Fakten-Check: Gesunde Ernährung

Das Bundesumweltministerium (BMUB) hat elf „neue Bauernregeln“ herausgegeben, die für 1,6 Mio. Euro in 70 Städten plakatiert werden sollen und die die von den Grünen eingeforderte „Agrarwende“einleiten sollen.

Ich habe die Argumente der Ministerin mal unter die Lupe genommen. Der erste Fakten-Check bezieht sich auf Pflanzenschutz, grüne Gentechnik, Glyphosat, Fleischkonsum, Antibiotika und Intensiv-/Massentierhaltung.

Gesunde Ernährung

wird vom Umweltministerium mit den folgenden Argumenten eingefordert:

Für eine gesunde Ernährung spielt auch die Produktion unserer Lebensmittel eine wichtige Rolle. Eine nachhaltige Landwirtschaft, die beispielweise weniger Pflanzenschutzmittel einsetzt, bewahrt unsere natürlichen Lebensgrundlagen und sichert eine rückstandsfreie Ernährung. Dafür wollen wir das Bewusstsein schärfen.

Daher setzen wir uns unter anderem für die Ausweitung von pestizidarmen Anbaumethoden ein – auch, um die Gesundheit der Böden und Gewässer zu erhalten. Dies tun wir auch innerhalb der Bundesregierung über den Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP), gesteuert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

In der intensiven Tierhaltung werden besonders viele Tierarzneimittel eingesetzt, insbesondere Antibiotika. Viele Bürgerinnen und Bürger sind besorgt darüber, welche Auswirkungen dies auf ihre Gesundheit und die der Tiere haben kann. Die Akzeptanz für diese Form der Tierhaltung sinkt. Die Intensivtierhaltung hat auch für die Umwelt erhebliche Folgen: Sie fördert die Entstehung von Feinstaub, Treibhausgasen, Stickstoffemissionen (insbesondere Ammoniak) und zieht große Güllemengen nach sich. Auch Tierarzneimittel und Gerüche belasten zunehmend die Natur – und damit auch uns.

Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass die Rechte der Kommunen bei geplanten Massentierhaltungsanlagen gestärkt werden und Bürgerinnen und Bürger künftig mehr Mitsprache bekommen, wenn eine große Tierhaltungsanlage in der Gemeinde gebaut wird.

Pflanzenschutz

Auf der einen Seite wirbt die Ministerin für weniger Pflanzenschutzmittel, auf der anderen Seite aber ist sie gegen grüne Gentechnik und Glyphosat, die genau das gleiche Ziel haben.

Zum Glück haben wir noch ein „Bundesinstitiut für Risikobewertung“ (BfR), in deren Kommissionen Wissenschaftler und nicht Politiker sitzen; z.B. die BfR-Kommission für Genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel, die sich u.a. um Fake News wie die Publikation von Tudisco et al. kümmert oder auch dessen Präsidenten Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, der zu Glyphosat Stellung nahm.

Grüne Gentechnik

Die Grüne Gentechnik ist die Anwendung gentechnischer Verfahren im Bereich der Pflanzenzüchtung. Derzeit werden als gentechnisch veränderte Pflanzen insbesondere herbizid- und insektenresistente Pflanzensorten vermarktet.

„Die grüne Gentechnik hat sich als Holzweg erwiesen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Diese sei für Umwelt und Natur riskant und werde von Verbrauchern nicht gewünscht. „Deshalb möchte ich, dass wir zukünftig immer von den neuen EU-Regeln Gebrauch machen, die die Gentechnikfreiheit in Deutschland garantieren können.“ (SZ Januar 2015)

Mehrere deutsche Akademien empfahlen 2015, „für die Risikobewertung zukünftig vor allem auf die spezifischen Eigenschaften neuer Pflanzensorten und nicht auf den Prozess ihrer Erzeugung abzustellen. Die Akademien sprechen sich gegen wissenschaftlich unbegründete pauschale Anbauverbote für GVO aus und empfehlen mit Nachdruck wissenschaftsbasierte Einzelfallprüfungen.“

Ende Juni 2016 haben mehr als ein Drittel der weltweit lebenden Nobelpreisträger die Mainauer Deklaration unterzeichnet, in der sie Regierungen weltweit dazu aufrufen, Anti-Gentechnikkampagnen allgemein (und die Kampagne von Greenpeace gegen Goldenen Reis im Speziellen) abzuweisen und Landwirten Zugang zu gentechnisch veränderten Saatgut zu ermöglichen.“ (Wikipedia)

Glyphosat

Hendricks will das Herbizid Glyphosat verbieten und wurde darin von den Grünen und Medien bestärkt. Diese Verbotspläne hatten 2016 zu einem Streit in der Koalition geführt, da das Landwirtschaftsministerium gegen solch ein Verbot ist. Ich habe die Debatte intensiv verfolgt und bin gegen ein Verbot, da ich die Fakten gelesen habe und nicht nur die Alarmmeldungen in den Zeitungen. So wurden die Fake News zu Glyphosat in der Muttermilch und Urin vom BfR widerlegt. Auch muss man die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Verbots beachten, wie auch die Auswirkungen auf die von Hendricks so geschätzten Klimaziele.

EU: Landwirte würden bei einem Wegfall von Glyphosat ihre Unkrautbekämpfung vermehrt auf mechanische Behandlung und selektive Herbizide umstellen. Ohne signifikante Anpassungen und Innovationen im Anbau würden sie hohe Ertragsverluste erleiden, die sich auf bis zu 14,5 Millionen Tonnen in der EU-25 summieren könnten. Um trotz geringerer Erträge das vorherige Produktionsniveau zu erhalten, müsste die Anbaufläche um bis zu 2,4 Millionen Hektar ausgedehnt werden. Eine solche Ausdehnung würde steigende Treibhausgasemissionen nach sich ziehen. Alternativ könnten mehr Agrarerzeugnisse von außerhalb der EU importiert werden.

Der Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Pestizidrückstände (JMPR) bewertete Glyphosat hinsichtlich Kanzerogenität seit 1993 mehrfach, zuletzt 2016. Den Bewertungen zufolge sind die über die Nahrung aufgenommenen Rückstände von Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich nicht genotoxisch und nicht kanzerogen. (Wikipedia)

Also insgesamt „viel Lärm um Nichts“. Sogar der Spiegel schaffte es, die Befürworter und Gegner von Glyphosat darzustellen und kam zu folgendem Fazit:

Umweltschützer wollen mit einem möglichen Glyphosatverbot ihrem Ziel näherkommen, eine Lebensmittelproduktion ohne Einsatz von Pestiziden zu erreichen. Landwirte und Wissenschaftler verweisen aber auf Probleme in der Praxis – und rechnen damit, dass Bauern auf möglicherweise problematischere Alternativen ausweichen.

Der SPIEGEL vom 13. April 2016

Fleischkonsum

Hendricks will auch aus Klimaschutzgründen den Fleischkonsum um die Hälfte halbieren. So steht es in ihrem „Klimaschutzplan 2050“. Das ist jedoch postfaktischer Unsinn, wie Udo Pollmer bereits im Jahr 2014 schrieb:

Weniger Fleisch könnte Klima & Umwelt  schaden!
Ein grundsätzlicher Trugschluss besteht in der Behauptung „Tierzucht raubt Ackerland“ – denn der Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln ist nicht überall möglich: gemäß FAO-Daten lassen sich rund 60% der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche ausschließlich zur Tierernährung verwenden.
Verzichtet man zugunsten einer Verringerung des Fleischkonsums auf die Nutzung dieser Flächen, so fehlen in der Folge auch die tierischen Lebensmittel, die daraus entstanden wären als Nahrungsquelle für den Menschen. Sie müssten deshalb auf andere Art ersetzt werden. Auch in unseren Ställen ist das allermeiste Futter Heu, Gras, Stroh und Überreste vegetabiler Produkte, wie zum Beispiel: Orangenschalen, Erdnussschalen, Mühlenabfälle, Reste der Brot- und Backwarenproduktion. Das alles kann der Mensch nicht verdauen und verwerten.
 Weitere Infos findet man in meinem Blog bzgl. der Kritik zum Fleischatlas hier: Link

Antibiotika und Gerüche

Ihr Hinweis auf Antibiotika und Gerüche wird ihr viele Ex-Städter als Wähler bringen. Wie oft erleben wir es, dass „naturverbundene“ Ex-Städter sich auf dem Land niederlassen, um dann gegen alles zu klagen, was das Landleben so mit sich bringt: Gülle ausfahren, auch am Sonntag mit lauten Maschinen die Ernte einfahren und dabei die Straßen verdrecken.

Auch die Angst vor multi-resistenter Keime, die mittels der Massentierhaltung auf den Menschen übertragen werden sollen, wird mit diesem Hinweis bestärkt. Nirgendwo findet man einen Hinweis darauf, dass

Intensivtierhaltung

Bauer Willi hat dazu einen sehr guten Artikel geschrieben: Massentierhaltung – Organisierte Tierquälerei? Hier ein Auszug:

Massentierhaltung … ist ein Kampfbegriff gegen jede Form der bäuerlichen Tierhaltung geworden. Und der Chor der Kritiker ist groß: Parteien, Prominente, Tierrechtler, Umweltschützer, Fernsehköche, Pfarrer: alle sind sich einig, dass es „so ja nicht weitergeht“.

Moderne Tierhaltung ist nicht „schön“ und „nostalgisch“ anzusehen. Sie ist hochspezialisiert, sie ist effizient, sie ist hygienisch. Und deshalb nennen wir sie auch „Intensivtierhaltung“.

Es gibt keine Misthaufen mehr, auf denen der Hahn kräht, keine Weide, auf der sich die Schweine im Schlamm suhlen. Und kaum noch Kühe, die in einem dunklen Stall an der Kette stehen. Ställe des 19. Jahrhunderts wären heute überwiegend nicht mehr erlaubt, weil sie den heutigen Tierschutzstandards nicht mehr entsprechen.

Die Realität heute: moderne, offene, licht- und luftdurchflutete Kuhställe, in denen sich die Kühe frei bewegen können mit automatischer Entmistung und Liegematten aus weichem Gummi. Die Kuh geht dann zum Melkroboter, wenn sie Lust drauf hat, holt sich ihr schmackhaftes und gesundes Futter wann sie will oder lässt sich an der Kuh-Bürste den Rücken massieren. Wellness-Hotels für Milchkühe. Das ist tiergerecht! Das ist tierfreundlich!

Und dabei ist es völlig egal, ob ein Betrieb 100 Milchkühe hat oder 600. Ab ca. 600 Rindern und 500 Kälbern beginnt aber für die Regierung die böse Massentierhaltung. BR hat einen Stallbetrieb über eineinhalb Jahre begleitet – sehenswert:

stallgeschichte.png

Nachhaltigkeit

Statt Fakten findet man stattdessen viel Ideologie, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit. Das BMUB ist sehr aktiv im Erstellen von Broschüren und Programmen, die jedoch – wie bei der Klimawende – sicherlich nur gut gemeint, aber schlecht gemacht sind. Das passiert zwangsläufig, wenn man Ideologie vor Fakten stellt.

ernaehrung

Deswegen habe ich heute, obwohl ich Petitionen nicht mag, heute hier unterschrieben:

Petition gegen das Bauern Bashing

8 Gedanken zu “Fakten-Check: Gesunde Ernährung

  1. Ich will den Grünen keine Arglist unterstellen, denn so gut wie kein Mensch ist wirklich bösartig. Dennoch halte ich es eher für subintelligent, wenn Ideologen, die nicht selten keinen Mistelzweig von einem Teichmolch unterscheiden können, in der Landwirtschaft oder Jagd herumpfuschen wollen – das geht immer schief.
    Eine positive Intention bewirkt schnell das Gegenteil, wenn darauf nur dumme Entscheidungen getroffen werden, die meist nur dem Bauchgefühl weltfremder Naivlinge entspringen, deren engster Kontakt zur Natur bestenfalls aus romantisiertem Wunschdenken oder sentimentalen Erinnerungen an die Filme von Walt Disney besteht.

  2. und die die von den Grünen eingeforderte „Agrarwende“einleiten sollen.

    Wußte gar nicht, daß die an der Regierung beteiligt sind? Die 8% „Volkspartei“ bestimmt mal wieder die Themen in der Volkskammer und treibt den Rest von der Nationalen Front vor sich her?

  3. Kennen sie als Jagdexpertin eigentlich den Fallwild Bericht von 2013/2014 des Deutschen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung?

    Denn seltsamer Weise finden Jäger finden immer häufiger kranke und verendete Fasanen, Hasen, Rehe und andere Wildtiere in der Nähe von Feldern, die mit Glyphosat gespritzt wurden.

    Das ist alamierend, denn auch in den toten Tieren finden die Forscher anscheinend Glyphosatrückstände:


    http://www.rwj-online.de/rwj/forschungsstelle/wildkrankheiten/warum-rehe-krank-werden—und-wie-man-ihnen-helfen-kann_6_1284.html



    Und da sie diese Fakten anscheinend noch nicht kennen, möchte ich auch gerne auf weitere Behauptungen von ihnen eingehen.

Denn sie behaupten u.a., dass „Grüne Gentechnik und Glyphosat“ das Ziel haben weniger Pflanzenschutzmittel einzusetzen.



    Wie können sie sich dann erklären, dass in Monsantos GM Saatgut und Roundup Mutterland, den USA, in den letzten Jahren der Pestizideinsatz stetig gestiegen ist?
    Wie sie bei Agrarheute nachlesen können:
    https://www.agrarheute.com/news/usa-7-prozent-mehr-pestizide-gentechnik-anbau




    Vielleicht liegt das daran, dass die US Farmer bereits auf einer Gesamtfläche von 250.000km2 glyphosatresistente Unkräuter haben, die die Kosten der Landwirte pro Hecktar in den letzten 10 Jahren von 25 auf 160 Dollar versechsfacht haben?

    
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-129339509.html

    
Vielleicht können sie kurz erklären, wie das zu ihrer Behauptung passt?



    Dann freuen sie sich über das BfR, der ganz wissenschaftlich Glyphosat als harmlos einstuft. Aber wissen sie auch, dass allein 3 der 13 BfR Pflanzenschutzexperten hochrangige Mitarbeiter der Glyphosathersteller BAYER und BASF sind:

    
http://www.bfr.bund.de/de/mitglieder_der_bfr_kommission_fuer_pflanzenschutzmittel_und_ihre_rueckstaende-189320.html

    
Das ist so wissenschaftlich, als wenn die Ingenieure von AUDI und PORSCHE den VW Abgasskandal untersuchen würden.

    Dann darf ich sie auch darüber informieren, dass das BfR von den 850 der 1200 Glyphosatstudien, einfach die Bewertungstexte der Glyphosathersteller ohne eigene Überprüfung übernommen haben:


    http://de.euronews.com/2016/06/30/mdb-ebner-zu-glyphosat-risiko-der-krebsgefahr

    Zudem hat das BfR Leserbriefe und Anwenderberichte der Monsanto Mitarbeiter als Studien ausgewertet. 



    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kampf-um-glyphosat-wenn-leserbriefe-von-monsanto-als-studien-gelten-1.2570374



    Das IARC hat im Gegensatz zum BfR mit 17 Wissenschaftlern 1 Jahr lang über 200 unabhängige Studien, die nicht von den Glyphosatherstellern durchgeführt wurden, analysiert, bis sie zum Ergebnis gekommen sind, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist.

    Oder wie beurteilen sie die Forschungsergebnisse von Prof. Dr. M. Krüger, Universität Leipzig, die selbst in den Organen von missgebildeten und tot geborenen Ferken Glyphosat gefunden hat.

    D.h. dass die Ferkeln bereits über die Plazenta der Sau Glyphosat aufgenommen haben, wie in dieser MDR FAKT Reportage gezeigt wird:

    
http://www.mdr.de/fakt/glyphosat-teratogene-wirkung-100.html

    Glauben sie, dass das Fake News sind?

    Dann führen sie die Glyphosatbewertung des FAO/WHo Joint Ventures JMPR als Beweise an, aber ohne zu sagen, dass die FAO erst im Herbst 2015 von der Gentechniklobby Organisation European Seed Associations €300.000 Spenden erhalten hat, wie man hier nachlesen kann:

    
https://www.euroseeds.eu/esa-hands-300000€-voluntary-financial-contribution-fao-it


    Und wer sind die Mitglieder der ESA?
    Die Glyphosathersteller Monsanto, Bayer, BASF und Co, die in der ESA ihr Industrieinteressen bei den EU Behörden auf Kosten der Gesundheit von 500 Mio EU Bürgen vertreten.


    Auch im industriefreundlichen JMPR sitzen Industrielobbyisten, wie Alan Boobis vom Industrieverband ILSI, die von den Chemiekonzernen und Glyphosatherstellern finanziert werden, wie man in dieser ARD Reportage erfahren kann:


    Können sie sich das erklären, dass die Forscher und Behörden, die von Glyphosatherstellern finanziert werden Glyphosat als harmlos einstufen, während unabhängige Forscher vor den Risiken warnen, die in öffentlich zugänglichen Studien belegt sind? 


    Hier finden sie übrigens einige der über 750 internationalen Studie, die genau die Gefahren von Glyphosat für Mensch und Tier belegen:


    http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    Sie behaupten: „Weniger Fleisch könnte Klima & Umwelt schaden!

    Wie können sie dann erklären, dass jedes Jahr 4 Mio. Tonnen Gensoja, das mit Glyphosat gespritzt wurde, aus Amerika an deutsche Nutztiere als Kraftfutter verfüttert wird?

    D.h. in Südamerika wird für deutsche Rinder, Kühe, Schweine…Regenwald gerodet, tonnenweise Pestizide versprüht, um das Soja dann mit riesigen Container Schiffen über 6000 km nach Deutschland zu verfrachten, wobei hunderttausende Tonnen Schweröl und Diesel in die Atmosphäre gepumpt werden.

    Und dass nur, damit wir hier billiges Fleisch haben von Tieren, die jedes Jahr über 210 Mrd Liter Gülle produzieren, und das Nitrat und Phosphor unser Grundwasser und die Meere verseuchen.

    Die Wasserwerke in Deutschland müssen jedes Jahr über 1,3 Mrd Euro in Filter und Kläranlagen investieren, um die landwirtschaftlichen Pestizide aus dem Wasser zu filtern.

    Darüber hinaus stoßen deutsche Rinder jedes Jahr 1,3 Mrd. Liter Methangas aus, das 300mal klimaschädlicher ist als C02.

    Wie kann man mit also ihrer Meinung nach mit Fleisch aus industrieller Massentierhaltung das Klima retten?

    Sie sagen, dass sie keine Hinweise gefunden haben, die belegen, dass multi-resistente Keime aus der Massentierhaltung auf den Menschen übertragen werden.


    Darum geht es aber auch gar nicht hauptsächlich, sondern vor allem darum, dass in der Massentierhaltung immer mehr sogenannte One-Shot oder auch Reserve-Antibiotika eingesetzt werden, da die Keime der Tiere bereits gegen die anderen Antibiotika resistent geworden sind, z.B. die Hühner:
    https://www.welt.de/gesundheit/article147083828/Turbomast-macht-Notfall-Antibiotika-unbrauchbar.html

    oder die Milchkühe:
    
http://www.wir-sind-tierarzt.de/2016/08/verschiebebahnhof-reserveantibiotika-eine-analyse/

    Und beim Milch- und Fleischverzehr essen schwangere Frauen, Kleinkinder, Alte und Kranke all diese vielen Antibiotika mit und werden so schleichend resistent gegen die Antibiotika, die ihnen in Krankenhäusern bei Infektionen gegen Keime verabreicht werden.

    Das können sie z.B. hier bei Ärzte gegen Massentierhaltung nachlesen:

    
http://www.aerzte-gegen-massentierhaltung.de
    Wie können sie sich das erklären?

    Und warum der Feldhamster durch die industrielle Landwirtschaft und Pestizide wie Glyphosat ausstirbt können sie nicht nur bei Frau Hendricks sondern z.B. auch im Bild der Wissenschaft nachlesen.


    http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/biologie/-/journal_content/56/12054/15665325/Todbringender-Mais/

    Ich freue mich auf klärende Kommentare.

  4. Tja, Frau Triebel, da frage ich mich doch wirklich, warum sie meinen kritischen und sachlichen Kommentar nicht veröffentlichen, denn so viel Fairness und Verantwortung hätte ich ihnen schon zugetraut.

      • Ah okay, das wusste ich natürlich nicht. Sehr freundlich, dass sie auch so fair sind, meinen kritischen und länger gewordenen Kommentar zu veröffentlichen. Ich freue mich auf Feedback. Danke.

      • Ihre Meinung ist ja hinsichtlich der vielen Links genauso belegt wie meine. Warum sollte ich diese nicht veröffentlichen?

        Es geht ja um die Debatte, darum dass was verbessert werden sollte – und nicht um Schuldzuschiebungen.

        Das BMUB hat übrigens reagiert und die Kampagne eingestampft, stattdessen soll es jetzt zu einem Bürgerdialog auf deren Seiten kommen: http://www.bmub.bund.de/dialog-landwirtschaft/

        Statt hier, könnten wir uns künftig dort streiten/auseinandersetzen/mit Fakten bewerfen 😉

        Zwischenzeitlich können Sie sich aber mal die Kritik am Fleischatlas durchlesen, die ich – mit zusätzlichen Links – gewürzt habe.
        https://katjatriebel.com/2015/01/03/falsch-verstandene-tierliebe-ii/

        Teil 1 Wasserverbrauch
        Teil 2 Fleischverbrauch
        Teil 3 „Fleisch essen ist böse“
        Teil 3: klein und bio = gut / groß und künstlich = böse
        Teil 4 Futtermittelimport

        Ich habe übrigens nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und kann auch nur auf Quellen verweisen, da ich weder Biologin, noch Wissenschaftlerin bin. Mir geht es um die verschiedenen Sichtweisen, sprich beide Seiten der Medaille. Es gibt nirgendwo im realen Leben schwarz/weiß, nur im Märchen. Und deswegen bin ich eine Verfechterin der „Try&Error-Methoden“ und Zielvorgaben statt Mittelvorgaben, die dann in nicht veränderbaren 5-Jahres-Plänen ausarten.

        Was das bedeutet? Das Ziel ist weniger Energieverschwendung, weniger Umweltbelastung. Das kann man mit Stichprobenkontrollen untersuchen. WIE man dahin kommt, sollte den Anwendern überlassen werden. Die Zielerreichung wird finanziell belohnt, die Grenzüberschreitung von Maximalwerten wird bestraft. So schürt man Wettbewerb um die besten und wirtschaftlichsten Ideen. Alles andere ist Mumpitz, weil die Mittelverwendung für die Zielvorgabe (z.B. Subvention von E-Autos oder Biogasfutteranbau) negative Folgen nach sich ziehen. Leider ist man jedoch in Brüssel und Berlin der Meinung, dass doch einige Leute „DIE Wahrheit“ kennen.

        Man muss jedoch nur die beiden Umwelt-Historien-Bücher von Reichardt und Radkau lesen, um zu sehen, dass Großprojekte fast immer ihr Ziel verfehlt haben, wobei kleine Try&Error-Projekte schnell gestoppt werden konnten und die guten kopiert wurden. Wir brauchen nur die letzten 1000 bis 2000 Jahre betrachten, um aus Fehlern zu lernen.

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