Regierungsformen

#WirSindMehr?

Roger Letsch, dessen Blog unbesorgt.de häufig bei Henrik M. Broders „Achse des Guten“ zitiert wird, kritisiert das mangelnde Demokratieverständnis der „WirSindMehr“ Aktion.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand unter den Konzertbesuchern auf die Idee kam, sich Gedanken über die tiefere Bedeutung dieses „Wir sind mehr“ zu machen. Doch dieser Satz, der etwas ausführlicher ja heißen will „Wir sind mehr als ihr, deshalb sagen wir, wo es lang geht, was richtig und was falsch ist“ grenzt aus und zieht eine scharfe Linie zwischen „Uns“ und „Denen“. …

„WirSindMehr“ ist das Prinzip, mit dem man auch eine Gruppenvergewaltigung rechtfertigen könnte. …Demokratie geht sicher anders. Demokratie bedeutet, dass keine Mehrheit sich an den verbrieften Rechten aller vergreift, auch nicht an den Rechten derer, die sich nicht zur Mehrheit rechnen. Dieses Prinzip gerät vollkommen aus dem Blick der Öffentlichkeit und der Politik.

Demokratieverständnis und WirSindMehr

Mir ist beim Lesen sofort der Aufklärungsfilm über „Monarchie, Diktatur, Oligarchie, Demokratie, Republik, Anarchie“ eingefallen, den man hier mit deutscher Übersetzung anschauen kann. 10 Minuten, die sich lohnen: Link

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Aktuell wird mit diesem Slogan die Enteignung weißer Farmer in Südafrika begründet. Mit diesem Slogan könnte man auch allen legalen Waffenbesitzern ihr rechtmäßiges Eigentum wegnehmen oder alle Reichen mit 100% Steuern belasten.

„WirSindMehr“: kein Slogan, dem wir folgen sollten!

Wer im „Kampf gegen Rechts“ (AfD) mit Linksextremisten (Antifa) Schulter an Schulter geht, der verkennt unsere Rechtsstaatlichkeit und sucht sich die falschen „Mehrheiten“.

Insgesamt betrachte ich mit Sorgen, wie in Deutschland und in der EU im Namen von „WirSindMehr“ immer häufiger die Freiheitsrechte der Bürger beschränkt werden.

Erschreckend dabei ist die Zustimmung der Mehrheit, wobei es sich eventuell auch „nur“ um die „veröffentlichte Mehrheit“ handeln könnte:

Wie die ARD über Chemnitz berichtet, hat mit Journalismus nichts mehr zu tun (FOCUS)

3 Gedanken zu “#WirSindMehr?

  1. Ein Blick in die Wahlumfragen und die Reaktion der Qualitätsmedien wird verständlich. Der Anlass ist allerdings so tragisch, dass es mir schwer fällt, mich überhaupt dazu zu äußern. Es hätte jeden gesetzestreuen Bürger treffen können, der an dem Volksfest unbewaffnet teilgenommen hat.

  2. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand unter den Konzertbesuchern auf die Idee kam, sich Gedanken über die tiefere Bedeutung dieses „Wir sind mehr“ zu machen.“
    Nicht nur das. Die Frage, die ich mir stelle ist: wieviele der „angeblich“ 65.000 Besucher des Konzert, wussten überhaupt worum es in Chemnitz ging und was dort passierte.

  3. Von der öffentlich-rechtlichen Propaganda-Maschinerie wird die „Volkesmeinung“ manipuliert wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik.
    Chemnitz zeigt überdeutlich, was mit „Berichterstattung“ so alles gemacht werden kann: Pöse Demonstranten sind gewalttätig und sowieso Nazis, gute Demonstranten sind immer in der Mehrheit, halten die Freiheit hoch und sind grundsätzlich friedlich. Der eigentliche Anlass spielt keine Rolle – es geht darum, diejenigen Mundtot zu machen, deren Meinung nicht der von den staatlichen Organen Vorgegebenen entspricht. Der Bürger darf nur noch um Flüchtlinge, Lesben und Schwule besorgt sein – eventuell darf er noch Befürchtungen um den Außenhandel oder den Kurs der Deutschen Bank haben. Alles andere ist Nazi.

    Im NDR-Radio wurde Anfang der Woche vielfach massiv darauf hingewiesen, dass alle Teilnehmer der „Merkel muss weg Demo“ intensiv vom Verfassungschutz beobachtet werden. Wer will da noch „Gesicht zeigen“? Und sich gar öffentlich kritisch äußern? So lange man etwas zu verlieren hat, wird die Zahl derer, die eine andere als die veröffentlichte Meinung haben, sicher klein bleiben.

    Es ist mittlerweile so weit, daß meine Frau mich bittet, doch darauf zu achten, was ich öffentlich äussere. Ich solle vorsichtiger mit meinen Meinungsäußerungen sein.
    Hatten wir das alles nicht schon einmal mit umgekehrten Vorzeichen? Ist das die freiheitliche Bundesrepublik Deutschland?

    „WirSindMehr“ läßt sich übrigens auf alles mögliche anwenden, u.a. auch auf Fliegen und deren Nahrung….Und Quantität ist mit Sicherheit kein Qualitätsmerkmal.
    Mehrheit hieß früher einmal nicht die Unterdrückung der „Wir sind Weniger“, sondern war die Vorbereitung auf einen Kompromiss. Vom dem sollten beide Seiten etwas haben, das hat mit „aufeinander zu gehen“ zu tun, mit Akzeptanz der Meinung des Anderen. Damit, dass man dem Andersdenkenden mal zuhört und sich sachlich mit ihm auseinander setzt und mal überlegt, was „dran sein könnte“.
    Das sind alles Dinge, die eine „WirSindMehr“ von den anderen fordert, aber selbst nicht Willens ist zu geben.

    Die selbsternannte „Mehrheit“ scheint sich im Recht zu fühlen, wenn sie mit lautem Krach Andersdenkende nieder brüllt, diffamiert und pauschal verunglimpft. Das ist richtig zur Mode geworden, egal ob Rocker oder Nazis oder besorgte Bürger oder Opfer.

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