Statistik der Bundesregierung zu Amokläufen

Die  Antwort der Bundesregierung zu einer umfangreichen Kleinen Anfrage der Grünen wird von den Grünen und den Medien missbräuchlich verwendet.

Amoklauf-Statistik: Waffen der Täter meist legal und registriert

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Eine neue Statistik über Amokläufe in Deutschland könnte eine Debatte über die Verschärfung des Waffenrechts in Gang setzen. Nach Angaben der Bundesregierung sind bei den sieben Amokläufen seit 2002 in der Mehrzahl amtlich registrierte Waffen benutzt worden, die überwiegend legal im Besitz der Täter waren. Bei den Taten … waren insgesamt 51 Menschen ums Leben gekommen.

Die Grünen im Bundestag … zeigten sich alarmiert und forderten eine Gesetzesverschärfung. … „Die Munition muss mit klar geregelten Zugangsbestimmungen an einem anderen Ort gelagert werden“, sagte Mihalic. Die öffentliche Sicherheit müsse absoluten Vorrang haben. (dts Nachrichtenagentur vom 01.08.2014)

Bei Überprüfung der Statistik erweisen sich diese Aussagen als falsch

Frage 22 der GRÜNEN: Wie viele registrierte und wie viele illegale Schusswaffen wurden bei Amokläufen in Deutschland mit Schusswaffeneinsatz seit dem Jahr 2000 nach Kenntnis der Bundesregierung von den Tätern verwandt?

Antwort der Bundesregierung:

Es existiert kein einheitliches Verständnis des Begriffs „Amoklauf“. [..] Eine systematische Auswertung der gemeldeten Fälle im Sinne der Fragestellung ist daher nicht möglich. Die in Betracht kommenden Taten stellen phänomenologisch Einzelfälle dar. Vor diesem Hintergrund konnten beispielsweise die in der Öffentlichkeit als Amokläufe bekannt gewordenen Fälle recherchiert und zu diesen wiederum Aussagen im Sinne der Fragestellung getroffen werden. Die nachfolgende Aufzählung erhebt vor diesem Hintergrund keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wollen wir der Bundesregierung zu Gute halten, dass sie in der Antwort auf die Unvollständigkeit mehrmals hingewiesen hat. Trotzdem ist die Auswahl der Amokläufe zu bemängeln, sowie der fehlende Hinweis zu Studien und Auswertungen.

  • Dies ist keine neue Statistik, sondern eine unvollständige Aufzählung einiger Amokläufe
  • Bei dieser willkürlichen Aufzählung kamen 45 und nicht 51 Menschen ums Leben.
  • Über 40 Amokläufe, die nicht in den Medien breitgetreten wurden, wurden vergessen zu erwähnen, darunter 5 „School Shootings“.

Die Ärztezeitung vom 11.04.2012 veröffentlichte die Täterprofile einer Studie, die von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Magdeburg durchgeführt wurde. Dort wurden 97 Amokläufe zwischen 1990 und 2010 untersucht.

  • Peter und Bogerts stellten dabei fest, dass sich von 1990 bis 1999 insgesamt 50 Amokläufe ereigneten, durchschnittlich fünf pro Jahr, und im darauf folgenden Jahrzehnt 45 Taten.
  • Eine Zunahme von Amokläufen hat es also nicht gegeben. Allerdings zeigen die Magdeburger Forscher einen besorgniserregenden Anstieg der „School Shootings“ auf: von einer Tat im Zeitraum 1990 bis 1999 auf sieben in der darauf folgenden Dekade.
  • Ein interessantes Detail: Drei Viertel aller Amoktäter waren vor ihrer Bluttat wegen einer psychiatrischen Erkrankung in Behandlung.
  • 27 Amokläufer (25 Taten) von den 45 Taten wurden dezidiert untersucht.

Prof. Dr. med. Volker Faust hat sich diese Studie genauer angeschaut:

  • Nur bei jedem vierten Amokläufer waren im Kindes- bzw. im Jugend- oder Erwachsenenalter keine seelischen Vor-Erkrankungen bekannt.
  • Bei fast jedem dritten Täter waren im Vorfeld des Amoklaufes Suizidgedanken, bekannt geworden.
  • Jeder fünfte hatte schon versucht, sich das Leben zu nehmen.
  • Vor der Durchführung des Amoklaufes waren bei jedem Zweiten sozial-stabilisierende Faktoren weggebrochen, konkret: Trennung von der Ehefrau, Kündigung des Arbeitsverhältnisses u.a.m.
  • 44% der Amokläufer waren durch Vorstrafen bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten.
  • Schusswaffen sind mit weitem Abstand die häufigsten Tatwaffen: mehr als jeder zweite Fall. Danach kommen in fast jedem fünften Fall Stechen und Erschlagen, in jedem Zehnten eine Amok-Fahrt.

Nach den beiden School Shootings in Erfurt und Winnenden gab es umfangreiche Waffenrechtsänderungen. Trotzdem wurden nach 2009 Amokläufe mit Schusswaffen begangen.

Mindestens 33 Menschen starben seit Winnenden in Amokläufen mit illegal erworbenen Waffen oder Waffen, die zentral gelagert wurden – vier wurden von Tätern ermordet, die diese legal zu Hause lagerten.

Wenn Genthin und Lörrach für die Bundesregierung als Amoklauf zählen, weil es mehr als zwei Mordopfer und Mordversuche gab, dann müssen auch alle anderen Gewaltakte, die diese Merkmale aufweisen, betrachtet werden.

amoklauf
Download PDF mit Links: https://legalwaffenbesitzer.files.wordpress.com/2014/08/amoklauf1.pdf

 

Amoklauf von Schwalmtal vom August 2009 mit einer illegalen Schusswaffe und drei Morden und einem Mordversuch:

Die Todesopfer sind zwei Anwälte im Alter von 70 und 38 Jahren sowie ein 48 Jahre alter Gutachter des Kreises Viersen. Der 40-jährige Verletzte ist ebenfalls ein Gutachter des Kreises und liegt mit zwei Schussverletzungen im Krankenhaus…. Die Pistole, mit der der Mann geschossen hatte, stammte nach dessen eigenen Angaben von seinem Vater. Er habe sie ohne waffenrechtliche Erlaubnis aufbewahrt. (FOCUS vom 19.08.2008)

Amoklauf von Esslingen vom April 2009 mit illegalen Schusswaffen und vier Morden

Im Prozess um den Vierfachmord von Eislingen hat Fredrik B. gestanden, die Tat alleine begangen zu haben. Ihm und dem Sohn der Familie wird vorgeworfen, die Eltern und die beiden Schwestern in der Nacht zu Karfreitag erschossen zu haben. Zuvor hatte sich der 19-Jährige bereits zu dem Einbruch in die Schützengilde in Eislingen geäußert, bei dem die zwei Angeklagten unter anderem die beiden Tatwaffen gestohlen haben. Die beiden Schulfreunde hätten die Waffen unabhängig von den Morden gestohlen, sagte der 19-Jährige nach Angaben seines Anwalts aus. (FAZ vom 04.11.2009)

Amoklauf von Himmelstadt vom Juni 2010 mit einer illegalen Schusswaffe und drei Morden und Selbstmord

Vermutlich weil seine Ehe zerrüttet war, hat ein Familienvater seine Frau, seine Söhne und sich selbst umgebracht. … Der Mann hatte die Pistole illegal besessen. (Thüringer Allgemeine vom 03.06.2010)

Amoklauf von Berlinvom August 2011 mit einer illegalen Schusswaffe und zwei Morden und zwei Mordversuchen

Ein 25-jähriger Mann schießt an einer Straßenkreuzung gezielt auf ein mit vier Menschen besetztes Auto. Eine Frau stirbt sofort, eine weitere Frau und ein Mann werden lebensgefährlich verletzt. Die Frau stirbt wenig später im Krankenhaus. (RP Online vom 04.08.2011)

Amoklauf von Weilerbach vom März 2012 mit einer illegalen Schusswaffe und zwei Morden, zwei Mordversuchen und Selbstmord

Der 78-Jährige hatte am Montagnachmittag in einer Praxis im westpfälzischen Weilerbach zwei Ärzte erschossen und eine Arzthelferin verletzt. Auf der Flucht schoss er einen Polizisten an und nahm sich anschließend das Leben.  (Die Welt vom 06.03.2012)

Massenmord von Groß Ilsede vom Juni 2012 mit Messer und vier Morden und einem versuchten Selbstmord

Ein 36 Jahre alter Vater hat seine vier Kinder im Schlaf erstochen. Sein anschließender Suizidversuch scheiterte. (Tagblatt vom 16.06.2012)

Amoklauf von Kerpen vom Mai 2013 mit einer illegalen Schusswaffe und drei Morden und drei Mordversuchen.

In Kerpen soll er die 71-jährige Schwester seiner Frau und deren 73 Jahre alten Mann erschossen haben. Dann sei er nach Langerwehe zurückgefahren und habe seine 64-jährige Ehefrau getötet. Anschließend habe er ab 03.10 Uhr in drei verschiedenen Häusern in Langerwehe Bewohner aus dem Schlaf geklingelt und auf sie geschossen. Eine 54-jährige Frau sowie zwei 58 und 61 Jahre alte Männer wurden dabei schwer verletzt. Woher er das Gewehr hatte, für das er keinen Waffenschein besaß, war zunächst unklar. (Kölnische Rundschau vom 12.05.2013)

Amoklauf von Düsseldorf vom Februar 2014 mit einer illegalen Schusswaffe, drei Morden und vier Mordversuchen, bei dem 600 Polizisten eingesetzt wurden, um den Täter zu stoppen.

Der zunächst unbekannte Amokläufer ersticht und erschießt Menschen, die er dort (in den Kanzleien) antrifft. Anschließend vergießt er Benzin und setzt die Kanzleien in Brand. Die Polizei löst Großalarm aus, sämtliche Spezialeinheiten der NRW-Polizei eilen in die Landeshauptstadt, werden zum Teil von Hubschraubern abgesetzt. ….Mutige Retter hätten eine doppelt so hohe Zahl der Todesopfer verhindert, betont die Polizei später. Zudem soll die Pistole des Amokläufers mehrfach durch Ladehemmungen blockiert gewesen sein. (Die Welt vom 30.07.2014)

Danke an keine-waffen.de und Gunboard, die sich die Mühe machten, die vielen Medienartikel über Amokläufe und Morde zu recherchieren und zu publizieren. Eine Arbeit, die eigentlich Aufgabe der Regierung wäre, die aber seit Jahren nicht in Auftrag gegeben wird – im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern.

Und da es immer noch keine Studie der Bundesregierung mit amtlichen Zahlen gibt, können die Grünen weiterhin von dem angeblichen Risiko des privaten Waffenbesitzes fabulieren.

Die Intention der Grünen sieht man bereits in der Einleitung der Kleinen Anfrage:

[D]ie Amoktaten der vergangenen Jahre in Deutschland wurden mit legalen Waffen begangen. Solange einsatzfähige Waffen zusammen mit Munition in Privathaushalten zu finden sind, stellen sie ein Risiko für die öffentliche Sicherheit dar. Die bestehenden Vorschriften zur Sicherung von Waffen und Munition reichen nicht aus. Dies betrifft vor allem Besitz und Lagerung von Sportwaffen und Munition sowie die Nutzung großkalibriger Waffen im Schießsport. (Einleitung der Anfrage)

Um diese Meinung zu belegen, wurden der Bundesregierung insgesamt 39 Fragen gestellt, wobei nur zwei Antworten pressetechnisch Verbreitung fanden.

Bereits bei der Fragestellung merkt man, dass kein Fachwissen vorhanden ist und den Grünen anscheinend nicht bekannt ist, wie das Gesetzgebungsverfahren laut Geschäftsordnung der Bundesministerien geregelt ist. Dies sieht man besonders deutlich an den Fragen 15 und 36 bis 39.

Auch interessant:

Waffenrecht: Grüne fordern Munitionsverbot

Mihalic, ehemalige Polizeibeamtin und Darstellerin in der deutsche Real-Life-Doku-Serie Achtung Kontrolle! – Einsatz für die Ordnungshüter“  fordert, dass Munition mit klar geregelten Zugangsbestimmungen an einem anderen Ort als die Waffe gelagert werden muss.

Amokläufe sind kein neues Phänomen

Von 1871 bis 1999 findet man bei der AG Waffenrecht eine Auflistung verschiedener Amokläufe, davon 14 aus Deutschland.

 

Dieser Artikel wurde auch publiziert beim ef-Magazin: Amokläufe: Kein Fachwissen vorhanden

29 Gedanken zu “Statistik der Bundesregierung zu Amokläufen

  1. Die Erfurter Waffen wurden zwar legal erworben aber nicht fristgerecht angemeldet.
    Der Verkäufer hat den Verkauf gemeldet, das zuständige Ordnungsamt hätte reagieren müssen.

  2. Es ist diese Sorte extrem genauer und nüchtern abwägender Untersuchungen, die die GRÜNEN geradezu hassen. Deshalb werden die Verantwortlichen im Bundestag auch niemals einen Blick in diese Tabellen werfen, weil damit ihr Weltbild ins Wanken gerät.

    Ich warte nur auf die nächste Talkshow mit einem GRÜNEN, wo er dann diese Antwort der Bundesregierung zu der Kleinen Anfrage der Grünen großartig als „Beweismittel“ vorstellen wird. Die Antwort der Bundesregierung wird dann hochstilisiert zu einer „Studdje“ (Claudia Roth, Studienexpertin der GRÜNEN), aufgrund derer die nächste rot-grüne Koalition ihren Verbotskatalog um diverse Punkte erweitern kann.

  3. Ich habe da noch zwei Fälle die medial gerne ausgeblendet werden und sogar die Definition des School-Shootings erfüllen:
    – Freising 2004, der Täter hat illegale Waffen und Eigenbaubomben verwendet
    – Emsdetten 2006, der Täter benutzte eine illegale schusswaffe und „Freie“ Waffen (Vorderlader) wobei er das Treibladungsmittel selbst hergestellt hat, sowie Eigenbausprengsätze.

  4. Der DJV lehnt diesen Vorschlag als praxisfern und unrealistisch ab. „Jäger können bei einem Wildunfall in ihrem Revier nicht erst zum Zentrallager fahren, um mit der auswärts gelagerten Munition dann das leidende Tier zu erlösen“, sagt Helmut Dammann-Tamke, DJV-Präsidiumsmitglied und zuständig für das Thema Waffenrecht. “Wer sich auf der einen Seite mit Tierschutz besonders zu profilieren versucht, der sollte auf der anderen Seite vor Augen haben, dass diese Regelung dem Tierschutzgedanken im höchsten Maße zuwider läuft.” Außerdem seien zentrale Munitionslager nicht im Sinne der öffentlichen Sicherheit, da sie besonders attraktiv für Diebe seien.

    http://www.jagdnetz.de/news/?meta_id=3794

  5. Hallo Katja,

    In deiner Liste der Amokläufe fehlen noch
    Ansbach 2009, 8 Opfer, Tatwerkzeuge waren Brandflaschen und Axt
    Bonn 2009; 0 Opfer Täter wurde rechtzeitig überwältigt, Tatwerkzeuge waren Messer und Brandflaschen

    Zu dem Thema habe ich auch zwei Beiträge geschrieben:
    http://volkert.caliber-corner.de/2014/08/03/boese-waffen-gute-waffen/
    http://volkert.caliber-corner.de/2014/08/05/kleine-anfrage-der-bundestagsfraktion-buendnis-90die-gruenen/

  6. […] Katja Triebel weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass die Statistik zu Amokläufen weitreichende Mängel aufzeige, auch wenn die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage mehrmals darauf hingewiesen habe, dass die Studie unvollständig sei. Um diese Meinung zu belegen, wurden der Bundesregierung insgesamt 39 Fragen gestellt, wobei nur zwei Antworten pressetechnisch Verbreitung fanden, so Triebel. Bereits bei der Fragestellung merke man, dass kein Fachwissen vorhanden sei und den Grünen anscheinend nicht bekannt ist, wie das Gesetzgebungsverfahren laut Geschäftsordnung der Bundesministerien geregelt ist. Dies sehe man besonders deutlich an den Fragen 15 und 36 bis 39. Detailliert listet Triebel im weitern Verlauf auf ihrer Homepage die dazugehörigen Untersuchungen zu Amokläufen auf und weist darauf hin, nachdem es immer noch keine Studie der Bundesregierung mit amtlichen Zahlen zum Thema Amoklauf gebe, könnten die Grünen weiterhin von dem angeblichen Risiko des privaten Waffenbesitzes fabulieren. Katja Triebel ist der festen Auffassung, dass das „Waffenrecht der Lackmustest für eine liberale Gesellschaft ist, die ihren Bürgern vertraut und demokratische Entscheidungen trifft.“(BS) […]

  7. à propos

    Frau Triebel………………

    Ich habe gerade wieder mal den wahrhaft erhellenden Schmarren eines Martin Killian aus den USA gelesen.

    Titel : Herr Ballermann im Kinderzimmer
    Martin Kilian aus Washington am Sonntag den 10. August 2014
    Kleine Geschichte

    Hier der Link dazu: http://blog.bazonline.ch/welttheater/index.php/33693/ein-lesebuch-fuer-das-richtig-amerikanische-kind/#comment-6089

    Ob der auch von Bloomberg gesponsert wird….((-:

    Nun ja, Menschen die Kindern das Thema Waffen und Selbstschutz nahebringen sind eben ungebildet und Wissen eigentlich nicht was sie tun.
    Kritisiert wird ja nicht ob das Buch gut oder schlecht ist, sondern was es den Kindern sagen will.

    Ich bin ja in einer Bauern und Jägerfamilie aufgewachsen und war als Kind immer mit einer Waffe im Wald, schoss aber keine Tiere. Ich übte nur was ich bei den „Grossen“ sah. Zudem wurde ich selber kein Jäger mehr, weil ich als Kind Jahrelang im Haus immer den Geruch gebeizten Wildes in der Nase hatte, so lange bis ich es nicht mehr essen mochte. Meine Mutter legte es immer in diese grauen Steingut-Senftöpfe ein die man aufm Bauernhof Dutzendweise gatte, und so hatte ich den säuerlichen Geruch irgendwann satt.
    Mein Bruder brachte nach Hause was er schoss und er zog die Tiere auch bei uns aus und zerlegte sie immer selber.

    Ich weiss, ab vom Thema, aber vielleicht möchte obiges aus der BAZ doch jemand lesen.

    Walter Roth

  8. Stellt sich hier wirklich die Frage, ob die Grünen durch suggestive Anfragen oder gezielter Interpretation von Statistiken Manipulation betreiben? Wird so nicht vom eigentlichem Thema abgelenkt? Gewiss – man sollte stets fair und ehrlich mit den Mitteln von Anfragen und Statistiken umgehen.
    Dennoch scheint mir bestimmte Fragen vorrangiger zu sein.
    1) Warum sollte es für die Existenz eines Schützenvereins relevant sein, das Schießen mit Klein- und Großkaliber-Waffen einzusetzen/anzubieten?
    2) Gibt es eine ernst zu nehmende Notwendigkeit, Privatpersonen den Besitz von Klein- und Großkaliber-Waffen zum privaten Gebrauch für Spass und Sport zu gestatten?
    3) Dann stellt sich noch die Frage, ob diejenigen, die durch Waffen, die aus Schützenvereinsaktivitäten stammen, ermordet wurden und werden, noch leben würden, wenn Schützenvereine grundsätzlich auf den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen verzichten würden.

    Wenn ich richtig gezählt habe, sind in den hier gezeigten Tabellen allein in den Jahren von 2002 bis 2014 46 Tote vermerkt, die durch Feuerwaffen zu Tode kamen, die aus Schützenvereinen stammen. Der Tod ist für diese und für deren Hinterbliebenen sehr real. Ebenso die Frage, warum Schützenvereine zum Betreiben ihrer Veranstaltungen klein- oder großkalibrige Waffen benötigen sollten. Die Absicht der Vereine, Geselligkeit mit Spielfreude zu kombinieren ist vermutlich auch mit Luftdruckwaffen zu erfüllen.
    Zunächst ist aber festzustellen, dass Schützenvereinen und deren Mitgliedern keine Schuld zuzuweisen ist, sofern sie die gesetzlichen Bestimmungen beachten, die sich durch den Besitz von Waffen ergeben.
    Das die Mitglieder solcher Vereine keine potenziellen Täter sind, macht schon eine einfache Statistik deutlich. Im Verhältnis zu ca. 1.500.000 Mitgliedern in Schützenvereinen ist die Anzahl der Amok-Schützen aus diesem Kreis bzw. die Waffen aus diesem Umfeld einsetzen dermaßen verschwindend gering, dass er nun wirklich nicht für eine entsprechende Zuordnung taugen würde.

    Dennoch stellt sich die Frage, ob z.B. die 46 Ermordeten noch leben würden, wenn Schützenvereine grundsätzlich auf den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen verzichtet hätten.

    Ein bundesweites Verbot von klein- oder großkalibrigen Waffen für Schützenvereine und entsprechenden olympischen Disziplinen wäre zumindest eine einfache und sichere Lösung, um den Zugang zu Feuerwaffen zu erschweren. Und der Verzicht auf Klein- und Großkaliber-Waffen als Spass bringendes Spielzeug wäre wohl leicht zu verkraften.

    46 Menschen starben eventuell nur, weil der leichte, direkte bzw. indirekte Zugang zu Schusswaffen aus Schützenvereinen bzw. durch die an sich überflüssige Erlaubnis, als so genannter Sportschütze Klein- und Großkaliber-Waffen besitzen zu dürfen, gegeben war.
    Ob sich die Mörder die Mühe gemacht hätten, sich anderweitig Waffen zu besorgen, ist müssig und rein spekulativ. Auch das lavieren, ob durch Waffen aus Schützenvereinen nun 46 Menschen oder mehr oder weniger ermordet wurden, erübricht sich wohl auch. Vielmehr ist zu bedenken, dass Menschen ermordet wurden, mit Massenmord-Waffen, die an Orten wie Schützenvereinen, zum Spass eingesetzt werden.
    Es erübrichen sich auch Behauptungen, die Täter hätten auch Messer oder Bomben einsetzen können. Allein der Umstand, den Zugang zu Massenmord-Waffen möglichst zu erschweren, hilft es die Gefahr zu minimieren und den Täterkreis möglichst klein zu halten. Die wenigsten Täter trauen sich so nah an ihr Opfer, um es mit einem Messer anzugreifen. Die Tötungssicherheit wäre vielen zu gering und die Sorge zu groß, überwältigt zu werden und jene Ohnmacht zu spüren, die sie zu ihrer Tat getrieben hat und die sie nun die Opfer und deren Hinterbliebenen spüren lassen wollen. Wem ein Messer als geeignete Tatwaffe erscheint, wird es einsetzen. Die Zahl der tatsächlich Ermordeten, wird mit einem Messer aber nie die Höhe erreichen, wie sie mit Klein- und Großkaliber-Waffen möglich ist. Und Bomben finden wohl nicht ohne Grund nur selten Einsatz bei Amok-Taten insbesondere bei School Shootings.

    Es spricht demnach viel dafür, den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen in Schützenvereinen zu unterbinden. Schließlich gibt es nicht einen einzigen Grund, diese dort zuzulassen, aber viele Gründe, die Anzahl von Klein- und Großkaliber-Waffen in privatem Besitz möglichst gering zu halten.

    Eigentlich sollten die Betreiber und die Mitglieder von Schützenvereinen vernünftig genug sein und selber auf den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen verzichten. Mir fällt kein Grund ein, dort Klein- und Großkaliber-Waffen einzusetzen. Ich kann nur Vermutungen anstellen, wenn Schützenvereine den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen im Schießsport begrüßen. Sehr wahrscheinlich soll durch den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen die Sicherung des Mitglieder-Nachwuchs in Schützenvereinen gewährleistet werden. Wenn Jugendliche mit Ego-Shooter-Spielen umgehen, wird gerne dort die Ursache gesehen, dass Gewalt verharmlost und Lust auf das Töten geweckt wird. Da lässt man sie lieber gleich mit echten Schusswaffen ‚rumballern. Ein Widerspruch ist deutlich zu erkennen. Der Zweck heiligt wohl auch hier die Mittel.

    Da Schützenvereine auch mit Luftdruckwaffen zu betreiben sind, war es zu keinem Zeitpunkt erforderlich, darüber hinaus dort gefährdendere Waffen einzuführen. Das es olympische Gattungen mit Feuerwaffen gibt, ist ebenso überflüssig wie problematisch. Sobald Feuerwaffen für einen reinen Spielspass verharmlost werden, wird von deren eigentlichen Nutzen und den daraus resultierenden Problemen abgelenkt.

    Es kommt niemand zu Schaden, wenn der Gebrauch von Feuerwaffen ausschließlich auf den beruflichen Gebrauch (Jäger, Polizisten, Soldaten) beschränkt bliebe.

    Es gebietet bereits der gesunde Menschenverstand die Verbreitung von Feuerwaffen unter Privatpersonen weitestgehend zu minimieren.
    Ob dadurch die Anzahl der Getöteten bei Amok-Läufen tatsächlich minimiert werden, kann niemand versprechen. Es würde allerdings wahrscheinlicher. Vor allem hätte man die Gewissheit, weitestgehend alles Mögliche zur Minimierung der Anzahl der Getöteten getan zu haben. Amok-Taten grundsätzlich auf diesem Wege zu verhindert wird wohl nicht möglich sein. Viele Täter sind allerdings feige und wollen nicht nur ihre Ziele, sondern auch sich selber als finalen Akt mit möglichst hoher Sicherheit töten. Wohlmöglich soll mit einer hohen Anzahl an Ermordeten etwas „Bedeutungsvolles“ erreicht und hinterlassen werden. Und die finale Tötung ist eventuell nicht nur Ausdruck von Feigheit, sondern fester Bestandteil der Tat und ein kalkulierter Akt, um die Hinterbliebenen nicht nur fassungslos, sondern möglichst ohnmächtig zurückzulassen, indem Sühne und Erklärungen bewusst verhindert werden.
    Dies alles ist im Sinne des Erfolges eines Amok-Schützen mit Klein- und Großkaliber-Waffen am ehesten sicherzustellen. Und wenn der Zugang zudem so relativ einfach über die Teilnahme an Schützenvereinen oder über deren Mitglieder, die ihre Waffen nicht ordnungsgemäß verschließen, zu bewerkstelligen ist, macht Gelegenheit nicht nur Diebe.
    Diejenigen, die einen Amok beabsichtigen, mögen krank sein, aber je einfacher der Zugang zu den Werkzeugen ist, mit denen ein „Optimum“ erreichbar scheint, um so eher wird die zunächst gedachte Tat auch tatsächlich durchgeführt und auf Klein- und Großkaliber-Waffen von Schützenvereinen gerne zurückgegriffen.

    Es sollte nicht vergessen werden, dass die Existenz von Schützenvereinen über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte auch einen entsprechenden Anteil an mittlerweile illegalen Waffenbesitz verursacht haben. Gewiss – unfreiwillig. Die Schuld ist auch tatsächlich nie bei Vereinen zu suchen. Was rechtlich möglich ist, wird halt gemacht. Um so wichtiger ist es, Gesetze entsprechend anzupassen, Amnestien (die es bereits gibt) für Waffenbesitzer, die illegale Waffen zurückgeben, anzubieten und ansonsten jeglichen rein privaten Besitz von Klein- und Großkaliber-Waffen zu untersagen und entsprechen hart zu bestrafen.

    Jeder illegale Waffenbesitzer sollte nach Ablauf einer Frist bestraft werden. Jeder, der einen Waffenbesitzer anzeigt, ist kein Denunziant, sondern als „Whistleblower“ anzusehen und entsprechend zu belohnen. Schon die gekauften CDs mit den Steuerbetrügern zeigten, wie effektiv ein konsequentes Vorgehen sein kann.
    Bürger, die gesund im Leben stehen und sich ein Delikt, wie Steuerhinterziehung oder überflüssigen Waffenbesitz zu Schulden kommen ließen, gefährden nicht unnötig ihre bequeme Existenz. Sie müssen nur ahnen, eine baldige Aufdeckung ihrer Schuld stünde bevor, schon werden die meisten von ihnen aktiv und nehmen an der Aufklärung ihrer Schuld teil.

    Es macht wenig Sinn, Waffenbesitzer oder Schützenvereine zu verurteilen. Die Zahl derer, die Klein- und Großkaliber-Waffen zum Morden einsetzen, sind, wie bereits erwähnt, dermaßen gering, dass sich diese geringe Anzahl im Vergleich zur sehr hohen Anzahl an Waffenbesitzern und Mitglieder von Schützenvereinen statistisch gar nicht ausdrücken lässt.
    Aber dennoch sollte man stets bedenken, selber nicht unter den genannten Ermordeten gehören und auch seine Verwandten oder Freunde nicht unter den Ermordeten finden zu wollen.
    Es sollte jedem bewusst sein, dass der Verzicht auf Klein- und Großkaliber-Waffen im privaten Besitz den geringsten Verlust darstellt und dieser Besitz auch nie eine echte Notwendigkeit hatte.

    Das Thema Selbstverteidigung habe ich nicht angesprochen, da es stark mit Selbstbetrug und Täuschung durch angstvolle Berichte begleitet ist. Aber auch hier gilt. Je weniger Feuerwaffen im Umlauf sind, um so mehr ist zumindest das getan, was man selber tun kann, um möglichst sicher leben zu können. Wer alle Regeln missachten will, sich illegal Waffen beschafft, ist in der Regel so entschlossen, dass ihn eh niemand abhalten könnte.
    Selbst wenn der Besitz von Feuerwaffen für Privatpersonen zur Selbstverteidigung legal wäre, hätte eine Privatperson gegen einen entschlossenen Täter kaum eine Chance. Ein absolut entschlossener Täter würde nur entsprechend aufrüsten und wäre für seine eigene Verteidigung entsprechend gerüstet und wäre eher geneigt, schneller zu schießen, anstatt hinzunehmen, selber erschossen zu werden. Der Stress zwischen Täter und Opfer würde durch Waffen nur verschärft. Die Täter würden sich an dem legalen Waffenbesitz beteiligen und eine Spirale des Aufrüsten auslösen.
    Daher lieber erst gar kein privaten Waffenbesitz zulassen und sich nur mit den unvermeidlichen Tätern abfinden, die sich nur begrenzt mit gesetzlichen Regelungen aufhalten lassen, aber auch nicht zwangsläufig den Tod verursachen, wie es häufig mit Feuerwaffen der Fall wäre. Da wären schnelle und unvorsichtige Verkehrsteilnehmer; Einbrecher; Täter, die Fäuste oder Messern einsetzen…
    Gäbe es Waffenbesitz zur Selbstverteidigung, wäre das Leben definitiv gefährlicher.

    • Sie schreiben: Dennoch stellt sich die Frage, ob z.B. die 46 Ermordeten noch leben würden, wenn Schützenvereine grundsätzlich auf den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen verzichtet hätten.

      Meine Antwort: Mit großer Sicherheit würden diese Menschen auch bei einem Totalverbot nicht mehr leben, weil der Täter die Absicht hatte, zu morden und die Opfer für ihn feststehen. Dies sieht man bei den 101 Ehrenmorden in 10 Jahren, bei denen u.a. in 36 Fällen vorab eine illegale Schusswaffe besorgt wurden, falls das Opfer männlich war. Bei weiblichen Opfern reichten den Täter die Körperkraft und/oder ein Messer.

      Sie schreiben: Es würde allerdings wahrscheinlicher, dass die Anzahl der Getöteten bei Amok-Läufen tatsächlich minimiert werden kann bei einem Totalverbot.

      Meine Antwort: Mit großer Sicherheit lassen sich Amokläufer nicht durch ein Totalverbot von ihrer Tat ablenken. In der letzten Zeit waren verhinderte und ausführende Amokläufer immer öfters auch mit Bomben bewaffnet gewesen. Die Benutzung von Bomben hat zwei unterschiedliche Effekte: Zum einen versagen sie öfters als Schusswaffen, was zu weniger Opfer führt. Zum anderen töten sie, wenn die Zündung funktioniert, mehr Menschen als bei der Benutzung von Schusswaffen, was zu mehr Opfer führt. Der Amokläufer vom Kino in Aurora hätte auch alle Kinobesucher töten können. Die Bomben, die er bei sich hatte und die in seiner Wohnung waren, hätten gezündet.

      Sie schreiben: Gäbe es Waffenbesitz zur Selbstverteidigung, wäre das Leben definitiv gefährlicher.

      Meine Antwort: Nein, es wäre nicht gefährlicher. Das sieht man u.a. an Detroit und an der Terroristen-Attacke in Nairobi. Waffenbesitzer, die vom Staat eine Erlaubnis zum Besitz haben, werden durch den Beisitz nicht zu Mördern. Stattdessen können sie Morde abwehren (wie in Detroit) oder anderen helfen (sie der Mann in Nairobi, der viele Menschen aus der Shopping-Mail befreit hatte).

      Dieser Ansicht ist auch der Generalsekretär der NATO und der Polizeichef von Detroit, der vormals Waffengegner war bis er nach Maine kam und in Detroit die waffenbesitzende Bürger dafür lobt, dass sie beim Rückgang der Verbrechensrate in seiner Stadt helfen.

      After Westgate, Interpol Chief Ponders ‚Armed Citizenry‘ : Link zu ABC News

      Legale Waffenbesitzer können Verbrechen verhindern : Link

      • Ihre textlichen Ergänzungen ändern nichts daran, dass es keine Notwendigkeit gibt, zum Spass, Klein- und Großkaliber-Waffen einzusetzen. Die Existenz und der Zweck von Schützenvereinen lässt sich auch mit Druckluftwaffen durchführen. Das ich Schützenvereine als wichtig erachte hatte ich ja erläutert. Es geht lediglich um die hypothetische Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, ein Monopol von Feuerwaffen ausschließlich bei Jägern, Polizei und Soldaten zu belassen.
        Ihre Ergänzungen genügen nicht als Beleg, dass es nicht doch möglich gewesen wäre, dass die 46 Ermordeten noch eine Chance gehabt hätten, wenn der Zugang zu Feuerwaffen durch Schützenvereine nicht so relativ einfach gewesen wäre. Es ist längst nicht sicher, dass sich jeder potenzielle Amok-Mörder die Mühe machen und das Risiko eingehen würde, illegal Waffen zu beschaffen. Egal welcher Art. Die Chance einer rechtzeitigen Entdeckung wäre definitiv vergrößert und somit das Risiko minimiert. Zudem ist zu beachten, dass bereits der leichte Zugang zu Feuerwaffen, Versuchung, Gelegenheit und Anreiz bietet. Der relativ leichte Zugang zu Feuerwaffen bleibt als potenzielle Gefahrenquelle eines sonst eventuell erst gar nicht geplanten Mord-Amoks. Und eine Basis ohne Feuerwaffen wäre leicht erreicht, wenn es keine Feuerwaffen in Schützenvereinen gäbe.

        Es ist schon ziemlich absurd, die Verwendung von Feuerwaffen nur deswegen zuzulassen, weil es auch Amok-Mörder gibt, die Bomben einsetzen.
        Schon das Gesetz der Wahrscheinlichkeit macht deutlich, dass eine Verringerung der Anzahl potenziell massenmordenden Waffen zwangsläufig die Chancen erhöht, das potenziellen Amok-Mördern der Aufwand und das Risiko zu groß wird, selber Waffen bauen und die Zutaten und Bauteile selber besorgen zu müssen. Insbesondere wenn die Versuchung durch den leichten Zugang zu Feuerwaffen entfällt, kann man sich bei der Verhinderung von Mord uns Amok-Taten auf jene konzentrieren, die in jeder Hinsicht entschlossen und unerschrocken, fanatisch oder einfach nur psychisch krank sind. Einschränkungen von Waffen machen die Eingrenzungen von Gefahren grundsätzlich möglich. Und es bleibt grundsätzlich die Frage, warum Feuerwaffen überhaupt für Spass und Sport Einsatz finden sollten.

        Schließlich geht es stets darum, die Chancen des Lebens, des Überlebens zu sichern bzw. zu vergrößern. Und das geht nun einmal grundsätzlich mit möglichst wenig massenmordenden Waffen. Anders gesagt. Wenn man den Zugang erleichtert verringern sich zwangsläufig die Chancen für das Leben und Überleben und es erhöht sich die Wahrscheinlichkeit und das Risiko, das sich durch eine erhöhte Verfügbarkeit von Feuerwaffen Gelegenheiten ergeben, die Mörder-Amoks erst ermöglichen oder zumindest wahrscheinlicher werden lassen.

        Eine Diskussion bzw. die Behauptung, Waffenbesitz zur Selbstverteidigung, würde das Leben definitiv weniger gefährlicher machen, ist ebenso absurd. Ein herbeizitiertes Beispiel in Detroit kann wohl nicht darüber hinwegtäuschen, dass insbesondere in den Ländern, in denen der Zugang zu Feuerwaffen leicht bzw. relativ leicht ist, die Anzahl der Ermordeten allgemein und insbesondere bei Amok-Mordtaten am höchsten ist. Es sind eben doch die sich durch den relativ leichten Zugang zu Feuerwaffen ergebenden Gelegenheiten, die Mordtaten mit Feuerwaffen für die Täter möglicher und einen potenzieller Erfolg sicherer machen.
        Und ein gesellschaftliches Umfeld, in dem Täter wie Verteidiger stets damit rechnen müssen, mit einer Feuerwaffe niedergestreckt zu werden und als Verlierer übrig zu bleiben, macht das Leben weder lebenswerter noch sicherer.
        Ein Gewalt- und Waffenmonopol macht das Leben und die Unterscheidbarkeit, wo der tatsächliche Gegner steht, zwangsläufig sicherer.

      • Hitler, Stalin, Lenin und Mao-Tse-Tung stimmen Ihren Aussagen zu: ein Gewalt- und Waffenmonopol des Staates macht das Leben der Staatsfreunde sicherer. Ebenso wie für die Reichen, die sich Personenschutz leisten können, und die Politiker, die diesen Schutz auf Kosten der Steuerzahler erhalten. Dumm nur, dass es das Leben vermeindlicher Staatsfeinde dafür umso unsicherer macht, wie auch das Leben des Mittelstands und der Armen.

        Man sollte sich erst mit der Historie beschäftigen, bevor man solche unbelegten Argumente benutzt. Mahatma Ghandi, Martin Luther und auch der Dalai Lama sind als Friedensaktivisten bekannt. Alle drei wussten jedoch auch, dass Waffen Leben schützen können.

        Und aktuell haben wir die Kurden, die unserer Ansicht nach, bewaffneten Schutz benötigen. Aber eigentlich bräuchten diesen auch die Menschen in Nigeria, Syrien und Libyen.

        Die legale (und auch illegale) Waffenbesitzdichte hat keine Korrelation mit den Mordraten eines Landes, auch wenn sie in Korrelation mit den Schusswaffentoten steht. Sogar im waffenlosen China wurden 300 Menschen Opfer von Amokläufern.

        Ihre sämtlichen Gedanken sind leider sehr kurzsichtig und ohne Hintergrundwissen. Ich empfehlen Ihnen mal den Blog von Volker T. zu besuchen, der sämtliche verfügbaren Daten der Regierungen sehr objektiv statistisch auswertet: http://volkert.caliber-corner.de/

      • Ihr Beispiel mit Diktatoren ist nun wirklich an der Haaren herbeigezogen.
        Diese oder andere Diktatoren wären nicht mit der Bewaffnung einzelner oder gar aller Bürger vermieden worden, sondern lediglich durch den Einsatz von Verstand. Dies gilt insbesondere für Hitler, der seine Absichten in seinem Werk ankündigte.
        Aber in diese Richtung will ich nun wirklich nicht diskutieren.
        Auch geht es nicht um den Einsatz von Feuerwaffen in Kriegsgebieten.
        Das Thema, Feuerwaffen im Privatbesitz zu minimieren, ist einfach zu ernsthaft, als das man auf lächerlich machende Beispiele zurückgreifen sollte.
        Der Besitz von Feuerwaffen sollte ausschließlich auf entsprechende Berufe (Jäger, Polizisten, Soldaten) beschränkt werden. Schützenverein benötigen keine Feuerwaffen, um ihre Vereinstätigkeiten zu ermöglichen und Feuerwaffen eignen sich auch nicht für Privatpersonen zur Selbstverteidigung.
        Ich nannte zahlreiche Beispiele und Erläuterungen.
        Gegenbeispiele, die über Einzelerfolge hinausgehen und einer Gesamtbetrachtung (auf Gesellschaft und über viele Jahre) standhalten würden, gibt es nicht.
        Besten Dank für Ihre Links, die ich mir anschaute.
        Ihre und deren Spielereien mit Statistiken erinnern eher an die Scholastik bzw. an Bibelschüler, die sich gegenseitig aufhebende Zitate nennen und vermuten, damit eine Antwort oder gar Gegenbeweis gefunden zu haben.
        Ich möchte zudem auf die Ungenauigkeit hinweisen, auf die auch der von Ihnen genannte Artikel hinweist:
        „Dass diese Korrelation nicht nachgewiesen werden kann bedeutet nicht, dass es sie generell nicht gibt und das Resultat aus [1] nur ein Zufall war. Vielmehr muss anerkannt werden, dass die Daten in Bezug auf den Waffenbesitz aus den USA verlässlicher sind als die Daten aus Europa.“ (http://volkert.caliber-corner.de/2014/07/29/europaeische-verhaeltnisse/)
        Das Beispiel in China zeigt lediglich, dass China mit noch mehr Toten zu rechnen hätte, wenn der Zugang zu Feuerwaffen ähnlich gehandhabt würde wie z.B. in Deutschland. Bei einer Bevölkerungszahl von 1,35 Milliarden halte ich 303 Amok-Tote für eine sehr gering Quote. Oder täusche ich mich da? Hier wäre es hilfreich nicht nur ein Jahr zu bewerten, sondern mindestens 10 Jahre, um die Statistik nicht durch besondere Ausnahmeereignisse (wie durch Vergiftungen) in besondere Höhe oder besonderen Tiefständen zu verwässern.
        Wahnsinnige und sehr entschlossene Täter wird man nie aufhalten können. Da sind wir uns schnell einig. Die Frage ist nur, wie viele Tote ließen sich verhindern mit möglichst wenig Feuerwaffen in Privatbesitz. China scheint ein prima Beispiel für meine Argumentation zu sein.

        In meinem ursprünglichen Kommentar sprach ich von 46 Ermordeten. Das sollte nicht vergessen werden, das Feuerwaffen zum töten geeignet sind und sehr viele Menschen nur deswegen starben, weil diese Werkzeuge leichtsinnig und ohne Notwendigkeit Privatpersonen zur Verfügung gestellt wurden. Die Ermordeten würden zumindest mit gewissen Chancen noch leben, wenn Mitglieder von Schützenvereinen keinen Zugang zu Feuerwaffen gehabt hätten.

        Ihre Behauptung, die Amok-Massenmörder hätten dieselbe Anzahl auch sonst nur mit anderen Waffen ermordet, kann definitiv zunächst als Schutzbehauptung einer Person angesehen werden, die mit dem Handel von Waffen ihr Geld verdient. Ohne das ich den Handel mit Waffen grundsätzlich verurteilen würde. Schließlich gibt es Berufe, die mit diesen Werkzeugen umgehen (Jäger, Polizisten, Soldaten).

        Auszuschließen ist es natürlich nicht, dass Amok-Massenmörder so entschlossen sind, dass sie stets einen Weg suchen werden,um ihre Tat umzusetzen. Sie müssten dann aber erst nach Alternativen suchen. Und bereits dieser Unterschied verschafft den Opfern und auch den Ermittlungsbehörden das Stück Vorsprung, das genügen könnte, um zumindest einige der 46 Ermordeten überleben zu lassen (in meinen vorherigen Kommentaren ging ich detailliert darauf ein).
        Und genau darum geht es.
        Möglichst wenig Leben zu gefährden.
        Und möglichst viele Menschen vor anderen, die im unkontrollierten Besitz von Feuerwaffen sind, zu schützen.

        Die von Ihnen genannten Beispiele bieten keine Rechtfertigung und auch keine Notwendigkeit, Privatpersonen Feuerwaffen zu verkaufen.
        Letztendlich sollte es im Interesse aller sein, dass möglichst wenig Feuerwaffen im Umlauf sind. Mit weniger Feuerwaffen könnte zumindest kein zusätzliches allgemeines Risiko verursacht werden.

        Es gibt nur Waffenverkäufer, die ein rein finanzielles Interesse daran haben, ihre Ware in möglichst vielen Käuferschichten unterzubringen. An sich ein normales kaufmännisches Verhalten.

        Nur mal allgemein gesprochen und um wieder auf den Punkt der Diskussion zu kommen:
        Wenn man sich in ein Gehege begibt, verändert sich die Situation der Gefährdung proportional zur Menge und Art der Raubtiere, die man in das Gehege gibt.
        Ähnlich verhält es sich, wenn man mehr oder weniger Feuerwaffen in einer Gesellschaft zulässt. Das Risiko von Gefährdung nimmt zwangsläufig zu bzw. das Risiko nimmt ab, wenn man entsprechend weniger Feuerwaffen zulässt.
        Mal davon abgesehen, gibt es keine Notwendigkeit, den Zugang zu Feuerwaffe über die genannten Berufe (Jäger, Polizist, Soldat) hinaus zuzulassen.

        Was ein selbstverständlicher, alltäglicher Gebrauch von Feuerwaffen mit einer Gesellschaft anstellen kann, sieht man an dem tragischen, aber zu erwartenden Umstand, als ein 9-jähiges Mädchen ihren Schieß-Lehrer aus Versehen erschossen hat. Von Unfall kann hier nicht die Rede sein. Es war nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passiert:
        http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article131634806/Neunjaehrige-erschiesst-Ausbilder-mit-ihrer-Uzi.html

        Die außerplanmäßige Erschießung eines Schieß-Lehrers durch seine 9-jährige Schieß-Schülerin bei einer ebenso überflüssigen Schieß-Übung mit einer Maschinenpistole bot die Gelegenheit, Schieß-Übungen mit Feuerwaffen und den Einsatz von Feuerwaffen zum Spass grundsätzlich zu überdenken.

        Man stelle sich eine Lehr-/Lernumgebung, ein 9-jähriges Mädchen und eine Maschinenpistole vor.
        Wie viel Verstand und geistige Reife sind wohl erforderlich, um herauszufinden, was nicht zusammenpasst?
        Der Schieß-Lehrer lernte es auf die harte Tour.

        Ein 9-jähriges Mädchen lehrt den US-Waffen-Befürwortern, dass Schusswaffen keine Spielzeuge sind und dass Privatpersonen mit Feuerschusswaffen nicht zum Spass umgehen sollten.

        Einsicht ist bei den Waffen-Befürwortern allerdings nicht zu befürchten. Sie werden um so kreativer Ausreden und Behauptungen formulieren, die die Aufrüstungsspiralen selbst in Kindergärten blühen lassen werden.
        Schuld am tödlichen Ausgang der Schießübung haben zum Glück weder die Eltern des Mädchens, die 199,- bis 569,- US-Dollar Eintritt für die Teilnahme im Schieß-Paradies investierten, noch der Lehrer und schon gar nicht die Waffe. Der plötzliche, nicht zu erwartende Rückstoss der an sich handlichen, kinderfreundlichen Utzi ist die alleinige Ursache.

        Wie gut, dass es für alles eine einfache Erklärung gibt.
        Und so seltsame Typen wie Peter, die zwar von Sachverstand schreiben, aber die Form der Rede und Gegenrede, Beweis und Gegenbeweis (Frau Tribel hilft hier mit Links zu geeigneten Artikeln) nicht beherrschen und zudem zu feige sind, den vollen Namen zu nennen, was eine Überprüfung der allgemeinen Kompetenz erleichtern würde. Schließlich muss ich damit rechnen, dass Peter im Schützenverein ist und über Feuerwaffen verfügt. Ein weiterer Beleg für das, was ich in vorangegangenen Kommentaren erwähnte. Man kann sich nicht sicher sein, dass nur mit Worten agiert wird, wenn es einen relativ freien Zugang zu Feuerwaffen gibt.
        Der aggressive Tonfall von Peter lässt schon eine gewisses Maß an Ungeduld herauslesen oder zumindest vermuten, die über schlechte Laune hinausgehen könnte. Nach der Logik der Waffenbesitzer bräuchte ich mir nun nur noch ebenfalls eine Feuerwaffe zulegen, um Aufrüstungsgleichheit zu erreichen. Und schon ist man in dem Dilemma, dass ich hier die ganze Zeit beschreibe.

        Die latente Aggression, die bei Peter zwischen den Zeilen zu lesen ist, kann ich mir gar nicht erklären. Schließlich verliert niemand etwas, wenn Feuerwaffen auf den Gebrauch in bestimmten Berufen (Jäger, Polizist, Soldat) beschränkt bliebe.
        Eigentlich ist es ziemlich einfach und schmerzlos.

        Eines hinsichtlich der Luftdruckwaffen würde mich noch interessieren.
        Da Peter über so viel Sachverstand verfügt, könnte er mal Amok-Taten nennen, bei denen Massenmorde mit Luftdruckwaffen durchgeführt wurden. Ich kann nicht ausschließen, dass es sie gibt. Es fällt mir aber schwer, mir vorzustellen, dass sich der Amok-Schutze darauf verlässt, sich zum Finale mit einer Luftdruckwaffe weg zu ballern. Es sei ihm gegönnt. Ich vermute eine recht hohe und schmerzhafte Überlebenschance.

  9. Sehr geehrter Herrr Stapelkamp,

    ausweislich Ihrer Ausführungen haben Sie sich nicht besonders gründlich mit der Problematik auseinander gesetzt.

    Mal abgesehen von der törichten Vermutung das „Gewaltmonopol“ habe mit Gewalt zu tun.

    Zudem Arbeiten Sie hier mit reinen Behauptungen, die Sie nicht belegen, stellen aber für Ihnen nicht genehme Positionen solches in Frage, warum?

    Aus Ihren Ausführungen muss ich als Sachverständiger zum Thema feststellen, geht eine völlige Unkenntnis des tatsächlichen Gefahrenpotenzials hervor.

    Das der Zugang zu Schusswaffen beschränkt sei, ist eine grundlegende Fehleinschätzung die schon seit Jahren durch die kriminaltechnische Forschung widerlegt ist. Nur weil Sie den Sachstand nicht kennen, bedeutet dies nicht Ihre Aussagen wären korrekt.

    „Potenziell massenmordende Waffen“ was soll dieser Unfug?
    Dazu zählen Handfereuerwaffen, statistisch nachweisbar, sicher nicht. Und Auch Luftdruckwaffen sind bei zweckmäßiger Verwendung nicht weniger tödlich. Ach, das verstehen Sie nicht?

    Dann machen Sie sich bitte auch nicht mit der Argumentation durch „Wahrscheinlichkeiten“ lächerlich. Dabei nehmen Sie Randbedingungen an, die so nicht existieren.

    Und was den „potenziellen Erfolg“ angeht, so sollten Sie dazu einen Blick in die Fachliteratur werfen, daraus geht nämlich eine ganz andere Aussage hervor!

    Also erklären Sie bitte, warum Sie hier so schlecht fundamentierten Unfug verbreiten?

    Peter

  10. Sehr geehrter Herr Stapelkamp,

    bevor Sie erneut versuchen die Allgemeinheit mit Ihren Hypothesen zu beglücken sei Ihnen empfohlen: “ Wer Tatsachen verdrehen will, muss die diese zuvor gründlich kennen“.

    Das erspart allen Beteiligten viel Lebenszeit.

    Peter

    • Schön, das Peter so schnell antwortet.

      Ich antworte hier auf Peters Kommentar hin, schreibe aber auch gleichzeitig an Sie Frau Katja Triebel.
      Ihre Kommentare sind immer davon geprägt, auf das Gegenüber einzugehen und fachliche Hinweise zu geben. Besten Dank dafür.

      Leider ändert auch die Antwort von Peter (immer noch anonym) nichts an den Details, die ich von Anfang an nannte.

      Auf Peter will ich hier gar nicht erst eingehen.
      Diskutieren scheint nicht seine Stärke zu sein 😉
      Er schafft es ja nicht einmal, die Tatsachen zu benennen, die man seiner Ansicht nach kennen sollte.
      Da ist ein Sinn entleertes Rumballern mit Feuerwaffen schon einfacher.
      Und dafür lohnt es sich dann wohl auch Kollateralschäden hinzunehmen und z.B.
      über die hier in den Kommentaren besprochenen 46 getöteten Menschen hinwegzusehen.

      Peter bestätigt in jeder Hinsicht alle Befürchtungen, die einen in den Sinn kommen und die hier
      beschrieben wurden, wenn man daran denkt, dass auch der Peter Zugang zu Feuerwaffen erhält.

      Die einen suchen nach Lösungen und die anderen nach Ausreden.

      Von Frau Katja Triebel lese ich Informatives, das ich gerne mit meinen Feststellungen abgeglichen habe, aber es sind leider Informationen, die von der Suche nach Ausreden geprägt zu sein scheinen.

      Seltsam ist auch, dass insbesondere Peter von Fachwissen spricht.
      Es ist aber kein Fachwissen (egal welcher Art) erforderlich, um sich über folgende Punkte im Klaren zu sein:
      – Es gibt keine Notwendigkeit, in Schützenvereinen Feuerwaffen einzusetzen, um das Vereinsleben dort zu ermöglichen. Luftdruckwaffen ermöglichen auch einen Leistungsvergleich.
      – Es schadet niemanden, wenn man Feuerwaffen auf den beruflichen Bereich z.B. Jäger, Soldat, Polizist beschränkt.
      – Dem hingegen ergab sich der extrem seltene, aber dennoch stattgefundene Umstand, dass durch Feuerwaffen aus Schützenvereinen Menschen ermordet wurden (46 Menschen in den erwähnten Fällen)
      – Da Feuerwaffen für das Leben, das Überleben in Deutschland nicht zwingend erforderlich sind, macht es durchaus Sinn, auf die Freigabe von Feuerwaffen an Privatpersonen zu verzichten. Gewiss – das gilt nicht nur für Feuerwaffen. Aber nur diese sind gefährlich wie sie entbehrlich sind.
      – Mehr Waffen in privater Hand führen zwangsläufig und unfreiwillig zu mehr Gefahren- bzw. Gefährdungspotenzial.

      Letztendlich ist es halt wahrscheinlicher, dass es weniger Tote durch Fremdeinwirkung geben wird, wenn wesentliche Tötungswerkzeuge, erst gar nicht in die Verbreitung eines privaten Umfeldes kämen. Die Extrem-Entschlossenen Täter wird man nie aufhalten können. Es gibt allerdings auch viele latente Täter, die nur deswegen noch nicht aktiv wurden, weil ihnen (noch) der Zugang zu Feuerwaffen fehlte oder weil sie noch Zweifel und Hemmungen haben. Diese werden wohl nie zur Tat schreiten, wenn der Aufwand, die Tötungswerkzeuge zu beschaffen zu aufwändig und zu auffällig wird. Wenn hingegen Feuerwaffen – wie aktuell – leicht zugänglich sind und deren privater Gebrauch leicht zu rechtfertigen ist (für Mitglieder von Schützenvereinen), könnte der leichte Griff zur Feuerwaffe zum Flächenbrand von z.B. 46 Menschen werden.

      Es gibt demnach viele Gründe, keine Feuerwaffen an Privatpersonen freizugeben und nicht einen, dies doch zu tun.
      Auch nicht, wenn man beinahe ausschließlich allen Mitgliedern von Schützenvereinen trauen kann. Es genügt eine Tat, die einem selber und anderen das Leben kosten könnte.
      Allein das sollte genügen, um auf Feuerwaffen in Privatbesitz zu verzichten.

      All die von Frau Katja Triebel genannten Beispiele sind interessant, aber dann doch leider nur eine Aneinanderreihung potenzieller Ausreden und das Schönreden eines Waffenbesitz-Status, für den es weder eine Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung gibt.
      Ganz im Gegenteil. Die von Ihnen genannten Beispiele bestätigen das, was eh offensichtlich ist.
      Mehr Feuerwaffen in privater Hand führt zwangsläufig zu mehr Toten. Mal durch Amok, mal beim Ehestreit, mal beim Waffenputzen etc.

      Der Ursprung meines Kommentars bezog sich auf 46 Ermordete, die durch Schusswaffen zu Tode kamen, die für die Verwendung von Aktivitäten in Schützenvereinen angeschafft wurden.
      D.h. wenn der private Besitz von Feuerwaffen untersagt gewesen wäre, wären die 46 Menschen noch am Leben.
      Ihre Ausreden, diese oder andere 46 Menschen wären ohnehin ermordet worden, da es auch alternative Tötungsformen gibt, ist zwangsläufig rein hypothetisch.

      Gewiss – es gibt sehr entschlossene Massenmörder. Und der eine oder andere hätte zur Bombe gegriffen oder hätte sich illegal Feuerwaffen besorgt. Aber auch das ändern nichts an der Tatsache, dass dann weitere Variablen hinzugekommen wären, die die Tat erschwert und das Entdecken der Planung erleichtert hätte.

      Wenn erst einmal der private Besitz von Feuerwaffen verboten ist, erhöht sich zwangsläufig die Beschaffungskosten und die Anzahl von Zeugen, denen klar ist, dass hier eine illegale Tat im Gange und in Vorbereitung ist.
      Kombiniert werden sollte das Verbot von Feuerwaffen in Privatbesitz mit einer Amnestie für private Waffenbesitzer, die ihre Waffen abgeben (selbstverständlich gegen finanzielle Entschädigung) und mit der Einführung einer sehr hohen Belohnung für die Bekanntgabe illegalen Waffenbesitzer nach Ablauf der Amnestiefrist.

      Die Zahl der Tötungen (welcher Art auch immer) wird mit großer Wahrscheinlichkeit abnehmen.
      Die Verwendung illegaler Waffen wird wohl zunehmen.
      Aber zumindest wäre erst dann alles dafür getan, um die Menge der Getöteten zu minimieren.
      Der Verlust für Privatleute, dann keine Feuerwaffen mehr einsetzen zu können, ist im Vergleich dazu doch zu verschmerzen.

      Ich würde vorschlagen, hier die Diskussion zu beenden.
      Auf einen gemeinsamen Punkt werden wir hier wohl nicht mehr kommen 😉
      Ich möchte mich dennoch für die Informationen und für den Einblick bedanken.

      Ich würde die Diskussion aber auch mit Frau Katja Triebel weiterführen, wenn dies ausdrücklich von Ihnen gewünscht sein sollte.
      Allerdings habe ich den Eindruck, dass nun beide Seiten ihren Standpunkt deutlich gemacht haben und wohl keine weiteren Ergänzungen zu erwarten sind.

      • Begründen Sie diese Annahme mit Studien, die diese belegen können: „Letztendlich ist es halt wahrscheinlicher, dass es weniger Tote durch Fremdeinwirkung geben wird, wenn wesentliche Tötungswerkzeuge, erst gar nicht in die Verbreitung eines privaten Umfeldes kämen.“ und setzen Sie die Ergebnisse gegen das Benefit des privaten Waffenbesitzes.

        Nur weil beim Skifahren Lawinen ausgelöst werden und sich Skifahrer in Notfallsituationen begeben, die das Leben von Rettungsmannschaften gefährden, wird man Skifahren nicht verbieten, obwohl allein in Österreich jedes Jahr 100 Menschen tödlich beim Skifahren verunglücken.

        Alle Nichtskifahrer können behaupten, dass man Skifahren nicht braucht.

        Sie können in einem demokratischen Land nicht Jägern den Zugang zu Waffen ermöglichen, aber Sportschützen, Sammlern und anderen ehrbaren Bürgern nicht. Das wäre eine Diskriminierung, da es auch Jäger gibt, die ausschließlich im Ausland jagen – just for fun – ohne der deutschen Gesellschaft ein höheres Benefit zu geben als den wirtschaftlichen Effekt beim Einkauf der Jagdausrüstung und den Kosten für die Jagdausbildung.

  11. Sehr geehrter Herr Stapelkamp,

    einschränkende Normmodifikationen müssen immer begründet werden, und zwar so das sich die Begründung nachvollziehen läßt weil diese dem Stand von Forschung und Technik entsprechen müssen.

    Als Sachverständiger habe ich selbstverständlich jederzeit legalen Zugang zu Schusswaffen. Vielleicht bin ich sogar Berufswaffenträger?
    Sie würden absehbar einen Tobsuchtsanfall erleiden, wenn Sie auch nur ungefähr wüssten was ich alles „darf“, auf Grundlage geltenden Rechts und noch nicht mal zur Gefahrenabwehr….
    Schusswaffen gehören mit Abstand zu dem am wenigsten sicherheitsempfindlichen Gegenständen mit denen ich beruflich umgehe.

    Davon abgesehen brauchen Sie keine Diskussion einfordern, wo Sie nicht diskutieren wollen und können. Das habe Sie ehrlich bei dem apodiktischen Unfug auch nicht erwartet?

    Was Sie hier wiederholt und von keiner Fachkenntnis getrübt vorbringen, darf man als Meinung gerne stehen lassen, es spricht inhaltlich für sich selbst.

    Bei jeder Sachverständigenanhörung, wie zu solchen Normmodifikationen im BT üblich, werden Sie mit solchen „Argumenten“ höchstens Heiterkeit bewirken.

    Waffentechnisch, rechtlich und kriminologisch nicht begründete Hypothesen, argumenativ nicht belastbar und letzlich nur eine menschliche Befindlichkeitsäußerung; denn ein Standpunkt benötigt ein Fundament. Das ist hier nicht erkennbar, Neudeutsch darf das wohl unter „Getrolle“ abgelegt werden.

    Peter

  12. Hallo Frau Triebel,

    gern geschehen. Äußern darf sich ja jeder der sich berufen fühlt, warum auch nicht. Hier ist halt schon vom ersten Ansatz des ersten Komentars an offenkundig dass sich der Herr hier nur beteiligt hat, um aus beliebigem Widerspruch zu seinen vermeintlich zwingen logischen, gar genialen, Ideen, sein eigenes Weltbild von den fanatischen Waffennarren bestätigt zu bekommen; ganz gleich welchen Inhalt Antworten auf seine Hypothesen haben.

    Natürlich ist es wenig erfreulich solch unausgegorenen Kram zu lesen, aber gleichzeitig legen doch solche Kommentare auch gnadenlos offen, das der Herr das ganze Thema in all seinen Aspekten nicht verstanden hat und auch kein Interesse an einer Auseinandersetzung in der Sache besteht. Was dann Interpretation bleibt ist die Frage ob der Kommentator aus einer wie auch immer begründeten Verblendung oder tatsächlichen Unvermögen juristische, physikalische, pathologische oder gar kriminologische nicht ausreichend durchdringen kann.

    Auch sehr vielsagend,
    mir persönlich die Eignung zum Umgang mit Handwaffen absprechen wollen, dann „nur Waffen in Staatshand“ fordern und garnicht in Erwägung ziehen dass hier auch Menschen kommentieren die beruflich mit Schusswaffen umgehen, gar Berufswaffenträger sein können?
    Das hat schon einen gewissen Unterhaltungswert.
    Denn wir wissen ja alle, als Zivilist soll der Peter im Verein (ich bin in keinem!) nur mit vemeintlich harmlosen „Luftgewehren spielen“, wogegen der selbe Mensch nach einem möglichen Dienstantritt (womöglich mit Anlegen der Dienstkleidung) sofort zu einem fehlerlosen, immer richtig agierenden „Super-Peter“ mutiert…..und nach Dienstschluss wieder zum unmündigen Bürger zurückverwandelt. Einfach erschütternd…..

    Das nach neueren Untersuchungen leider jeder entgegen der Rechtslage Zugang zu Schusswaffen und Munition hat, ist auch noch nicht zu dem Herrn durchgedrungen.

    Macht aber nichts, denn ich bin mittlerweile der Ansicht das es vergebliche Mühe ist auf die ganze Fülle der Fachliteratur zu verweisen. Wer wirklich Interesse am Thema hat mag sich selbst einarbeiten.

    Aber wer als Erwachsender in der Bundesrepublik noch nicht verstanden hat was das „Gewaltmonopol“ beeinhaltet, und solches mit „unmittelbarem Zwang“ verwechselt, möchte nach aller Erfahrung sein Weltbild zementieren, nicht sachlich diskutieren.

    Peter

  13. Genau. Eine absolut dumme Argumentation. Amokläufe wird es immer geben. Entweder durch den Staat am Bürger oder durch die Bürger untereinander. Ich glaube der letzte Staatlich Amoklauf in Deutschland hat 8 Millionen hier nicht genauer genannte Personen das Leben gekostet. Auch ist es so, dass eigentlich nachvollziehabrer Racheakte am Staat oder Vorgesetzten häufig patholigisiert werden. Ich denke nur an den einen Schüler in Erfurt, der von der Schule geworfen wurde, weil er eine Krankmeldung gefälscht hat und dadurch seine komplette Zukunftsperpektive verlor. Ich finde es zwar nicht gut oder sinnvoll, dass er dann eine Menge Leute an seiner Schuler ermordet hat, aber nachhvollziehbar, denn die Gesellschaft und die Leute an dieser Schule haben ihn ja letztlich auch fertig gemacht.Ich denke man sollte also eher anfangen, das Systme zu ändern, statt Waffen zu verbieten. Das Rechtssystem in der EU ist mittlerweile so sehr auf Überwachungsstaat, Unterdrückung und Bürgergängelung getrimmt, dass mir ehrlich gesagt die Legalwaffenbesitzer mehr Angst machen, als die Illegalbesitzer, denn wer hier mit dem Staat kooperiert und vom Staat ein derartiges Vertrauen ausgesprochen bekommt, dass er ein Mordwerkzeug besitzen darf ist letztlich selbst wahrscheinlich schon psychisch auffällig. Mich stört auch, dass Verbrechen heutzutage immer von Psychiatern Analysiert werden. Das mag durchaus in manchen Fällen seine Vorteile haben. Es ist jedoch nur einen Schritt von Dr.Mengele und Konsorten entfernt, wenn man abweichendes Verhalten oder Rache, Bosheit und Gewalt, die natürliche Menschliche Triebe sind pathologisiert. Denn Gut und Böse sind subjektiv und werden von der herrschenden „Klasse“ oder Gruppe festgelegt. Wenn die dann soagr noch in die Gedanken der einzelnen Eingreifen kann, kann das nicht gut enden. Und Geisteskranke werden immer morden. Selbst wenn es keine Waffen mehr gibt. Was hat Mengele im KZ getan. Gemordet und gefolter.

  14. Lach… der Täter zu Winnende war nicht legal im Besitz der Tatwaffe was mehr als weniger hinreichend bekannt ist. Einmal abgesehen davon:

    es wird kaum der Unterschied zwischen einem „echten“ Amoklauf gemacht und einer sogenannten „Tat aus Verzweiflung“ denn dabei gibt es himmel weite Unterschiede. Lustig fand ich nach Winnende gleich drei angebliche Fachpsychologinnen die in einem Landtag offen für jedermann den typischen Amokläufer beschreiben sollten. Demnach ist der typische Amokläufer ein junger Mann, meist etwa zwischen 18 und 20 Jahre, er hat kaum soziale Bindungen. liebt Ballerspiele und gilt als Aussenseiter.

    Etwas später gab es einen (angeblichen) Amoklauf bei Gericht. Ein älterer Herr, weit über 60 mit besten sozialen Kontakte der nie Ballerspiele spielte.

  15. Ich kann mich nur wundern, daß hier doch einige versuchen mit Herrn Torsten Stapelkamp zu diskutieren. Das ist verlorende Zeit. Eine Unterhaltung mit einer Wand wäre ergiebiger.
    Dieser Herr will weder diskutieren noch ist er sachlichen Argumenten zugänglich. Das einzige was dieser grüne Herr will, sein krudes Gedankengut in Worten aus besuchten dialektischen Schnellkursen an den Mann/Frau bringen.
    Die Kommentare gegen den geistigen Ausfluß des Herrn Stapelkamp begründen sich selbst. Wer seinen normalen Hausverstand noch nicht politisch korrekt entsorgt hat, begreift was gemeint ist

    • Hier werden von den Befürwortern der Freigabe von Feuerwaffen an Privatpersonen stets Vergleiche angestellt, die nie etwas mit dem Kernthema des Artikels „Statistik der Bundesregierung zu Amokläufen“ und den kritischen Kommentaren zum Besitz von Feuerwaffen in privater Hand zu tun haben.
      Waffen – insbesondere Feuerwaffen – können z.B. niemals Sportgeräte mit ausschließlich friedlicher Absicht sein. Schließlich bleiben die Eigenschaften und damit die potenziell tödlichen Gefahren von Feuerwaffen uneingeschränkt erhalten.
      Auch die Vergleiche mit anderen Waffen wie Messern machen keinen Sinn, da Messer zwar Waffen, aber keine Distanz-Waffen sind. Zudem fehlt es Amok-Schützen in der Regel an Mut, sich mit einem Messer selbst zu töten, um sich dann – wie oft üblich – feige der Verantworten entziehen zu können.

      Der Vergleich „…es sollten waffen und sportgeräte differenziert werden! Ein F1 topp Rennwagen ist auch kein Straßen Mercedes!“ macht daher schon gar keinen Sinn.
      Zumindest dann nicht, wenn sich grundsätzlich die Frage stellt, ob der Zugriff auf Feuerwaffen für Privatpersonen gesetzlich verboten sein sollte.

      Es gibt einfach nicht einen einzigen Grund, Feuerwaffen an Privatpersonen auszugeben.
      Es gibt auch keinen dringenden Anlass, Feuerwaffen für vermeintlichen Sport oder zum Spass einzusetzen.

      Es geht doch um folgende Fragen:
      1) Würde es weniger gewaltsame Todesfälle geben, wenn es weniger Feuerwaffen in privatem Besitz gäbe?
      Dies lässt sich zumindest vermuten.
      Weniger Möglichkeiten der direkten Tötung – ob durch Zufall oder fahrlässig bewirkt – haben wahrscheinlich weniger Taten zur Folge.

      Gewiss – ein Beweis ist dies noch nicht.

      Direkt zu Anfang stellte ich folgende Fragen,
      die wohl nicht ohne Grund, noch von niemandem
      hier beantwortet wurden 😉

      1) Warum sollte es für die Existenz eines Schützenvereins relevant sein, das Schießen mit Klein- und Großkaliber-Waffen einzusetzen/anzubieten?
      2) Gibt es eine ernst zu nehmende Notwendigkeit, Privatpersonen den Besitz von Klein- und Großkaliber-Waffen zum privaten Gebrauch für Spass und Sport zu gestatten?
      3) Dann stellt sich noch die Frage, ob diejenigen, die durch Waffen, die aus Schützenvereinsaktivitäten stammen, ermordet wurden und werden, noch leben würden, wenn Schützenvereine grundsätzlich auf den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen verzichten würden.

      Die Verantwortung für alle Folgen durch den Besitz von Feuerwaffen in privater Hand bleibt demnach bei den Händlern dieser Feuerwaffen und bei denen, die meinen, unbedingt mit Feuerwaffen zum Spass rumballern zu müssen.

      Sobald diese unvernünftigen und unnötigen Handlungen bezüglich des Besitzes von Feuerwaffen in privater Hand verboten würden, gäbe es weniger Stress und ganz offensichtlich auch weniger Todesfälle, sei es
      – durch versehentliche Selbsttötung beim Reinigen einer Feuerwaffe
      – oder Tötung des Schieß-Lehrers durch Unerfahrenheit der Schieß-Schüler bzw. Rückstoss einer Feuerwaffe
      – oder durch fahrlässige Unterbringung der Feuerwaffe und Versäumen des Wegschließens
      – oder durch geplante Tötung durch einen Täter, der nach Herumballern und Tötung als Amokschütze gilt.

      • 1) Würde es weniger gewaltsame Todesfälle geben, wenn es weniger Feuerwaffen in privatem Besitz gäbe?

        Nein, würde es nicht!

        In England gibt es sehr wenige legale Waffen und eine hohe Mordrate. In der Schweiz, Norwegen und Luxemburg gibt es sehr viele legale Waffen und sehr niedrige Mordraten.

        Tödliche Unfälle passieren fast nie beim Sportschießen und Reinigen. Und Amok kann man – wie Nizza und Berlin zeigen – auch mit Lastkraftwagen.

        Zudem ist das häufigste Tötungsmittel immer noch die Hand (erwürgen, ersticken, erschlagen, schubsen von Höhen oder vor fahrende Transportmittel).

      • Die Frage „Würde es weniger gewaltsame Todesfälle geben, wenn es weniger Feuerwaffen in privatem Besitz gäbe?“ lässt sich wohl kaum pauschal und hinreichend abgesichert beantworten.

        Nur weil es Hände zum Erwürgen, Werkzeuge, Lastwagen und andere Mord-Methoden gibt, muss man diesen Möglichkeiten doch keine weiteren Werkzeuge hinzufügen. Zudem sind sie auch nicht immer direkt vergleichbar.
        Die Frage, ob es durch weniger Feuerwaffen in privater Hand weniger Töte geben könnte, bleibt auch durch Ihre Beispiele unbeantwortet.
        Schließlich geht es nicht darum, absolute Zahlen und Statistiken zu vergleichen.
        Sondern man sollte sich die Fragen stellen,
        – ob Feuerwaffen in privater Hand nicht zusätzliche Gelegenheiten zur Tötung bieten?
        – ob Täter an Stelle einer Feuerwaffe, die Distanz, eigen Schutz und eine schnelle sichere Selbsttötungsmöglichkeit bietet, tatsächlich zu einer anderen Waffe (Schnittwerkzeuge, Luftgewehr etc.) greifen oder gar die bloßen Hände zur Tötung nehmen würden.

        Man kann durchaus vermuten, dass jene Täter, die durch Zufall, Möglichkeit oder mit gezielter Absicht zu Feuerwaffen greifen, nicht umgehend zu alternativen Tötungsmitteln greifen würden. Zumindest fallen Affekttaten dann wohl eher aus. Die zeitliche Distanz vom Auslösen einer Tötungsabsicht und dem Ausführen könnten entschieden verlängert werden. Der potenzielle Täter gewinnt Zeit zum Nachdenken, Reflektieren und Überdenken seiner Tat.

        Es mag Prinzip Hoffnung sein.
        Aber schließlich gibt es keine zwingende Notwendigkeit, Feuerwaffen an Privatpersonen auszugeben.

        Zudem blieben die anderen von mir gestellten Fragen unbeantwortet:
        1) Warum sollte es für die Existenz eines Schützenvereins relevant sein, das Schießen mit Klein- und Großkaliber-Waffen einzusetzen/anzubieten?
        2) Gibt es eine ernst zu nehmende Notwendigkeit, Privatpersonen den Besitz von Klein- und Großkaliber-Waffen zum privaten Gebrauch für Spass und Sport zu gestatten?
        3) Dann stellt sich noch die Frage, ob diejenigen, die durch Waffen, die aus Schützenvereinsaktivitäten stammen, ermordet wurden und werden, noch leben würden, wenn Schützenvereine grundsätzlich auf den Einsatz von Klein- und Großkaliber-Waffen verzichten würden.
        (– durch versehentliche Selbsttötung beim Reinigen einer Feuerwaffe
        – oder Tötung des Schieß-Lehrers durch Unerfahrenheit der Schieß-Schüler bzw. Rückstoss einer Feuerwaffe
        – oder durch fahrlässige Unterbringung der Feuerwaffe und Versäumen des Wegschließens
        – oder durch geplante Tötung durch einen Täter, der nach Herumballern und Tötung als Amokschütze gilt.)

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