Führerscheintest für Senioren?

Seit einigen Wochen „wirbt“ die Presse für Führerscheintest für Senioren. Aktuell wird eine Forsa-Umfrage verteilt, bei der Nichtbetroffene (unter 60 Jahren) sich mit großer Mehrheit (66%) für einen Zwangstest im Alter aussprechen. Auch bei den Lesern des FOCUS sind 40% für eine solchen Test.

Schaue ich mir jedoch die Unfallstatistik 2017 an, so würden wir – wenn überhaupt – ein Fahrverbot für 18-24-Jährige benötigen, um die Zahl der Verkehrstoten nochmals zu verringern. Zu beachten ist auch, dass  die absolute Anzahl der im Verkehr Getöteten bereits auf dem tiefsten Stand ist – trotz höchstem PKW-Bestand.

Wer den älteren Menschen das Auto nimmt, erhöht ihre Verletzlichkeit im Straßenverkehr, was wahrscheinlich zu mehr Verkehrstoten führen wird.

Mit 21% Bevölkerungsanteil sind Senioren (ab 65 Jahren) nur an 13% der Unfälle mit Personenschäden beteiligt, d.h. sie sind stark unterproportional vertreten.

Junioren (7% der Bevölkerung) waren bei jedem fünften Unfall mit Personenschaden (19,3%) als Fahrer die Hauptverursacher, d.h. sie sind extrem überproportional vertreten.

Es stellt sich zudem die Frage, ob jede zusätzliche Einschränkung eine unzumutbare Belastung für den Einzelnen darstellt, ohne signifikant die Sicherheit der Gesellschaft zu erhöhen. Haben wir bereits das Grenzrisiko erreicht?

  • 1953: 12.631 Verkehrstote bzw. 253 je 100.000 Fahrzeuge
  • 1970: 21.332 Verkehrstote bzw. 120 je 100.000 Fahrzeuge
  • 2017: 3.180 Verkehrstote bzw. 6 je 100.000 Fahrzeuge

Unfallstatistik der Senioren

Wer die Rechte anderer einschränken will, sollte nicht nur seinen Bauch befragen, sondern sich auch mit den Fakten und den möglichen Auswirkungen auseinandersetzen.

  1. Fakt ist, dass Senioren als Fußgänger sehr verletzlich sind
  2. Fakt ist, dass Senioren als Fahrzeugführer unterproportional zu ihrem Bevölkerungsanteil an Unfällen beteiligt sind.
  3. Fakt ist, dass Senioren als beteiligte Fahrzeugführer meist Hauptverursacher sind.

Beim dritten Punkt sollte man sich die Verkehrsdelikte genauer anschauen: Die häufigsten Fehler sind „Vorfahrt nicht beachten“ und Fehler beim „Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren“. Letzteres setzt immer eine geringe Geschwindigkeit voraus. Im Gegensatz zu den Junioren fallen Senioren seltener auf, wenn es um zu hohe Geschwindigkeit, Drängeln oder Fahren unter Alkoholeinfluss geht.

Ältere Menschen nehmen häufiger als – ungeschützte – Fußgänger am Verkehr teil und sind daher einem größeren Risiko ausgesetzt, schwerwiegende Verletzungen zu erleiden.

13,3 % aller Beteiligten an Unfällen mit Personenschaden waren mindestens 65 Jahre alt. An allen beteiligten Fußgängern stellten sie einen Anteil von 21,5 %, an allen Radfahrern von 16,9 % und an allen Pkw-Fahrern von 13,4 %. Damit hatte die Generation 65+ eine geringere Unfallbeteiligung als die anderen Altersgruppen. (Bevölkerungsanteil ist 21%)

Die Gesamtzahl der im Straßenverkehr verunglückten Senioren hat seit 1980 um 33,6 % zugenommen, während die Zahl der Getöteten dieser Altersgruppe in diesem Zeitraum um mehr als zwei Drittel (– 68,9 %) zurückgegangen ist.

Diese insgesamt positive Entwicklung traf jedoch nicht auf alle Arten der Verkehrsbeteiligung zu. Das bevölkerungsbezogene Risiko der Senioren in einem Pkw zu verunglücken, ist seit 1980 um 24,8 % gestiegen, das auf einem Fahrrad sogar um 63,0 %. Dagegen ist das Risiko älterer Menschen als Fußgänger zu verunglücken in diesem Zeitraum um 66,0 % gesunken.

Diese unterschiedliche Entwicklung dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass die heutige Generation der Senioren häufiger ein Auto oder Fahrrad nutzt als noch vor etwa 30 Jahren.

Unfallstatistik Senioren 2017 auf Destatis

Weitere Argumente gegen einen Führerscheintest

  • Senioren müssen relativ häufig Arztbesuche machen, viele wohnen in Gegenden ohne öffentlichen Nahverkehr.
  • Das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel setzt eine „Fußgänger-Tauglichkeit“ voraus. Einige Senioren sind zwar in der Lage, ihren Parkplatz zu erreichen, jedoch nicht in der Lage, Fußwege bis zum Bus zurückzulegen.
  • Fußgänger sind stärker im Straßenverkehr gefährdet als PKW-Fahrer.
  • Es gibt einen „natürlichen Aussiebeprozess“. Senioren, die nur noch eingeschränkt fahrtauglich sind, verursachen immer häufiger kleinere Unfälle, meist nur mit Sachschäden beim Einparken oder Abbiegen. Die Versicherungsgesellschaften reagieren darauf mit immer höheren Beiträgen oder gar Kündigung.
  • Viele Senioren schätzen ihre Fahrtauglichkeit selber richtig ein. Sie fahren nicht im Dunklen, nur bekannte Strecken, außerhalb von Stoßzeiten oder verkaufen freiwillig ihr Fahrzeug.

Verkehrstote verhindern I

Um Verkehrstote zu verhindern, müsste man nach der Statistik den 18-24 jährigen Junioren das Autofahren generell oder zumindest in Dunkelheit verbieten.

Diese Bevölkerungsgruppe fiel insbesondere mit Rasen und Drängeln auf, insbesondere die männlichen. Würde man nur die Statistik betrachten, müsste man ihnen – schon um die jungen Leute vor einem tödlichen Verkehrsunfall zu schützen – das Fahren ab 19 Uhr verbieten.

18- bis 24-jährige Verkehrsteilnehmer haben immer noch das mit Abstand höchste
Unfallrisiko im Straßenverkehr.  16,1 % aller Verletzten und 12,4% aller Getöteten im Straßenverkehr [waren] im Alter von 18 bis 24 Jahren, obwohl nur jeder 13. der Gesamtbevölkerung (7,7 %) dazu zählte.

Häufiger als andere Altersgruppen verunglücken die 18- bis 24-Jährigen als Benutzer von Pkw. Jeder fünfte Unfall mit Personenschaden (19,3 %), bei dem ein Pkw-Fahrer der Hauptverursacher war, wurde von einem 18- bis 24-Jährigen verursacht.

65,3 % der jungen unfallbeteiligten Pkw-Fahrer wurden von der Polizei als Hauptverursacher eines Unfalls mit Personenschaden eingestuft.

Betrachtet man nur die besonders schwerwiegenden Unfälle, das sind die Unfälle
mit Getöteten, so hatten in 2017 bei den 18- bis 24-jährigen Pkw-Fahrern die Unfallursachen „nicht angepasste Geschwindigkeit“ (32,3 % der Unfallbeteiligten), „falsche Straßenbenutzung“ (14,7 %) und „Alkoholeinfluss“ (6,2 %) eine wesentlich höhere Bedeutung als bei allen Unfällen mit Personenschaden.

In der Zeitspanne zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens starben im letzten Jahr 39,8 % der insgesamt 394 getöteten jungen Erwachsenen, während der entsprechende Anteil der übrigen Altersgruppen nur 21,7 % betrug. (Ihr Bevölkerungsanteil ist 7,7%).

Unfallstatistik 18-24-Jährige 2017

Verkehrstote verhindern II

Anscheinend machen wir bereits irgendetwas richtig, ansonsten wäre der Rückgang der Verkehrstoten trotz extremer Zunahme der vielen PKWs nicht so drastisch.

Schaubild Verkehrstote
Bildquelle: Unfallstatistik 2017

Die erzielten Fortschritte in der Verkehrssicherheit sind über einen langen Zeitraum betrachtet also immens. Die Zahl der Getöteten ging bundesweit seit 1970 um 85,1 % zurück. Die Zahl der Verletzten sank um ein Drittel (– 32,5 %).

Die Entwicklung ist umso bemerkenswerter, da gleichzeitig der Kraftfahrzeug-Bestand stark gestiegen ist: 1953 hatte es nach Aussage des Kraftfahrtbundesamtes in Deutschland 4,8 Millionen zugelassene Kraftfahrzeuge gegeben. 2017 waren es 57,6 Millionen, also 12-mal so viele. Bezogen auf 100 000 zugelassene Fahrzeuge ist das Risiko, bei Unfällen im Straßenverkehr zu sterben, somit deutlich gesunken: 1953 waren auf 100 000 Fahrzeuge rund 265 Getötete gekommen, 1970 waren es 102 Getötete und im Jahr 2017 noch 6 Getötete.

Im Jahr 2017 kamen 1 077 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben,
60 079 wurden verletzt. Damit starb mehr als jeder Dritte (34 %) aller im Straßenverkehr Getöteten bei Unfällen aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit.

Unfallstatistik 2017

Wo bleibt die Risikokompetenz?

Googelt man nach Risiko, so findet man Tausende Artikel in Bezug auf Wirtschafts-Wissenschaften und Arbeitssicherheit, aber kaum etwas zu Grenzrisiken für die Gesellschaft.

Das Grenzrisiko bezeichnet das „allgemein akzeptierte“ Risiko für Gefahren, die zu einer bestimmten Tätigkeit gehören. Akzeptiert wird ein Risiko dann, wenn die Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Schadens den Menschen erträglich erscheint.  (Wikipedia)

In der Wirtschaft gibt es viele Berechnungen, mit denen versucht wird, die Auswirkung präventiver Maßnahmen auf das Risiko einzuschätzen. Irgendwann ist dort ein Punkt erreicht, wo die Kosten-Nutzen-Analyse zeigt, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen so geringe Auswirkungen haben, dass sich der Einsatz nicht lohnt.

Ich bin mir sicher, dass ein Führerschein-Test für Senioren eine unnütze Präventionsmaßnahme ist und sogar die Zahl der Todesopfer erhöhen wird.

Es ist davon auszugehen, dass viele Senioren den Test nicht bestehen, da ein Zwangstests sinnlos wäre, wenn fast alle es schaffen. Die Durchgefallenen müssten dann ungeschützt als Fußgänger am Verkehr teilnehmen und würden auf wichtige Arztbesuche oder auch Freizeitaktivitäten verzichten, die ihren Gesundheitszustand verbessern, da ihnen ihre Mobilität entzogen wurde.

Die Einschränkung der Betroffenen ist um ein Vielfaches größer als der gesellschaftliche Nutzen.

Dazu muss man sich nur die Zeitreihen anschauen und die Statistik lesen. Senioren sind unterproportional an Unfällen beteiligt und fallen selten durch zu hohe Geschwindigkeit und Drängeln (Hauptunfallursache für Verkehrstote) auf. Also sollte man sie in Ruhe lassen!

Anscheinend gibt es jedoch von der Regierung ein Nudging in Richtung Fahrverbot für Senioren oder viel zu viele junge Journalisten, die mit ihrer „Haltung“ die „Welt verbessern wollen“. Ansonsten würde die Presse davon nicht am laufenden Band ohne Gegenargumente berichten….

15 Gedanken zu “Führerscheintest für Senioren?

  1. Wieder einmal sehr schön recherchiert, Frau Triebel!

    Eine pauschale Antwort kann man hier kaum geben. Ich wohne In Oberbayern. Die Verkehrsdichte ist hier enorm. Viele Straßen sind an ihrer Kapazitätsgrenze. Hier kann man sich als Fahrer keinen Fehler mehr leisten, sonst scheppert es sofort. In Ostdeutschland sieht es dagegen ganz anders aus. So ist z.B. meines Wissens die Verkehrsdichte in Mecklenburg-Vorpommern um etwa zwei Drittel niedriger als hier in Oberbayern. Das sind gewaltige Unterschiede.

    Dann kommt es darauf an, wie die älteren Herrschaften mit ihren größer werdenden physischen Einschränkungen umgehen. Die meisten sind sich wohl ihrer zunehmenden Defizite bewusst und fahren weniger oder zu verkehrsarmen Zeiten. Dann gibt es leider auch diejenigen, die nicht kürzer treten (wollen) und dann unter Umständen für spektakuläre Unfälle – leider auch mit Toten – sorgen. Muss z.B. ein 80-Jähriger zum Bergwandern mit dem Auto fahren? Meines Erachtens nicht. Der kann und soll den Zug nehmen.

    Es ist auch ein großer Unterschied, ob jemand, der im urbanen Bereich wohnt, seinen Führerschein abgeben soll oder ob es sich um jemanden handelt, der auf dem Land wohnt. Für Letzteren wird das katastrophal sein, weil er nirgendwo mehr hinkommt.

    Ich appelliere hier vor allem an das Verantwortungsbewusstsein und die Klugheit der Älteren. Man darf nur fahren, wenn man sich fit fühlt und wenn man sich die Strecke auch noch wirklich zutraut. Ansonsten muss das Auto stehen bleiben.

    Insgesamt beobachte ich schon seit längerem diese Meinungsmache gegen ältere Autofahrer. Das ist eine weitere Schiene, über die die individuelle Mobilität eingeschränkt werden soll. Die obigen Zahlen kommen u.a. von Focus und Forsa. Na ja, Relotius lässt grüßen. Die Kontrollwut des Staates nimmt immer üblere Ausmaße an. Allein schon deswegen bin ich gegen Zwangstests und Fahrverbote für Altere. Dadurch würden unzählige Härtefälle entstehen. Warum soll jemand seinen Führerschein abgeben, der sich seiner Defizite bewusst ist, sich entsprechend verhält und auch niemanden gefährdet? Nur weil ein paar alte Dummköpfe ihre Einschränkungen nicht erkennen, kann man nicht eine ganze Altersgruppe bestrafen. Über Zwangsprüfungen kann man erst reden, wenn die älteren Fahrer (im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung) mehr Unfälle verursachen, als die Altersgruppe 18 bis 25. Bis dahin ist es aber noch ein extrem weiter Weg.

    Ich denke hier geht es in Wirklichkeit um drei Dinge:
    (1) Fette Gewinne für die Unternehmen, die diese Tests durchführen würden
    (2) Immer noch mehr staatliche Kontrolle: der Bürger soll wieder zum Untertanen werden, ähnlich wie im Mittelalter oder in der DDR
    (3) Weitere Einschränkung individueller Mobilität (zusätzlich zu Dieselverbot, CO2-Abgaben, Zwang zum E-Auto usw.), wodurch die Bürger ebenfalls besser kontrollierbar sind.

    Zwangstests zur Prüfung der Fahrtauglichkeit bei Senioren lehne ich daher entschieden ab.

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  2. Hallo Katja,

    als Sportschütze bin ich auch immer sehr hellhörig, wenn jemanden etwas verboten werden soll. Ich sage auch nicht, dass Alte nicht mehr Auto fahre sollen. Du machst jedoch einen großen Denkfehler: Du unterstellst den Ü60, dass sie alle oder zumindest die meisten von denen durch eine solche Prüfung fallen würden.

    Abhängig davon, was du von der allgemeinen Führerscheinpflicht bzw. die dazugehörize Prüfung hältst, kann das nur zwei Dinge bedeuten:

    1. Wenn du die Führerscheinpflicht sinnvoll findest, dann unterstellst du genau denen, die du eigentlich verteigen möchtest, dass sie eben doch nicht im Sinne der Prüfungsvoraussetzungen geeignet sind, egal was die Statistik sagt.

    2. Wenn du die Führerscheinplficht bzw. die Prüfung generell als nutzlos empfindest, dann frage ich mich, warum du Klientelpolitik für die Ü60 machst, anstelle bei der Gelegenheit die komplette Abschaffung dieser Hürde zu fordern.

    Ich bin ein großer Fan von dir und ich will dich damit nicht angreifen, aber in meinen Augen ist deine Argumentation diesbezüglich unschlüssig.

    Ansonsten ist es tatsächlich auch meine subjektive Wahrnehmung, dass Ü60 zwar regelmäßig nerven, aber die wahren Gefährder eher bei den hochmotorisierten Fahrzeughaltern sowie bei der abenteuerlustiten Jugend zu finden sind.

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    • 1. Wenn niemand durch den Test fallen würde, dann bräuchte man auch keinen Test. Also ist ein zusätzlicher Test nur sinnvoll, wenn viele durchfallen. Steht auch so in dem Text.

      2. Ein Führerschein ist für Anfänger sinnvoll. Die haben ja 0% Ahnung. Ich bin für Anfängertests – egal ob Autofahren oder Waffenbesitzen oder Waffenführen. Die erworbene Sachkunde und das Üben unter Aufsicht mit einem Gegenstand, der bei unsachgemäßer Anwendung zu signifikanter Gefährdung der Allgemeinheit führen kann, senkt nachgewiesen diese Gefährdung.

      Fazit: Ich finde meine Argumentation sehr schlüssig.

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      • Das kommt dann darauf an, was für einen Test die Ü60 durchlaufen sollen. Wenn man ihnen einen extra schweren Test gibt, um ein Durchfallen geradezu erzwingen, dann ist das natürlich vollkommen unakzeptabel. Wenn man mit Ü60 jedoch einfach noch einmal den „Beginner-Test“ durchlaufen muss, dann kann ich darin kein allzu großes Problem erkennen. Wie du bereits sagst: Statistisch sind Ü60 die besseren Fahrer, also sollten diese den Test leicht bestehen. Probleme hätten dann nur solche Menschen, die tatsächlich nicht mehr über ausreichende kognitive Fähigkeiten verfügen, für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr.

        Tatsächlich würde ich so einen Test jedoch erst ab 70 durchführen, weil mit 60 sollten die meisten noch ausreichend fit sein. Und wenn man diesen Schritt geht, dann sollte man in jedem Fall auch etwas gegen die hohe Unfallzahl bei den Jungen Fahrern machen. Anderenfalls geht man das Problem tatsächlich von der falschen Seite an.

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    • Ich finde, man muss die Intention dieser Geschichte auch beruecksichtigen. Da wird wieder einmal am falschen Rad gedreht – nur, um „Eindruck zu schinden“.
      Ich denke, die Fuehrerschein-Pruefung ist in der derzeitigen Regelung vollkommen ausreichend – da kann man nur „verschlimmbessern“. Die Nutzung eines PKW ist auch ein Stueck Freiheit!

      Wenn ich sehe, wie leichtfertig am Samstag-Abend die jugendlichen „Disko-Fahrer“ durch die Gegend huschen, wird mir ganz anders. Wenn ich sehe, dass die „Mittlere Generation“ regelmaessig sorglos waehrend der Fahrt mit Kindern im SUV am Handy spielt, frage ich mich, warum da nicht schaerfer durchgegriffen wird.

      Usache und Wirkung – das sind die Punkte, die zu beruecksichtigen sind. Nicht welche Gruppe kann ich am leichtesten gaengeln und wo kann meine Klientel noch ein paar „Gebuehren“ einsacken.
      Die leichtfertige Akzeptanz irgendwelcher neuer, verordneter Huerden und „Pruefungen“ halte ich fuer sehr leichtsinnig und in der Folge fuer immer staerkere Gaengelung muendiger(?) Buerger.
      Pruefungen und Ueberpruefungen muessen schon einen sinnvollen Hintergrund haben, sonst sind sie einfach nur „Gebuehrenabzocke“ und nicht mehr.

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  3. Hallo Fr. Triebel – haben Sie bereits den neuen Entwurf zum Waffengesetz einsehen können , und viel wichtiger: Werden Sie Ihr Wissen und Kommentare diesbzgl wieder veröffentlichen?
    Sie sind bzgl Fachwissen und Genauigkeit schon eine Ausnahme und ich lese Ihre ausgewogene und fachkundige Meinung mit Genuss (Wann kommt endlich ein Buch !!! 😉 )

    Ich habe es überflogen (130 Seiten) und bin ehrlich geschockt über die Maximalforderung der Gestalter. Persönlich habe ich das Gefühl man möchte allen anderen EU Mitgliedern beweisen wie schön restriktiv man das auslegen kann…

    Ich hoffe auf Ihren Input und Hilfe .

    Mit freundlichem Gruß

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  4. Aus dem oben gelinkten Focusartikel geht hervor, dass manche die Fahrtüchtigkeit bereits ab dem 60. Lebensjahr in Frage stellen und damit überprüfen wollen. Dann frage ich mich, wie das zur Rente mit 67, 70 oder 75 passt. Mit 60 geht es also dann mit dem Fahrrad zur Arbeit?

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  5. Man muss einfach alles verbieten, Menschen über 60 wählen außerdem überwiegend konservativ, braucht keiner. Autos brauchen die auch nicht, kommen doch mit ihren Reflexen bei 3er BMW-Fahrern niemals nicht mit. Brauchen ewig beim Einparken, kurz sind einfach eine Zumutung. Ich bitte unsere Verbotspartei um schnelle und abschließende Massnahme. Alte Menschen essen auch zuviel Fleisch und kaufen keine Bio-Produkte. Außerdem sind viele Jäger darunter. Ich sag nur ein Wort: WAFFEN. Die Rente sollte erst mit 90 gewährt werden, wer soll sonst die ganzen Hartz 4 Leistungen erbringen?
    Zu dick aufgetragen? Nö, bei dem Thema nicht!

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  6. Nun ja, mein Vater fuhr Auto bis er 92 war.
    Er hat seinen Führerschein erst mit 50 gemacht, denn vorher hatte er ja seinen Traktor und sein Reit-Pferd.
    Auch er konnte sich mit 92 nicht mehr sehr gut drehen und nach Hinten sehen. Aber Heute hat man Autos mit Sensoren, Rückfahrkammeras usw. die einem das im Alter sehr erleichtern.
    Natürlich musste er auch regelmässig zum Gesundheitstest, den er immer Problemlos bestand.

    Also mit 92 zum letzten mal, denn er fand nun sei es Zeit um den Schein abzugeben.
    Das hatte übrigens den Grund weil ihn einige ältere Frauen ständig darum baten sie doch zum Coiffeur und dergleichen zu fahren. Also, er fuhr sie, ….dann warten …..2 Stunden bis die Haare fertig waren, aufm Rückweg noch zur Post oder in die Migros und nochmals 30 Minuten warten.
    Zur Belohnung gabs dann ein Trinkgeld…. 2 oder auch mal 5 Franken….((-:

    Also er meinte dann, wenn er keinen Wagen mehr hat muss er auch nicht nein sagen und Ruhe ist.

    Generell aber hat ihm sein Wagen doch sehr viel Lebensqualität ermöglicht, denn zum Kartenspiel, zu Kollegen, zu nuns nach Hause oder sonst was, mit dem Alter geht man nicht mehr so leicht zu Fuss und ebenso nicht mehr gerne mit dem Bus.

    Mir sagten auch einige…..was ist wenn er einen Unfall hat und dabei ums Leben kommt.
    Ich sagte dann jeweils….. Perfekt, das wäre das perfekte Ende für ein aktives Leben.
    Schnell und ohne langes Vorgeplänkel.
    Für uns wäre das kein Problem gewesen.

    Dann hiess es, aber so alte würden die anderen Verkehrsteilnehmer gefährden.

    Ich entgegnete dann jeweils, das würden die Jungen nach allen Statistiken viel mehr tun.

    Mein Vater fuhr so ab 88 schon sehr langsam, sicher oft auch ärgerlich für die anderen Autofahrer.
    Aber wer dem langsam fahrenden alten Mann nicht ausweichen konnte, wegen dem einen Unfall baute, dem war selber nicht zu helfen.
    So alte Fahrer sind oft mehr wie Rücksichtsvoll…. erzwingen keinen Vortritt mehr, Rasen nicht, sind halt einfach langsam weil sie ihr Auto nicht beschädigen wollen.
    Sie sind sich bewusst das sie aufgrund ihres Alters langsamer sind….. und fahren entsprechend.
    Und sie wissen auch sehr oft wann es denn genug ist, kaum einer wird in der Grossstadt mit 92 noch im Stau unterwegs sein wollen.

    Ab einem gewissen Alter werden die Freuden die man hat immer weniger.
    Ein guter Wein, gutes Essen, ein Kartenspiel, eine kleine Ausfahrt, dass sind die letzten Freuden die man hat wenn man über 90 ist. Die meisten Kollegen mit denen man sein Leben verbrachte sterben weg und man ist irgendwann der „letzte“…. so man denn 90, 95, 100 wird.

    Was soll man denen ihr Auto vermiesen, sie quasi noch entmündigen ……nachdem sie so viele Jahrzehnte tüchtig in der Verantwortung standen und mitgeholfen haben, das unsere Länder im Wohlstand leben können ?

    Nein, sowas kann nur eine Gesellschaft erdenken die nicht mehr mit „dem Alter“ lebt, die ihre „Alten“ im Altersheim ablädt und also kaum noch persönlich miterlebt was alt werden heisst.

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  7. Update Mai 2019

    Die Befristung von Fahrerlaubnissen für ältere Fahrer wird lediglich das Einfallstor sein für massive Einschränkungen beim Recht, ein Fahrzeug führen zu dürfen. Sehr entlarvend ist, was die EU im Führerscheinrecht plant.

    Angela Merkel 2017: „Wir werden in 20 Jahren nur noch mit Sondererlaubnis selbstständig Auto fahren dürfen.“ Da hat das Publikum noch gelacht.
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article165359594/Als-Merkel-in-die-Zukunft-blicken-soll-lacht-das-Auditorium.html

    Die „Vertraulichen Mitteilungen“ melden heute: „EU verlangt befristeten Führerschein“

    „Die Europäische Union hat mit Unterstützung der Bundesregierung in ihrem Programm zur EU-weiten Befristung von Fahrerlaubnissen einen deutlichen Fortschritt erzielt. Nach Jahren gestaffelt müssen nun auch alle deutschen Führerschein-Besitzer ihre Papiere in solche mit einem Ablaufdatum umtauschen.

    Zwar soll zunächst noch generell der Anspruch auf die Ausstellung eines Führerscheins unbefristet bestehen bleiben, das ausgestellte Dokument wird aber nur noch 15 Jahre gültig sein.

    Verschiedene Andeutungen von Berlins und Europas Machthabern aber weisen bereits darauf hin, daß man die Erteilung der Fahrerlaubnis zukünftig generell befristen möchte.

    So ebbt die Diskussion um Fahrtauglichkeitstests für ältere Führerscheininhaber nicht ab und es kommen immer lautere „Gedankenspiele“ zutage, die Fahrerlaubnis an die „korrekte“ politische Gesinnung zu binden. Es gab schließlich bereits ernsthafte Überlegungen, politisch nicht genehmen Personen die Fahrerlaubnis entziehen zu können.

    Mit einem nur noch 15 Jahre gültigen Führerschein und der logischerweise folgenden, regelmäßigen Abkassiererei in Form von Verlängerungsgebühren geht eine weitere bedenkliche Entwicklung anheim:

    Bislang mußte der Staat aktiv werden, um eine Fahrerlaubnis zu entziehen. In Zukunft muß der Inhaber eines abgelaufenen Führerscheins dessen Verlängerung bzw. Neuausstellung beantragen und damit in letzter Konsequenz den Staat um Erlaubnis bitten, weiter Auto fahren zu dürfen.

    Daß diese weitgehende Einschränkung von Bürgerrechten ohne Kommentar der großen Automobil-Clubs, Automobil-Interessenvertretungen und der angeblich die Bürger vertretenden politischen Funktionäre geschieht, ist Skandal und Alarmsignal zugleich.“
    https://www.goldseiten.de/artikel/412790–EU-verlangt-befristeten-Fuehrerschein.html

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