Zeitgeisterjagd

MZeitgeisterjagd_Cover_2015_web_w800-662x1024atthias Heitmann geht auf Safari und jagt „Zeitgeister“.

Was einen guten Jäger ausmacht, ist das richtige „Ansprechen“. Darunter versteht der Waidmann die präzise Beobachtung und Identifizierung von Wild vor der Schussabgabe. Auch muss der Jäger die gesamte Biodiversität des Reviers beachten, um das richtige Verhältnis von Prädatoren (Beutegreifern) und Beutetieren (oft Pflanzenfresser) einzupegeln. Das nennt man Hege.

In manchen Fällen dezimieren Räuber ihre Beute bis zum drohenden Artverlust. In anderen Szenarien führen Umweltfaktoren zu einer solch großen Überpopulation von Pflanzenfressern, dass die Räuber sie diese nicht mehr regulieren können und die Pflanzenwelt bedroht ist. In beiden Fällen greift der Jäger ein und schafft ein Gleichgewicht, das zu unserer Kulturlandschaft passt.

Heitmann ist – ohne Jagdschein – ein sehr guter Zeitgeistjäger und -heger. Er spricht die Zeitgeister präzise an, zeigt ihre Schwächen und Stärken und analysiert die Räuber-Beute-Beziehung. Und das ist umso schwieriger, weil es – im Gegensatz zum Wild – keine eindeutigen Räuber und Beutetiere gibt.

So wird die Demokratie zum Räuber, wenn „zehn Füchse und ein Hase darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt“. Die durch Sicherheits- und Schutzgesetze bedrohte Freiheit könnte hingegen ihren Beutestatus abwerfen, wenn „der Hase mit einer Schrotflinte die Wahl anfechten kann“.

Ähnlich verhält es sich mit Toleranz und Intoleranz, mit Zeitdruck und Bedächtigkeit, mit Bildung und Einbildung, mit Egoismus und Altruismus – um nur einige der Zeitgeister zu nennen, deren Räuber-Beute-Beziehungen Heitmann anspricht.

Das Buch eröffnet dem Leser neue Horizonte, Einblicke und Erkenntnisse auf Dinge, die uns täglich begleiten. Das Schöne dabei ist, dass es keine alternativlose Lösung parat hat. Stattdessen werden eine Vielzahl von Wegen aufgezeigt, auf denen man selbst seine Lösungen finden kann.

Heitmann appelliert an seine Leser, selber zum Zeitgeisterjäger zu werden. Bei mir hat das funktioniert

Das Buch zur Jagd ist im TvR Medienverlag Jena erschienen, umfasst 19 Kapitel zzgl. Vorwort, 197 Seiten und kostet 19,90 EUR. Worum es geht, lässt sich in drei Sätzen zusammenfassen: die man auf der Webseite des Autors findet.

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