#Waffenlobby: VDB-Member

[Katja Triebel, Berlin, 13.06.21]

Ich bekomme fast täglich Anfragen zum Thema VDB-Member (dt. VDB-Fördermitglied). Was ist das? Soll man da mitmachen? Was machen die? Wie steht die GRA (German Rifle Association) dazu? Was hab ich davon?

Kurz für alle, die nur auf meine Meinung vertrauen: Ja, mitmachen.

Und hier die Hintergrundinformationen mit Links für alle, die wissen wollen, wie ich zu meiner Meinung komme:

Was ist der VDB?

Der VDB ist der „Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e.V.“, also ein Händlerverband. Unsere Firma ist da von Anfang Mitglied. Mein Vater Klaus Triebel war in den 80er Jahren für eine kurze Zeit im Vorstand. Mit dem Präsidenten Jürgen Triebel bin ich um zig Ecken verwandt, aber nicht verschwägert oder verheiratet. Der VDB ist Mitglied im Forum Waffenrecht (FWR) und im A.E.C.A.C. (Europäischer Verband des zivilen Waffenhandels).

Der zunächst sehr elitäre Verband mit 225 Büchsenmacherbetrieben wurde unter der Geschäftsführung von Wolfgang Fuchs für alle Waffenhändler geöffnet. Auch Händler, die „nur“ mit „Freien Waffen“ handeln und keine Büchsenmacher sind, waren nun als Mitglieder willkommen. Der Verband wuchs unter seiner Führung auf 1000 Mitglieder an. Seit 2013 ist Ingo Meinhard Geschäftsführer. Mit ihm zog ein neuer Stil ein. Die Webpräsenz wurde ausgeweitet und die politische Arbeit transparenter und intensiver. 2019 wurde die Satzung für Fördermitglieder geändert.

Was macht der VDB?

Die Hauptaufgabe des Verbands liegt natürlich in der Unterstützung seiner ordentlichen Mitglieder, also den 1.500 Händlern. Doch was wäre ein Händler ohne Kunden? Nichts!

Von daher ist der VDB mit den über 10.000.000 Kundenkontakten seiner Mitglieder pro Jahr DIE Schnittstelle zwischen den Herstellern und den Endverbrauchern, aber auch zwischen Politik und Bürgern. Im Gegensatz zu den anderen Fachverbänden, unterstützt er auch die Rechte und Interessen der Bürger, die nirgends „Zwang-“ Mitglied sind, aber entweder bereits irgendwelche Waffen besitzen oder künftig erwerben möchten.

Ich konnte seit 2013 erleben, wie intensiv sich der VDB in die Gesetzgebung einbrachte. Allein die detaillierten Stellungnahmen (21 + 51 Seiten) zum Gesetzesentwurf 2019 und die vielen Besuche bei zuständigen Politikern zeugen davon. In den zwanzig Jahren, in denen ich mich mit dem Waffengesetz beschäftige, waren es immer die Verbände der Sammler und die der Händler, die unabhängig waren und in der Öffentlichkeit fordernd auftraten.

Benedikt Krainz, vielen bekannt durch seinen Blog „meinungsterror.de„, schreibt dazu:

Dem Wunsch vieler Waffenbesitzer nach einer Art “deutscher NRA” konnten und wollte das FWR nicht gerecht werden, so bildeten sich im Laufe der Jahre immer wieder Interessenvertretungen wie “Prolegal”, “Förderverein Legaler Waffenbesitz” (FvLW) oder die “German Rifle Association” (GRA). Allen gemeinsam ist die fehlende Masse, fehlende Professionalität, fehlende Finanzausstattung und damit letztendlich die fehlende Durchschlagskraft.

“VDB-Member”: Jetzt kommt die Waffenlobby für Alle!

VDB-Member aus Sicht der GRA

Benedikt hat völlig Recht. Die GRA ist weder professionell, noch finanziell gut aufgestellt. Sie hatte sich von Anfang an gegen eine Mitgliedschaft entschieden, da Mitgliederverwaltung viel Arbeit macht. Von daher konzentrierte sich die GRA auf Online-Informationen und Aufklärung durch Ehrenamtliche. Nachdem der Gründer und Vielschreiber Marc Schieferdecker sich zurückzog, blieb die Hauptarbeit für PR bei mir. Gleichzeitig war ich jedoch intensiv eingebunden in die Gesetzgebung in Brüssel und Berlin. Und „nebenher“ musste ich seit 2013 zweimal meinen Krebs besiegen. Von daher kann die GRA nur punktuell Zeichen setzen. Aktuell konzentrieren wir uns auf Gerichtsprozesse, da es mittlerweile andere Mitstreiter gibt, die Aufklärung und Information bereitstellen.

Ich bin daher sehr froh darüber, dass es eine VDB-Fördermitgliedschaft gibt, die von einem professionellem Team verwaltet wird. Zudem wird dadurch das Ansehen und der Einfluss des sehr aktiven VDB gegenüber den Politikern gestärkt. Es macht eben einen Unterschied, ob man 1.500 oder 15.000 oder 1.500.000 Mitglieder repräsentiert.

Tipp: Macht beides!

Die Followership bei der GRA kostet nichts. Ab und zu organisieren wir einzelne Aktivitäten, die Geld benötigen, wozu wir dann um freiwillige Beiträge werben. Man kann aber Follower sein, ohne einen Cent auszugeben. Die Fördermitgliedschaft im VDB kostet inkl. Umsatzsteuer 36 Euro pro Jahr, also weniger als 10 Cent pro Tag. Und dafür gibt es so Einiges.

Was erhält man als VDB-Member?

Einige Dinge sind bereits umgesetzt (Rechte politisch stärken von allen und die Jagd-App). Zudem gibt ein Jahres-Abo von WM-Intern (ich habe das seit 20 Jahren abonniert) in Print oder Online. Man kann auch an Umfragen und Abstimmungen teilnehmen.

Die Juni 21 Ausgabe von WM-Intern ist aktuell für alle einsehbar. Ich empfehle hier das Interview mit Ken Smith auf Seite 9, einem der zur Zeit aktivsten VDB-Botschafter (neben Benedikt):

Quelle: Screenshot von WM-Intern Juni 2021 – Seite 9

Andere Dinge sind in Vorbereitung (Apps für allgemeine Themen, Sportschützen, Airsoft und Paintball. Anscheinend soll es auch künftig ein Forum geben für Mitstreiter. Weiterlesen: vdb-member.de

Dieser verschiedene vom Waffengesetz betroffene Interessensgruppen vernetzende Ansatz, verbunden mit einer professionellen Organisation im Hintergrund und unterstützt von engagierten On- und Offline-Aktivisten, könnte das VDB-Member-Programm tatsächlich zum Erfolgsmodell unter den “Interessenvertretern” machen. Endlich hat man nicht nur die Besitzer “scharfer” Waffen im Fokus, sondern holt auch die Besitzer bzw. Verwender freier, aber ebenfalls unter das Waffengesetz fallenden Gegenstände ins Boot. 

“VDB-Member”: Jetzt kommt die Waffenlobby für Alle!

Image-Film:

3 Gedanken zu “#Waffenlobby: VDB-Member

  1. Just go back to the 30s and get a load as to what the political whores did to control the population. Same thing is going on in America right now. The Democrats want to take the fire arms away from the American people in the worse way. Never mind the Second Amendment. What did Hitler say? „Frauen brauchen sich nicht zu Kü*mmern wenn die Abends durch den Wald gehen“* *Peter*

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    • Jeder Regierung, egal in welchem Land, geht es beim Waffenrecht nahezu ausschließlich um die Kontrolle der Bevölkerung. Das sagen sie bloß nicht und sie werden es auch nie zugeben. Das war im Mittelalter auch schon so. Da hat man die einfache Bevölkerung gerne über die Jagdgesetze (möglichst) waffenlos gehalten. Das Argument mit der öffentlichen Sicherheit ist nur der Köder, damit die Bürger die Entwaffnung schlucken.

      Weil Sie gerade den Gröfaz ansprechen: Stephen Halbrooks „Gun Control In The Third Reich“ werden Sie sicherlich kennen. Trotzdem spreche ich es hier wieder einmal an. David Kopel hat eine gute Rezension dazu geschrieben:

      Klicke, um auf 2013-10-27_gctr_nra.pdf zuzugreifen

      Deutsche Übersetzung dieser Rezension: https:// davekopel.org/Deutsch/David%20Kopel%20Buchbesprechung%20Fatales%20Erbe%20von%20Stephen%20Halbrook.pdf

      Pflichtlektüre für ALLE Bürger, nicht nur Waffenbesitzer!!!

      Für die deutschen Leser: Stephen Halbrook ist nicht irgendein kleiner Waffenbefürworter. In USA ist er der bekannteste Waffenrechtsanwalt. Er ist schon mehrmals vor dem US-Supreme Court aufgetreten und hat jedes Mal gewonnen.

      Gefällt 1 Person

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