12 Wege, an der Waffenlobby vorbei die Verbrechensrate zu senken

Der österreichische Standard beschäftigt sich heute mit einem Blog-Artikel der Washington Post:

Dylan Matthew stellt 12 Maßnahmen vor, wie man Kriminalität mit Schusswaffen senken könnte und verlinkt diese mit Studien.

Die erste Maßnahme (Bleiverbot) werte ich als versteckte Anti-Waffen-Politik.

Warum?

Matthews 12 Wege, an der Waffenlobby vorbei die Verbrechensrate zu senken

  1. Bleiverbot
  2. Höhere Alkoholsteuer
  3. Pflegefamilien für junge Straftäter
  4. Bessere Polizeitaktik
  5. Sport nach der Schule
  6. Vorschulunterricht
  7. Vorgehen gegen Gangs statt Einzelmitglieder
  8. Illegale Waffen einziehen
  9. Alleinerziehende Mütter unterstützen
  10. Hilfe von Mentoren und Lehrern
  11. Therapien
  12. Hellere Straßenbeleuchtung

Der Standard schreibt dazu:

Etwa die Hälfte davon betrifft den Themenkomplex Erziehung: Von Unterstützung für alleinerziehende Mütter über Mentor-Programme bis zu Sport nach der Schule und Programmen, minderjährige Straftäter zeitlich befristet Pflegefamilien anzuvertrauen. Andere Punkte klingen vergleichsweise banal: Etwa bessere Straßenbeleuchtung oder Erhöhung der steuerlichen Abgaben auf Alkoholika.

Die ersten beiden Behauptungen zweifel ich an.

1. Bleiverbot

Es ist erwiesen, dass die Bleibelastung von IPSC Schützen sehr hoch ist.
Ich habe aber noch nie von einem IPSC-Schützen gelesen, der Gewaltdelikte mit Schusswaffen begangen hat. Von daher glaube ich der ersten Behauptung in dem Bericht überhaupt nicht.

M.E. haben sich in der gleichen Zeit, wo massiv versucht wurde, den Bleigehalt in Benzin und Farben zu reduzieren, auch die sozialen Umstände vieler Bürger verbessert. Es gibt in den USA eine „Studie“, die zeigt, dass Menschen, die über 100 Meter über NN leben, gewalttätiger sind. Ich denke, man kann beide Studien in den gleichen Topf packen: Quatsch.

Da der Autor genau diese Behauptung an erste Stelle stellt, vermute ich sogar, dass er aktiv Anti-Waffen-Politik betreibt. In den USA wird fast jedes Jahr von Anti-Gunnern ein Antrag auf Bleiverbot in Munition gestellt. Und fast jedes Jahr wird er von den Institutionen abgelehnt.  In Südamerika passiert das Gleiche: ein Bleiverbotsantrag nach dem anderen. Der Berichterstatter des WFSA aus Costa Rica hat dazu folgendes im März 2013 gesagt:

Wenn ein Bleiverbot für Munition in Südamerika kommt, stirbt der Schießsport und die Jagd. Wir können uns hier keine bleifreien Waffen oder Munition leisten.

In Südamerika haben die NROs (Nicht-Regierungs-Organisationen) jährlich 500 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Und sie lernen aus Fehlern.

Das Waffenverbot in Brasilien 2002 konnte nur abgewendet werden, weil die Kampagne über sechs Monate lief und die Waffenbefürworter ehrenamtlich  Eigeninitiative zeigten.

Das zweijährige Waffenhandelsverbot in Venezuela wurde vom UN-Gesundheitskommissar schnell und ohne Gegenwehr durchgesetzt. Costa Rica selbst droht ein Jagdverbot. Wir Südamerikaner brauchen Hilfe in unserem Kampf.

2. Alkohol

Es stimmt, die meisten Gewaltdelikte werden verübt, wenn Alkohol konsumiert wird. Dies zeigt auch die skandinavische ISEC-Studie. Eine Steuer auf Alkohol ist m.E. jedoch nicht der richtige Weg dahin; sondern Aufklärung und Behebung der Missstände, die Menschen alkoholabhängig machen. Die meisten trinken, weil sie mit ihrem Leben nicht klar kommen.

3. bis 12. Maßnahme

Die restlichen Überschriften lesen sich zunächst gut. Es ist tatsächlich so, dass Gewalt mit sozialen Problemen zu tun hat und gehäuft in Hot-Spots vorkommt, wo Arme leben und Gangs das Sagen haben. Gibt man den Menschen, die sich auf dem Abstiegsgleis befinden, emotionale, therapeutische, soziale und finanzielle Hilfe, so werden sie wieder Teil der Gesellschaft. Auch haben hier in Deutschland Studien der Polizei gezeigt, dass verbesserte Nachbarschaftskommunikation Gewalt reduziert.

Ich begrüße daher alle  FREIHEITLICHEN Ansätze der Eigenverantwortung: Hilfen, um dir selbst zu helfen.

Dagegen lehne ich „Hilfen“ ab, die besserwisserisch daher kommen und die Menschen von „Hilfen“ abhängig machen und von den „Helfern“ schikaniert werden.

Nicht umsonst haben wir in Deutschland in den letzten Jahren vermehrt Gewalt in Jobcentern, vor Gericht, an Gerichtsvollziehern etc. Erziehungseinrichtigungen, die ala DDR die Kinder politisch beeinflussen statt sie zu denkenden Bürgern zu erziehen, lehne ich jedoch ab.

Ein Gedanke zu “12 Wege, an der Waffenlobby vorbei die Verbrechensrate zu senken

  1. Die Südamerikaner mögen unter Bleiverboten leiden. Aber: Was glaubt Ihr: Wieviele Wochen braucht deutsche Ingenieurskunst, um uns bleifreie Geschosse zu geben?
    Das ganze halte ich jedoch, angesichts der hohen Standards für Schießstände in Deutschland für nen Witz. Als Jäger würde ich allerdings Möllers Kupfergeschoß nutzen.
    Unterm Strich ist das aus meiner Sicht nur wieder eine halbseidene Schikane ggen das Schießen.
    Die sozialen Maßnahmen klingen gut. Wenn sie gut gemacht sind, treffen sie den Kern des Problemes: Soziologische Probleme lassen sich nur mit soziologischen Mitteln lösen. Nicht mit waffenrechtlichen.

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