizers noch gibt.

  4. Liebe Schweitzer,
    bitte bleibt euren Nationalstolz treu, eurer Wehrhaftigkeit und glaubt nicht den EU-Lügnern !
    Ich beneide Euch.
    Die Schweiz, die einzige Demokratie in EUROPA !

  5. Jean Cux………….

    So lange es solche Sturköpfe wie mich gibt, werden wir unsere Demokratie verteidigen.

    Danke vielmals….((((-:

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