Waffenwahn bei texanischen Kindern oder Vorsicht?

Galileo-Logo von WikipediaAm 12. April 2014 zeigte Galileo den Beitrag „Waffenwahn in Texas„.

In Deutschland heißt es nach Amokläufen immer: Waffengesetze verschärfen. Ganz anders in den USA, hier ist aufrüsten angesagt. Ein Pistolen-Pfarrer, Robotergewehre, die sich ihr Ziel selbständig suchen und Waffenkurse für Kinder – ein Land im Ausnahmezustand. Galileo schickt Reporter Cornel Bunz auf Entdeckungsreise nach Texas.

Anfangs wird ein Pistolen Pfarrer gezeigt, dessen Lieblingswaffe ein Dirty Harry Revolver ist, der Schießkurse anbietet, Notwehrkurse abhält, bewaffnet durch die Gegend läuft – auch in der Kirche – und seiner 5-jährigen Tochter das Schießen beigebracht hat. Er kann auch das Töten eines Angreifers in Notwehr mit der christlichen Lehre vereinen. Das sei Gottes Wille.

Unterschied zwischen Kalifornien und Texas

Dann wird Kalifornien mit Texas verglichen. Während in Kalifornien ein strenges Waffenrecht herrscht mit Registrierung einer jeden Waffen, dem Verbot von Privatverkäufen und dem Verbot von automatischen Sturmgewehren (ähnlich wie in Deutschland), herrscht in Texas ein sehr liberales Waffenrecht. Dort benötigt man lediglich eine Lizenz, wenn man eine Kurzwaffe in der Öffentlichkeit tragen möchte.

Jetzt würde jeder denken, dass es in Texas Mord- und Totschlag gibt und in Kalifornien Friede, Freude, Eierkuchen. Doch dem ist nicht so: In Kalifornien werden mehr Menschen ermordet als in Texas und auch mehr mit SchusswaffenHier die Daten des FBI aus dem Jahr 2012 und die Background Checks pro Staat.

Texas:

  • 4,4 Morde pro 100.000 Einwohner
  • 1.144 Mordopfer auf 26,059,203 Einwohner
  • davon 745 mit Schusswaffen, d.h 65%
  • 5.261 Background Checks per 100,000 Einwohner

Kalifornien:

  • 5,5 Morde pro 100.000 Einwohner
  • 1,884 Mordopfer auf 38,041,430 Einwohner
  • davon 1,304 mit Schusswaffen, d.h. 69%
  • 2.842 Background Checks per 100,000 Einwohner

Anhand der Background Checks (Zuverlässigkeitsprüfung) könnte man davon ausgehen, dass in Texas fast doppelt so viele legale Waffenbesitzer leben wie in Kalifornien. Da jedoch für jede Waffe und nicht für jeden Waffenbesitzer ein Check durchgeführt wird, sind eventuell die Daten einer staatlichen Umfrage mit 36% legalen Waffenbesitzer in Texas und 21% in Kalifornien zutreffender. Beide Daten weisen darauf hin, dass sich in Texas mindestens 1,5 fach so viele legale Waffenbesitzer befinden wie in Kalifornien.

Ein weiterer Unterschied zwischen Kalifornien und Texas ist die Verteilung von Land- und Stadtbevölkerung. Während in Kalifornien 98% der Einwohner in großen Städten wohnen, sind dies nur 91% in Texas. 98% der kalifornischen Morde finden in Großstädten statt, 88% in texanischen Großstädten.

Schusswaffenkriminalität ist laut vieler Studien ein urbanes (städtisches) Phänomen, das vermutlich in Zusammenhang mit sozialer Ausgrenzung, Gangs und Drogenhandel steht, sowie der Verfügbarkeit von illegalen Waffen

Restriktive Waffengesetze haben nur eine Auswirkung: Sie verhindern den legalen Besitz für gesetzestreue Bürger, jedoch nicht den illegalen Besitz für Verbrecher.

Die Mär der 30.000 jährlichen Schusswaffenopfer

Zu den 30.000 Schusswaffentoten zählen fast 20.000 Selbstmorde, bei denen das Tatmittel zweitrangig ist.

Ein Selbstmord wird nicht durch restriktive Waffengesetze verhindert. Hat der Selbstmörder keine Waffe, dann nimmt er einen Strick oder stürzt sich vor einen Zug. So ist die Selbstmordrate in den USA identisch mit der in England bei ca. 12 pro 100.000 Einwohner, obwohl in England seit 1996 alle halbautomatischen Waffen verboten sind, d.h. auch Pistolen und Revolver.

Zu diesem Ergebnis kommt auch Dr. Christian Westphal in seiner Doktorarbeit:

Verlaufsdaten aus Österreich von 1982 bis 2011 zeigen zwar, dass mit mehr Schusswaffenlizenzen mehr Schusswaffensuizide einhergehen, aber die Gesamtzahl der Suizide steigt nicht an. Es lässt sich also aus den von mir untersuchten Daten im selben Zeitraum kein Zusammenhang zwischen der Schusswaffenverbreitung und der Zahl aller Suizide messen.

Schaut man sich die FBI Statistik richtig an, bleiben in einem Land mit geschätzen 300 Millionen Waffen und amtlichen 313.914.040 Einwohnern 8,855 Schusswaffenmorde, von denen 409 gerechtfertigt von der Polizei im Dienst verübt wurden und 258 gerechtfertigt von privaten Waffenbesitzern in Notwehr. Das heißt von den o.g. 30.000 Opfern bleiben 8188 Opfer übrig. Von diesen sind 900 Opfer in Bandenkriegen und 1300 Opfer von Gewaltverbrechen, bei 3400 Opfern ist das Motiv nicht bekannt.

Bekannt ist jedoch, dass auch in den USA über 90% der Mörder eine lange kriminelle Historie mit Gewalt hinter sich haben. Mehr als 20% haben zum Tatzeitpunkt sogar eine „einstweilige Verfügung“, sich dem Opfer nicht zu nähern. Diese Menschen bekommen auch in den USA keine legalen Waffen. Die Frage bleibt, wie sie illegal an Waffen heran kommen.

Waffen und Kinder: Waffenwahn?

Reporter Cornel Bunz interviewt Mütter, die selber schießen und ihren 3-12 jährigen Kindern das Schießen beibringen. Auf die Frage, ob das nicht ein bißchen früh sei, antwortet ein Mutter: „Nein, Vorsicht ist besser als Nachsicht.“ Die Tochter vom „Pistolen Pfarrer“ stößt ins gleiche Horn. „Ich will niemanden verletzen“, sagt sie, „aber wenn jemand mich oder meine Familie angreift, dann muss ich handeln.“

In den USA gibt es viele ungeschützte Orte und auch viele Verbrecher mit Schusswaffen. Der Kriminologe Gary Kleck geht von 500.000 bis  2.500.000 Fällen pro Jahr in den USA aus, in denen Waffen zur Selbstverteidigung benutzt werden. Meist reicht schon das Zeigen der Waffe. In 80% der Konflikte fällt kein einziger Schuss.

Aber Kinder? Auch Kinder befinden sich in den USA öfters durch einen bewaffneten Einbruch in Gefahr und verteidigen sich, ihre Geschwister oder Mütter mit eben diesen Waffen. Wer es nicht glaubt, möge hier als Beispiel drei Geschichten lesen: When Kids and Guns Mix

Kinder sind neugierig. Laut einer US-Studie von 2006 wussten 39% der Kinder, wo die Waffen der Eltern aufbewahrt werden und 22% haben sogar damit rumgespielt.

Sich ausschließlich auf Strategien zu verlassen, die natürliche Neugier eines Kindes zu verringen, indem man Kindern erzählt, dass Waffen gefährlich seien, oder die Annahme, ein Kind sei stets gehorsam und würde ein gefundene Waffe niemals berühren, sind völlig ineffektiv, sagte Matthew Miller, stellvertretender Direktor des Harvard Injury Control-Forschungszentrum und Co-Autor der Studie.

Ist es da nicht besser, Kinder mit auf den Schießstand zu nehmen und ihnen unter Aufsicht zu zeigen, wie man mit einer Waffe umgeht? Wir zeigen unseren Kindern doch auch, wie gefährlich Feuer wird, wenn man es unsachgemäß verwendet.

If you see a gun: Stop! Don't Touch. Run Away. Tell A Grown-Up.Wenn Kinder lernen, mit Waffen sachgemäß umzugehen und ihre Neugier auf dem Schießstand befriedigt wird, dann funktioniert auch das „ Eddie Eagle GunSafe® Program, mit dem die NRA seit 1988 über 25 Millionen Grundschulkinder aufklärt:

Wenn du eine Waffe siehst:
STOP!
Nicht anfassen.
Verlass den Ort.
Erzähle es einem Erwachsenen.

Das funktioniert natürlich nicht, wenn das Kind zum allerersten Mal durch einen Fund den Umgang erhält. Das ist das gleiche wie beim Feuer. Wer mit Eltern zündeln durfte, ein Lagerfeuer überwachen durfte, der wird einen kleinen Brand melden. Wer nie in die Nähe von offenem Feuer gelangte, wird fasziniert vor dem Brand stehen, Stöckchen rein werfen und es beobachten.

Die gleiche Einstellung habe ich auf dieser Seite gefunden: Disarming Kids’ Curiosity

Kathy Jackson beschreibt sehr anschaulich, wie sie es in ihrer Familie machte und wie ihre erweiterte Eddie’s Eagle Regel tatsächlich funktionierte.

Als unsere Kinder zu jung zum Sprechen waren, verstauten mein Mann und ich einfach die Waffen an einem sicheren Ort, wo sie auch heute noch verwahrt werden. Aber als die Kinder alt genug waren, Fragen zu stellen, Dinge zu erforschen und zu ergründen, realisierten wir, dass wir eine weitere Sicherheitsschranke benötigen zwischen unseren Kindern und unseren Schusswaffen. Daher begannen wir unseren Kindern zu erklären, wie man sicher mit Schusswaffen umgeht.

… Früher oder später wird jedes Kind fragen, ob es auch mal laden und abfeuern darf.

…Bevor man zum Schießstand geht, sollten die Kinder eine Ahnung bekommen, was sie dort erwartet. Sie sollten die Schusswaffenregeln für Kinder kennen und die Vier Kardinal-Regeln zur Sicherheit. Sie müssen auch wissen, dass das Tragen der Schutzbekleidung (Gehörschutz, Schutzbrille) und das Einhalten der Regen nicht verhandelbar ist, wenn man das Privileg erhält, mit einer echten Waffe schießen zu dürfen.

Als dann ihre drei Söhne (alle unter 10 Jahren) auf Geheiß der Eltern in das leere Auto eines Freundes einstiegen und dort seine Range Bag mit Schusswaffe sahen, haben sie beratschlagt, was zu tun ist: damit spielen, wegrennen oder den Eltern erzählen. Sie haben sich für Letzeres entschieden.

Die vier Kardinal-Regeln

  1. Jede Waffe ist jederzeit geladen.
  2. Ziele niemals auf etwas, dass du nicht zerstören willst.
  3. Der Finger bleibt solange weg vom Abzug bis das Ziel erfasst ist und du wirklich abdrücken willst.
  4. Vergewisser dich, was sich hinter deinem Ziel befindet..

Diese vier Regeln gelten für jeden, nicht nur für Kinder, immer und überall. Sogar, wenn man sich zu 100% sicher ist, dass man die Waffe selber entladen hat, ist die Überprüfung des Ladezustands das erste, wenn man eine abgelegte Schusswaffe in die Hand nimmt.

Sollen nun Kinder ungehindert an Waffen kommen?

Ich denke das kommt auf das Wohnumfeld an. Wir in Deutschland leben meist an Orten, wo die Gefahr, dass unser jugendliches Kind mit einer Waffe Selbstmord verübt, größer ist als dass es sich damit gegen wilde Tiere oder Verbrecher verteidigen müsste. Ich würde daher nie, auch wenn es erlaubt wäre, Waffen und Munition für Kinder zugänglich verwahren.

Und so sehen es auch viele US-Amerikaner, die ähnlich wohnen, wie z.B. Carrie Lightfoot, die aus ihrem Hobby ein Geschäft machte und sich speziell um die Bedürfnisse amerikanischer Waffenbesitzerinnen kümmert. Guns & Your Children ist eines ihrer Themen.

Eventuell ist die sichere Aufbewahrung in der Pampas, wo der nächste Nachbar 3 Kilometer weit entfernt ist, ganz anders zu betrachten. Oder in Detroit, wo die Mordrate bei 36 pro 100.000 Einwohner lag und sich die Polizei länger als eine halbe Stunde Zeit ließ, bevor sie am Ort eines Verbrechens eintraf. „Wenn Sekunden zählen, ist die Polizei Minuten weit weg„, ist nicht umsonst ein geflügelter Spruch in den USA. Ich maße es mir nicht an, zu bestimmen, was das Beste für einen anderen ist. Ich möchte nur, dass jeder Waffenbesitzer die Sicherheitsregeln einhält, sich der Gefahr bewusst ist und das Risiko richtig einschätzen lernt. Dazu ist Aufklärung besser als jedes Verbot. Man denke an das Beispiel mit dem Feuer.

Der restliche Beitrag des Galileo Film: kurz und knapp

Die Gefahr durch die angeblich fehlenden Background Checks auf Gun Shows werde ich später einmal thematisieren.

Eine krass gefährliche Smart Rifle, die aus jedem Anfänger einen Scharfschützen macht?

20.000 Euro kostet dieses Gewehr, ähnlich viel wird ein gekaufter Attentäter kosten, der unregistriert ohne GPS auch schwerer nachverfolgt werden kann. Zudem bewegen sich i.d.R. menschliche Ziele und stehen nicht starr rum wie im Test. Und die meisten Morde passieren eh in einem Umfeld von Küchengröße. Das Gewehr ist eher eine tolle Innovation für die Wildregulierung in weitläufigen Naturparks, ein „must have“ für alle reichen Dödels, die immer das neueste haben wollen und sicher für einige Sniper-Einheiten in Behörden interessant. Ich glaube aber nicht, dass damit die Opfer von Attentaten steigen werden. Da gibt es günstigere und effektivere Mittel, wie z.B. Feuer und Benzin auf engem Raum.

7 Gedanken zu “Waffenwahn bei texanischen Kindern oder Vorsicht?

  1. Hier was zum Thema. es handelt sich um Infos die ich als Argumentationshilfen zusammenstellte.

    Leider habe ich oft keine aktuellen Links mehr dazu und die Quellen damals nur als Links erfasst.

    Naja, ich hoffe es ist trotzdem interessant.

    http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/25/liberales-waffenrecht-senkt-gewaltkriminalitat/

    Konnte bis zum 31. Dezember 1999 jeder Schweizer Bürger noch recht problemlos eine Schusswaffe auf der Straße führen (in der Hälfte der Kantone bedurfte es dazu nicht einmal eines behördlichen Dokumentes), so ist dies durch das am 01. Januar 2000 in Kraft getretene neue Waffengesetz erheblich erschwert bis unmöglich gemacht worden. In der Folge kam es 2001 im Vergleich zum Vorjahr laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik zu einem Anstieg der Gewaltkriminalität:
    – Vorsätzliche Delikte gegen Leib und Leben (Tötungsdelikte): plus 8,0 Prozent
    – Vorsätzliche Körperverletzungen: plus 6,7 Prozent
    – Vergewaltigungen: plus 12,4 Prozent
    Dagegen nahmen Diebstähle und Einbrüche insgesamt nur um 0,47 Prozent zu und auch die Gesamtzahl der erfassten Straftaten stieg nur um 1,48 Prozent.
    Dies könnte als Zufall gewertet werden, wenn nicht in Australien und England ähnliche Tendenzen mit jedoch weitaus schlimmeren Konsequenzen beobachtet worden sind, nachdem quasi alle legal besessenen Waffen eingezogen wurden. So zog Australien 1996 insgesamt 640.381 private Schusswaffen ein und vernichtete sie zum Preis von 500 Millionen Dollar.

    Bereits 1997 stieg die Zahl der Gewaltverbrechen um 3,2 Prozent und Überfälle nahmen um 8,6 Prozent zu. Bewaffnete (!)Raubüberfälle legten satte 44 Prozent drauf.

    Makabrer Spitzenreiter ist der Staat Victoria, in welchem Schusswaffendelikte sogar um 300 Prozent anstiegen. Dagegen gab es in Australien in den 25 Jahren vor 1996 unter anderem bei bewaffneten Raubüberfällen einen stetigen Rückgang.

    In England geschah die Entwaffnung der Bürger 1997. Damals wurden rund 162.000 Kurzwaffen eingezogen und weitestgehend vernichtet. Die ehemaligen Besitzer erhielten eine Entschädigung von etwa 95 Millionen Pfund. Allein im Zeitraum von September 1998 bis September 1999 stieg die Kriminalität in London um 22 Prozent und die bewaffnete Kriminalität um zehn Prozent. Ähnliche Entwicklungen gab es im ganzen Land. Mittlerweile sollen mindesten drei Millionen illegaler Waffen in Großbritannien kursieren.
    Das „UNO Interregional Crime & Justice Research Institute“ zeigte 2003, dass die Einwohner von Wales und England unter einer höheren Verbrechenslast leiden als vergleichbare andere Länder: auf 100 Einwohnen kommen dort 55 Verbrechen (in den anderen Industrieländern dagegen 35/100). Bei »Kontakt-Verbrechen« (Raub, sexueller und gewalttätiger Überfall) liegt der Anteil in England und Wales mit 3,6 Prozent deutlich vor den USA mit 1,9 Prozent. Dort löste eine Liberalisierung der Waffengesetze seit Ende der 1970er-Jahre in vielen Bundesstaaten eine gegenteilige Entwicklung aus.

    Mehr Waffen, mehr Abschreckung

    Über so eine gegenläufige Entwicklung dürfen sich die Einwohner des Staates Florida seit 1987 freuen, als eine Gesetzesänderung das Führen einer Schusswaffe auch außerhalb des eigenen Besitztums zum persönlichen Schutz erleichterte. So gab es 1992 noch 13.945 Gewaltdelikte (Mord, Vergewaltigung, Raub und Körperverletzung), so lagen diese bei fallender Tendenz seit 1989 im Jahr 2001 nur noch bei 7.210 Taten. Somit beträgt der Rückgang 48,3 Prozent. Parallel dazu stiegen die Übergriffe auf wehrlose (!) Touristen an, bis die Polizei Anfang der 1990er neue aufwändige Programme zum Schutz der Reisenden entwickelte. Insgesamt ging in Florida von 1987 bis 1995 die Zahl aller Tötungsdelikte um 22 Prozent und Taten mit Schusswaffengebrauch sogar um 29 Prozent zurück.
    Von den 295.220 Waffenscheinen, die in Florida seit Inkrafttreten des Gesetzes bis zum 31. Mai 1995 ausgestellt wurden, mussten nur 48, sprich etwa 0,016 Prozent wegen Missbrauchs wieder entzogen werden. Mit 99,984% der Waffenträger gab es also keine Probleme.
    Unter dem Strich

    So zeigt sich ganz klar ein hinreichend belegter, enger Zusammenhang zwischen restriktiven Waffengesetzen und steigender Kriminalität und damit der Gefährdung des Bürgers durch staatliche, gesetzgeberische Maßnahmen. Es lassen sich daraus die Formeln »Mehr legaler privater Waffenbesitz = weniger Gewaltkriminalität« sowie im Umkehrschluss »Weniger legaler privater Waffenbesitz = mehr Gewaltkriminalität« ableiten. Die negative Entwicklung in der bislang waffenrechtlich sehr liberalen Schweiz mit einer bis 1999 äußerst niedrigen Kriminalitätsrate, die nach Verschärfung der Gesetze anzusteigen beginnt, sollte allen Demokraten Warnung und Mahnung sein. [3]

  2. Thema Suizide…………………..

    Hier meine Argumente zum Thema Suizide welche ich zusammenstellte um gegen die Waffenverbotsinitiative 2011 in der Schweiz anzukämpfen.

    Tötungsdelikte in der Schweiz.

    Die Gesamtzahl der Tötungsdelikte umfasste 2008 in der Schweiz 259 Fälle.
    Davon starben mit Schusswaffen aber nur 24 Menschen, im Autoverkehr jedoch deren 357.
    Das kann man nachlesen auf der offiziellen Website des BFS. ( Bundesamt für Satistik )

    Suizide in der Schweiz und der Einfluss von Armeewaffen.

    Die Suizidrate in der Schweiz im Jahre 2000 betrug 1378 Fälle, 979 Männer und 399 Frauen.
    Davon töteten sich im Statistisch erfassten Zeitraum von 1969 bis 2000 durchschnittlich
    23.9 % mit einer Schusswaffe. Die Frauen fallen mit einem Anteil von 3.8 % in diese Kategorie.
    Die 23.9% ergeben also einen Durchschnitt bei den Männern von 233.9 Suiziden pro Jahr.
    Dazu muss man sagen, dass sich die Suizide seit 1880 etwas verringert haben.

    1880, also vor über 100 Jahren, betrug die Rate ca. 25 pro 100-tausend Einwohner. 2000 ca. 19 pro 100-tausend.

    Die Rate ist seither weiter gesunken, wird aber durch die aktive Sterbehilfe in der Schweiz nach wie vor hoch gehalten.
    Bereinigt nimmt man aber an, dass sie etwas unter dem Europäischen Durchschnitt liegt,
    genauer gesagt, bei 15 pro 100-tausend.

    Die EU liegt bei 15.5 pro 100-tausend ……… Japan bei 24,8 und das trotz absolutem Waffenverbot.
    Die USA haben eine Rate von 11.1 pro 100-tausend, dass jedoch bei der höchsten Waffendichte aller westlichen Länder. (ca. 90 Schusswaffen auf 100 Einwohner.)

    Heute liegt die Rate der Selbsttötungen mit Schusswaffen in der Schweiz bei 17% aller Suizide.

    Bei aktuell 1300 Suiziden entspricht das 221 Fällen ….laut Statistik des BFS.
    Von den 17% begingen nur gerade 8% Suizid mit einer Armeewaffe und davon sogar nur 3% mit dem Sturmgewehr. 8 % das entspricht genau 17.68 Fällen pro Jahr.
    Es finden sich dazu allerdings etwas voneinander abweichende Zahlen, das BFS ( Bundesamt für Statistik ) spricht aber von 1.5 -1.8% Suiziden mit Armeewaffen über einen längeren Zeitraum, was 2009 aber aktuell 24 Fälle wären.
    Zum Vergleich, auf Platz 1 – mit 30% ist vergiften, Platz 2. mit 23% ist Tod durch erhängen.

    Es ist erst seit kurzem einheitlich geregelt was eine Militärwaffe ist, heute gilt jede Waffe eines aktiven Angehörigen der Armee und auch die ausgemusterte Ex Armeewaffe wie sie in hunderttausenden von Schweizer Haushalten zu finden ist, als Armeewaffe.
    Eine eigentlich sehr schlechte Definition. Denn der Karabiner von 1889 ist somit immer noch eine Armeewaffe, wenn auch schon 100 Jahre nicht mehr im gebrauch der Armee.

    Ereignisse ausserhalb der Dienstzeit mit Militärwaffen verzeichnete die Militärjustiz 2008 zum Beispiel keinen einzigen Fall und dieses Jahr stellt dabei keine Ausnahme, sondern eher die Regel dar.
    Auch die vielmals angesprochenen „Drohungen“ betrugen 2008 gerade mal 4 Fälle.
    Martina Hugentobler, die Sprecherin der Militärjustiz betonte ganz klar, die Armeewaffen haben keinerlei negativen Einfluss auf die Sicherheitslage der Schweiz.

    Man kann es auch noch anders Formulieren. Bei 8893 Verwundungen von Menschen im Jahr 2009, und die gibt es ja auch, waren nur gerade 34 Verletzungen von einer Kugel verursacht worden, das sind 4 Promille.

    Gemäss den neuesten Informationen aus dem Bundesamt für Statistik sieht das wie folgt aus.
    Die Zahlen hier kann man mit als die aktuellsten bezeichnen die derzeit zu bekommen sind.

    Also :
    In einer vom BFS publizierten Tabelle zur Polizeilichen Kriminalstatistik „ PKS“
    „Tatmittel Schusswaffe. Suizide nach Vorgehensart und Waffentyp, 2009“ ……wird aufgezeigt,

    …….dass 17% aller von der Polizei registrierten Suizide mit einer Schusswaffe begangen wurden. Im weiteren wird aus der Zusammenstellung deutlich, dass von allen diesen Schusswaffensuiziden 9% gemäss Meldung der Polizei mit einer Armeewaffe verübt wurden.
    Die Kategorisierung der Waffentypen wurde im Rahmen des Aufbaus der PKS gemeinsam mit den Kantonen definiert und harmonisiert. Sie bildet die polizeiliche Praxis ab. In dieser Kategorisierung gilt als Armeewaffe jede Waffe, welche in irgendeiner Art jemals in Verbindung zur Schweizer Armee stand, bzw. von dieser ausgegeben wurde. ( Erläuterung des BFS )

    Somit ist die Suizidrate mit tatsächlichen Armeewaffen wohl noch viel tiefer als die vom BFS publizierten 1.5% und tendiert faktisch gegen NULL …..wo sich diese Zahlen auch wieder mit den Aussagen der Militärjustiz decken.

    Informationen dazu findet man auch unter:
    http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/19/03/02/dos/03.html

    Kanada ….. Suizide:

    Wenn man nachstehende Fakten, hier ein Beispiel anhand der Suizidstatistik in Kanada ( Link ) abgleicht, so wird man zum Schluss kommen, dass Suizide keinesfalls effektiv durch Waffenverbote verhindert werden können

    http://www.justice.gc.ca/eng/pi/rs/rep-rap/2006/rr06_2/t19.html

    1971 Suizide 421 davon mit Schusswaffen 184 gewaltsame Todesfälle total 2413
    2001 Suizide 463 davon mit Schusswaffen 148 gewaltsame Todesfälle total 3688

    Es zeigt sich also, die Suizidrate hat sich trotz strengster Gesetzgebung in Bezug auf Waffen nicht wirklich verändert. Die Suizidrate war 2001 sogar höher als 1979, was aber sicher auch der Bevölkerungszunahme geschuldet ist.
    Die Bevölkerung in Kanada nahm von 1971 – ca. 22 Millionen, bis 2009 – auf ca. 31 Millionen zu.
    Suizide mit Schusswaffen haben abgenommen, da sie natürlich weniger verfügbar waren, allerdings nicht die Gesamtzahl der Selbstmorde, diese blieb trotz stetig strengerer Waffengesetzgebung davon unbeeinflusst.

    Rechnet man diese Zahlen in einen Index um, so kann man sagen, dass die Suizidrate von der Verfügbarkeit der Waffen unbeeinflusst mit der Bevölkerungszunahme Schritt gehalten hat.
    Nur begingen die Menschen nun vermehrt mit ANDEREN Mitteln Suizid.

    Und was besonders auffällig ist, die gewaltsamen Todesfälle stiegen von 2413 ( Index 100 ) im Jahr 1971,……. auf 3688 im Jahr 2001,….. oder Index 152 was auch der Zunahme der Bevölkerung entspricht und das wie gesagt trotz strengster Gesetzgebung, Waffenregistrierung usw.

    Eine nach der Argumentation linksorientierter Kreise unmögliche Entwicklung, sagen diese doch ein markantes sinken der Suizide wie auch der Gewaltkriminalität voraus wenn nur endlich weniger Waffen verfügbar sind.

  3. Da es anscheinend immer noch keinen Artikel zum „Gun Show Loophole“ gibt, hier mal ein Video mit etwas Humor zum Thema:

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