Die Seite Drei der SZ: Katja Triebel im Interview

 

SZ-Bild
Link zur PDF

 

Letzten Monat hatte ich Besuch von der Journalistin Renate Meinhof. Wir haben über eine Stunde miteinander geredet. Die Stimmung ähnelte eher einem Treffen beim Wein in einer Kneipe als einem Interview. Heraus kam ein toller Bericht über Angst und Selbstverteidigung.

Deutschland bewaffnet sich

Doch woher kommt das Schutzbedürfnis, wo doch die Zahl der Straftaten nicht gestiegen ist? Ein Boxtrainer, ein Psychiater und eine Waffenhändlerin erzählen.

Von Renate Meinhof, Berlin

Online kann man nur den Teaser, aber nicht das gesamte Interview lesen, daher folgen hier nur ein paar Zitate.

Aber auch die sehr bodenständige Katja Triebel, Waffenhändlerin aus Berlin-Spandau, kann erzählen, warum plötzlich ältere Damen Revolver kaufen und der Professor seine ganze Familie mit Pfefferspray ausrüstet. Das gebe „gerade manchen Frauen so viel mentale Sicherheit, dass sie auch körperlich ihre Wehrkraft darstellen können“.

Es hat niemand zu bewerten, wie der Einzelne mit seiner Angst umgeht. Nur, das sagt der Psychiater Sterzer, „die Mechanismen der Angst sind im Gehirn keine Selbstläufer, sie sind beeinflussbar. Man muss sich nicht gleich eine Knarre kaufen. Dann funktioniert unser Zusammenleben nämlich irgendwann nicht mehr.“

Im Print-Artikel selber lässt Meinhof den Psychiater weiter reden:

Aber, natürlich, manchem hilft das,mit der Angst umzugehen, sich wieder in Situationen zu begeben, „in denen ich aktiv Stichproben sammle, um Unsicherheit abzubauen. Dafür wäre Pfefferspray dann so etwas wie das Bedarfsmedikament für einen Patienten mit, sagen wir, extremer Flugangst: Auch wenn ich es nicht brauchen sollte, es gibt mir Sicherheit, sodass ich überhaupt ins Flugzeug steige.“

Eine Waffe tragen wie ein Bedarfsmedikament? Ein Beruhigungsmittel?

Dies ist dann die Überleitung zu ihrem Besuch bei mir. Sie schreibt von der leeren Vitrine, vom Kudu an der Wand, vom Urgroßvater, der das Geschäft vor 100 Jahren gegründet hatte und von den vielen neuen Kundinnen, die sich mit Sterzers Flugangstpatienten vergleichen lassen.

Es gibt drei Zwischenüberschriften in dem Artikel. Die in der Mitte lautet:

„Ich wollte nie eine Waffe im Haus, aber . . .“ So beginnen jetzt viele Gespräche, sagt Frau Triebel

Übereinstimmungen zwischen dem Boxtrainer, der Frauen Selbstverteidigung beibringt, und mir werden auch aufgezeigt. Wir beide wissen, wie schwer es Frauen fällt, einen Angreifer zu verletzen. Wir müssen uns mit Training und auch mental darauf vorbereiten, dass unser Leben mehr Wert hat, geschützt zu werden, als das des Angreifers.

Diejenigen, die körperlich dazu in der Lage sind – wie die Friseurin, die Journalistin, die Schülerinnen, und die Immobilienkauffrau -, können Selbstverteidigung in Kursen wie dem seinem lernen. Die, die sich ohne Selbstschutz nicht mehr trauen, den Hund Gassi zu führen oder joggen zu gehen oder einzuschlafen, kann der Besitz eines Pfeffersprays oder eines Gasrevolvers wieder Sicherheit geben.

5 Gedanken zu “Die Seite Drei der SZ: Katja Triebel im Interview

  1. Der Hauptfaktor in der SV sind nicht die Waffen und die Kurse, sondern der Wille zur Anwendung. Die Instinkte, welche zur effektiven SV nötig sind, wurden dem Bürger über Jahrzehnte aus den Genen getrieben. (Überlass das der Polizei, oder, mit dem Hute in der Hand kommt man durchs ganze Land, usw, usw), Dazu kommen unzähluge Beispiele, bei denen der Verteidiger selbst verklagt wurde, z.T. weil natürlich die Richter keine blassen Schimmer von der Materie haben (selbst das SV innerhalb der Polizei basiert großteils auf SV-Mythen.).

    Was benötigt wird, ist –
    1. vorbehaltlose Rückendeckung der Justitz für klare Fälle von SV.
    (Bei der politisch korrekten Situation ein feuchter Traum.)
    2. Das An-Trainieren des sog. „Crocodile-mind“. Dieses Tier schnappt sofort und ohne Abwägung zu. Ob sich vor ihm ein Büffel, eine Haubitze oder ein Kleinkind befindet: Schnapp, in 0.05 sec. Ein Tiger ist ein Zauderer im Vergleich!
    3. Angst und Physiologie der Gefühle wird in den meisten SV-Kursen grob vernachlässigt. Es wird zu viel mit „Systemen“ und Strukturen gearbeitet. Chaos schlägt Ordnung. Die Trainer sehen zuviel Hollywood. Dann wedelt der Schwanz den Hund.

    • @ alpha,

      nur ach „Zuschnappen“ mussvom Willen und dem tatsächlichen Vermögen her gewollt und gekonnt sein. Dürfte körperlich und mental nicht auf die Mehrheit der Bundesbürger zutreffen.

      „Kaare Fälle“ von SV sind naturgemäß in der Realität schwierig. Einmal weil was beim Vorgang realiter in einer Sequenz abläuft, so nicht immer kriminaltechnisch hinreichend auf der Zeitachse belegbar ist, und dann, weil der derzeitige Zustand unserer Justiz solche Verfahrensweise schlicht nicht zulässt. Bar jeder Erkenntnis, Einsatzerfahrung etc und dan noch reichlich realitätsgepampert. Von Ausnahmen abgesehen, ist da nicht viel zu erwarten!

  2. Ich halte es hiermit:
    Mir ist egal aus welchem Land du kommst! Packst du meine Familie an, ist unser Rechtsstaat dein kleinstes Problem.
    und:
    Waffen bringen keine Opfer zurück. Aber sie helfen, selber keines zu werden.
    NOTWEHR IST EIN GRUNDRECHT!!!
    Auch wenn es bis ins Knochenmark feige Subjekte nicht wahr haben wollen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s